Kim Jong-un

Hungersnot in Nordkorea: Kim Jong-un mit ungewöhnlichem Eingeständnis

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Kim Jong-un gesteht zwei „Krisen“, mit denen Nordkorea zu kämpfen hat, ein. Ein angeblich einziger Corona-Fall wird von dem nordkoreanischen Diktator für seine Staatspropaganda genutzt.

  • Nordkorea kämpft mit Krisen: Eine Krise wegen des Coronavirus gesteht selbst Diktator Kim Jong-un ein.
  • Überschwemmungen im Süden von Nordkorea verstärken die Hungersnot im Land.
  • Kim Jong-un: Die Nordkoreaner sollen nun Haustiere wie Hunde und Katzen essen.

Pjöngjang - Der Diktator und selbsternannte Führer Kim Jong-un von Nordkorea hat bei einem Treffen des Politbüros der Arbeiterpartei am Donnerstag (13.08.2020) selbst eingeräumt, dass Nordkorea mit zwei Krisen kämpfe. Diese seien die „anti-epidemische Arbeit“ gegen Covid-19 sowie „unerwartete plötzliche Naturkatastrophen“.

Kim Jong-Un: Dikator gesteht Hungersnot in Nordkorea ein

Der Diktator rief dazu auf, „diese beiden Krisen gleichzeitig zu überwinden“, wie auch die Deutsche Welle schreibt. Nordkorea geriet erst jüngst in die Schlagzeilen, weil Kim Jong-un aufgrund einer Hungersnot im Land angeordnet haben soll, Haustiere wie Hunde und Katzen zu essen.

Am Mittwoch (19.08.2020) fand nun wegen der wirtschaftlichen Situation in Nordkorea eine Tagung der Partei statt. Kim Jong-un begründete die schlechte Wirtschaftslage mit „unvorhergesehenen und unvermeidlichen Herausforderungen“ im In- und Ausland. Beschlossen wurde, einen 5-Jahres-Plan bei einem neuen Parteikongress im nächsten Januar vorzustellen, wie die Staatsmedien am Donnerstag (20.08.2020) berichteten. Da scheint Corona auch eine gute Ausrede für bereits bestehende Probleme zu sein: Nordkorea ist durch internationale Sanktionen fast vollständig isoliert. Seit Jahren gibt es im Land Lebensmittelmangel.

Nordkorea kämpft gegen Hungersnot: Kim Jong-un beraumt Konferenz ein

Corona in Nordkorea: Laut Kim ist Nordkorea virenfrei

Aber wie durch ein Wunder vermeldete Nordkorea lange keinen einzigen Coronafall und gab bei der WHO sogar an, virenfrei zu sein. Dass Nordkorea wirklich frei von Corona ist, bezweifeln jedoch die meisten Experten. Allerdings begann das ohnehin abgeschottete und an China angrenzende Land bereits früher als Europa, seine Grenzen noch stärker abzuriegeln. Zum Beispiel wurden die wenigen Ausländer*innen im Land unter eine 30-tägige Quarantäne gestellt, die Importe aus China reduziert und auch die Schmuggelwege stärker kontrolliert, wie die Deutsche Welle berichtet.

Coronafall im Süden von Nordkorea: Stadt leidet unter Hungersnot

Ende Juli vermeldete Nordkorea die angeblich erste Infektion mit dem Coronavirus. Der Fall wird von Kim Jong-un für seine Staatspropaganda genutzt: Der Nordkoreaner sei nach Südkorea geflohen und dann in sein Heimatland zurückgekehrt. Dabei habe „der Überläufer“ das Coronavirus aus dem verfeindeten Nachbarland Südkorea eingeschleppt, wo das Coronavirus nach wie vor ein Problem darstellt. Südkoreanische Behörden bestätigten die Rückkehr des Mannes nach Nordkorea, gaben aber auch an, dass der Nordkoreaner nicht positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und keinen Kontakt mit Infizierten gehabt habe, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News Agency berichtet.

Ein Bild der staatlichen Medien Nordkoreas zeigt den Sonder-Parteitag mit Kim Jong-un.

Propaganda in Nordkorea: Angeblicher Coronafall wird von Kim instrumentalisiert

Es bestehe kein Zweifel, dass das Coronavirus aus China bereits ins Land gelangt sei, meint hingegen Go Myon Hyun vom Asan-Institut für Politologie. Nach Meinung des Experten bausche Pjöngjang den angeblich aus Südkorea eingeschleppten Fall auf, um den Überläufer als „gefährliches Wesen“ darzustellen. Experten vermuten hinter dem Coronafall in Nordkorea nicht nur Propaganda des nordkoreanischen Diktators Kim. Die Strategie von Kim Jong-un könne auch sein, medizinische Hilfe von Südkorea einfordern zu können, wie Yonhap News Agency berichtet. Von anderen Ländern wie Russland erhielt Nordkorea bereits Unterstützung wie beispielweise Corona-Tests.

„Maximaler Ausnahmezustand“ - Nordkorea nutzt Corona-Fall um Zugeständnisse zu erpressen

Wegen des Coronafalls in Kaesong berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA von einem „maximalen Alarmzustand“. Als Folge des Coronafalls ist die Stadt Kaesong mit 300.000 Einwohner*innen unter Quarantäne gestellt worden. Kim Jong-un sorge sich nach Angaben der Staatsmedien um die Stadt und habe Nahrungsmittel und Gelder bereitgestellt.

NameDemokratische Volksrepublik Korea
HauptstadtPjöngjang
Bevölkerungsanzahl25,55 Millionen (2018)
StaatsoberhauptEwiger Präsident: Kim II-sung, Oberster Führer: Kim Jong-un
StaatsformDiktatur

Überschwemmungen und Hungersnot in Nordkorea: Menschen sollen ihre Haustiere essen

Das Land leidet - wie fast jedes Jahr - auch unter Überschwemmungen. Besonders betroffen ist der Süden des Landes, der auch als die Kornkammer Nordkoreas gilt. Über 700 Häuser sollen bereits überschwemmt und Hunderte Hektar Reisfelder zerstört worden sein. Auch die wegen des Coronavirus unter Quarantäne stehende Stadt Kaesong ist von Überschwemmungen betroffen. Erst im Juli hatte Kim das Verbindungsbüro zu Südkorea in der Stadt Kaesong sprengen lassen und militärische Aktionen gegen Südkorea angedroht. Experten deuten das als einen Versuch Zugeständnisse von Südkorea und den USA zu erpressen, wie auch die Tagesschau berichtet. (Von Delia Friess)

Kim Jong Un soll die ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, angemacht haben. Das berichtet sie in ihren Memoiren.

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