EU-Parlament

NRW-CDU lässt Elmar Brok fallen

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Der Europa-Abgeordnete steht nicht mehr auf der Liste.

Er war schon Abgeordneter im Europa-Parlament, als Helmut Kohl noch davon träumte, Bundeskanzler zu werden. Und als Kohl 1998 die Kanzlerschaft abgeben musste, war er es auch noch. Elmar Brok sitzt seit 1980 im Europa-Parlament, er ist der dienstälteste Abgeordnete überhaupt, und er hat gehofft, auch in den kommenden fünf Jahren Europa-Politik von Straßburg und Brüssel aus machen zu können. Das allerdings könnte nun schwierig werden.

Der Vorstand der nordrhein-westfälischen CDU hat den 72 Jahre alten Ostwestfalen nicht mehr für die Europa-Wahl Ende Mai aufgestellt. Doch der EU-Veteran gibt sich noch kämpferisch. Erst am 26. Januar entscheidet die CDU Nordrhein-Westfalens endgültig über die Wahlliste. Brok sagte am Dienstag: „Ich behalte mir vor, ob ich auf der Landesdelegiertenversammlung kandidiere.“

Der zuweilen knurrig wirkende Mann mit dem bauschigen Schnauzbart ist der wahrscheinlich bekannteste Europa-Abgeordnete aus Deutschland. Er hat viel Einfluss und viel zu sagen. Brok hat mitgeschrieben an allen wichtigen europäischen Verträgen in den vergangenen Jahrzehnten. Derzeit ist er Brexit-Beauftragter der Konservativen im EU-Parlament,

Broks Niederlage im eigenen Landesvorstand markiert den Wunsch nach einem Generationswechsel in der CDU. Ursprünglich war er in NRW für Listenplatz vier vorgesehen. Doch diese Idee sorgte im Kreise der acht Bezirksvorsitzenden der NRW-CDU für Kopfschütteln. Die Wahl um Platz sechs verlor Brok dann gegen Stefan Berger vom Niederrhein mit 17 zu 20 Stimmen. Das Angebot, auf dem unsicheren Platz acht zu kandidieren, nahm der Unterlegene nicht an.

 Noch ist unklar, ob Brok bei der finalen Kandidatenaufstellung in Siegburg ins Rennen geht. Auch in Brüssel sagen Vertraute, die Messe sei noch nicht gesungen. So einfach werde Brok sich nicht geschlagen geben.

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