Jetzt will Andreas Molau über Rechtsextreme aufklären.
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Jetzt will Andreas Molau über Rechtsextreme aufklären.

Neonazi-Partei

NPD-Vordenker Molau steigt aus

Mit Andreas Molau steigt einer der wichtigsten Vordenker der rechtsextremen NPD aus der Szene aus. Ausschlaggebend für den Gesinnungswandel war angeblich die Rede eines Landesvorsitzenden.

Das war’s dann wohl: Mit Andreas Molau, 44,  hat sich einer der wichtigsten Vordenker der NPD von der rechtsextremen Partei distanziert.

"Ich habe eine klare Trennung gezogen - sowohl in meinem Beruf als auch in meinem privaten Lebensumfeld“, sagte Molau dem Sender NDR Info. Er habe sich an den niedersächsischen Verfassungsschutz gewandt.

Molau trat bereits mit 16 Jahren in die Jugendorganisation der NPD ein, später war er unter anderem Spitzenkandidat im niedersächsischen Landtagswahlkampf und Mitglied des Bundesvorstande der NPD.

In der NPD galt er als Intellektueller

Durch sein bürgerliches Auftreten wirkte er oft wie ein Fremdkörper in der Neonazi-Partei. Er galt dort als Intellektueller, arbeitete zeitweise als Waldorflehrer – bis er eine Stelle bei der „Deutschen Stimme“ annahm, der Parteizeitung der NPD. Zuvor schrieb er für die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, musste aber gehen, weil er in einem Beitrag die Leugnung des Holocaust andeutete.

Was löst nun seinen Gesinnungswandel aus? Laut NDR sagte Molau, eine Rede des NPD-Landesvorsitzenden Udo Pastörs habe den Ausschlag gegeben. Pastörs hatte 2009 Juden als „Krummnasen“ verunglimpft und wurde unter anderem deshalb wegen Volksverhetzung verurteilt. Molau sei damals klar geworden, wie sehr Teile der NPD im Nationalsozialismus verhaftet seien.  

Molau fühlt sich nun für seine früheren Reden verantwortlich. Es bedrücke ihn, dass er Menschen verletzt habe. Er wolle jetzt versöhnen; laut NDR will er sich in Projekte einbringen, die über Rechtsextremismus aufklären.  (jon)

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