Nordmazedonien

In Nordmazedonien entscheidet erst eine Stichwahl über den neuen Präsidenten

Enges Rennen zwischen Sozialdemokrat und Oppositionskandidatin.

Es war der erste Urnengang, seit das kleine Balkanland Nordmazedonien heißt. Die Kandidaten von Regierung und Opposition lieferten sich am Sonntag ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Einen Sieger wird es erst nach der Stichwahl in zwei Wochen geben.

Keiner der Kandidaten konnte am Sonntag 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Vorn lagen nach Auszählung fast aller Stimmen Stevo Pendarovski, der für die regierenden Sozialdemokraten ins Rennen gegangen war, und die parteilose Gordana Siljanovska-Davkova, die von der nationalistischen Oppositionspartei VMRO-DPMNE unterstützt worden war. Pendarovski erhielt demnach 42,6 Prozent der Stimmen, Siljanovska-Davkov lag nur 0,6 Prozentpunkte dahinter.

Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission vom späten Sonntagabend entfielen auf den dritten Kandidaten Blerim Reka, der die Unterstützung von zwei albanischen Parteien hatte, rund elf Prozent der Stimmen. Der bisherige Präsident, der mit der VMRO-DPMNE verbundene Djordje Ivanov, durfte nach zwei Amtsperioden nicht erneut antreten.

Der Urnengang galt als Testwahl für die Regierung des Sozialdemokraten Zoran Zaev, nachdem sich die frühere jugoslawische Republik Mazedonien erst im Februar in Nordmazedonien umbenannt hatte. Siljanovska-Davkova hatte im Wahlkampf die Umbenennung scharf kritisiert, zugleich aber erklärt, sie werde die zugrunde liegenden internationalen Abkommen respektieren. Pendarovski hatte wiederum angekündigt, den von Nordmazedonien eingeschlagenen Weg in Richtung EU- und Nato-Integration fortsetzen zu wollen.

Mit der Umbenennung des Landes wurde der Namensstreit mit Griechenland beigelegt. Damit wurde ein Schlussstrich unter einen Konflikt gezogen, der jahrzehntelang die Beziehungen der beiden Nachbarn belastet hatte. Er reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte.

Athen bestand seit der Unabhängigkeit Mazedoniens vor 27 Jahren darauf, dass der nördliche Nachbar seinen Namen ändert, weil eine Region im Norden Griechenlands ebenso heißt. Als EU- und Nato-Mitglied hatte Griechenland mit seinem Veto jede Annäherung Mazedoniens an die westlichen Bündnisse blockiert. Inzwischen ist der Beitritt Nordmazedoniens zur Nato eingeleitet worden. Das Land hofft zudem auf eine Aufnahme in die EU.

Die Wahlbeteiligung gab die Wahlkommission mit 41 Prozent an. Die Frage kann bei der Stichwahl am 5. Mai eine entscheidende Rolle spielen. Für diese ist nämlich eine Beteiligung von 40 Prozent vorgeschrieben, damit die Wahl gültig ist. Wahlberechtigt waren rund 1,8 Millionen Bürger. Das Staatsoberhaupt hat in Nordmazedonien nur eine protokollarische Funktion. (afp/dpa)

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