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Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Heiner Merz gehört zu jenen, die die Liste weiterverbreiteten. 

25.000 Namen verzeichnet

„Nordkreuz“-Liste: Betroffene dürften ahnungslos bleiben

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Menschen aus ganz Deutschland stehen auf der Namensliste, die bei der rechtsextremen Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ sichergestellt wurde. Erfahren werden sie davon wohl nicht.

Auf einer bei der mutmaßlich rechtsextremen Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ sichergestellten Liste mit knapp 25.000 Namen sind Menschen aus ganz Deutschland verzeichnet. Das ergibt sich aus einer Auswertung der „Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten“, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach rangiert Berlin mit 861 Namen vor Hamburg mit 359, Leipzig und München (je 259), Köln (187), Dresden (164), Hannover (120), Kiel (112), Rostock (102), Frankfurt (70) und Potsdam (53). Allerdings können die Betroffenen nicht damit rechnen, davon zu erfahren.

Der Datensatz war 2015 von Unbekannten bei einem linksalternativen Versandhandel in Duisburg durch Computer-Hacking erbeutet worden. Anschließend kursierte die Namensliste im Internet und wurde offensichtlich von mehreren Leuten per Mail und auf anderen Wegen weiter verbreitet – bis sie schließlich auch bei „Nordkreuz“ landete. Dabei enthält die Liste nicht nur Namen, sondern auch dazu gehörige Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Accounts.

Einer derer, die die Liste weiterverbreiteten, ist der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Heiner Merz – und zwar schon am 14. Juli 2017. Dass die 25.000 Namen und Adressen später zur Anschlagplanung genutzt worden sein sollen, macht Merz nach eigener Aussage allerdings fassungslos. „Dass diese Listen verbrecherisch verwendet wurden, das bestürzt mich ebenso wie jeden vernünftigen und normalen anderen“, sagte er.

Bei „Nordkreuz“ 500 Seiten in Aktenordnern mit weiteren 29 Personen entdeckt

Neben der Liste wurden bei „Nordkreuz“ 500 Seiten in Aktenordnern mit weiteren 29 Personen entdeckt. Hinter ihren Namen fanden die Ermittler handschriftliche Notizen mit zusätzlichen Angaben über neue Meldedaten, Namensänderungen oder Geburtsnamen. Weil die Sicherheitsbehörden diese 29 Personen wegen der von „Nordkreuz“ offenbar selbst gesammelten und detaillierteren Informationen für gefährdeter hielten, wollten sie diese auch informieren – die anderen hingegen nicht.

Unterdessen berichtete die „Schweriner Volkszeitung“, dass trotz ihres Ausschlusses vier „Nordkreuz“-Mitglieder weiterhin Mitglied im Reservistenverband sind. Darunter seien auch die beiden Beschuldigten sowie ein Mann, der wegen Munitionsdiebstahls in Untersuchungshaft sitzt, so das Blatt. Insgesamt waren im Februar 2018 fünf Männer im Zusammenhang mit „Nordkreuz“ aus der Reserve ausgeschlossen worden. Vier wehrten sich jedoch erfolgreich vor dem Amtsgericht Bonn dagegen. Die Beteiligung bei „Nordkreuz“, das Ermittlungsverfahren und die Mitgliedschaft beim rechtsextremistischen „Thule-Seminar“ rechtfertigten keinen Ausschluss, hieß es in einem Auszug der Entscheidung.

Zuletzt waren in Mecklenburg-Vorpommern vier aktive und ehemalige Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos festgenommen worden. Sie hatten über Jahre Munition gestohlen und sollen diese an einen „Nordkreuz“-Mann übergeben haben.

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