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NPD-Funktionär Thorsten Heise soll sein Haus mit Hakenkreuzen „geschmückt“ haben

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Von: Joachim F. Tornau

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Thorsten Heise 2018.
Thorsten Heise 2018. © afp

Die Thüringer Linken-Politikerin Katharina König-Preuss erwirkt eine Anklage gegen den NPD-Funktionär Thorsten Heise wegen dessen Haus.

Mühlhausen - Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hat den NPD-Bundesvize und rechtsextremen Multiaktivisten Thorsten Heise angeklagt, weil er sein Anwesen im thüringischen Fretterode mit verbotenen NS-Symbolen „geschmückt“ haben soll.

Es geht um vier Hakenkreuze, die in den steinernen Türsturz eines neu errichteten Fachwerktürmchens eingemeißelt sind. Obwohl ihre Form etwas geschwungener ist als das nationalsozialistische Original, ist die Staatsanwaltschaft von der Strafbarkeit überzeugt.

Neonazi-Haus steht bereits seit 2020

Das neue Gebäude steht bereits seit dem Jahr 2020. Die Behörden wurden aber erst aktiv, nachdem die thüringische Linken-Politikerin Katharina König-Preuss Ende vergangenen Jahres Anzeige erstattet hatte. Die Anklage sei „ein gutes Zeichen“, sagte die Landtagsabgeordnete am Mittwoch (23.02.2022).

Doch es sei für sie „immer noch unglaublich“, wie lange die NS-Symbole geduldet worden seien. „Dass sich einer der bekanntesten militanten Neonazis Deutschlands, der regelmäßig von der Polizei Besuch erhält, so sicher fühlen kann, dass er öffentlich Hakenkreuze in seinem Garten präsentiert, ist mehr als besorgniserregend.“

Neonazi und NPD-Bundesvize Thorsten Heise ist bereits vielfach vorbestraft

Zuletzt stand der vielfach vorbestrafte Neonazi 2009 vor Gericht. Damals war er wegen der Produktion volksverhetzender CDs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Seine letzte Gefängnisstrafe – verhängt wegen eines Angriffs auf Polizeibeamte – hat er bereits vor 20 Jahren abgesessen.

Der einstige Führungsfunktionär der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei gehört dem NPD-Bundesvorstand an und ist Landesvorsitzender in Thüringen. Auch international gut vernetzt, führt er zudem die Kameradschaft „Arische Bruderschaft“ an und wirkt als Musikproduzent, Konzertveranstalter, Versandhändler und Verleger für die militante rechte Szene. (Joachim F. Tornau)

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