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Eine Militärparade in Pjöngjang, Nordkorea, am 14. Januar 2021.
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Eine Militärparade in Pjöngjang, Nordkorea, am 14. Januar 2021.

USA

Nordkorea: Atomprogramm wird zur „ernsten Bedrohung“ für die Staatengemeinschaft

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die neue UN-Botschafterin der USA warnt vor dem Atomprogramm Kim Jong Uns. Es stelle eine Bedrohung für die Sicherheit der ganzen Welt dar.

  • Nordkorea sei eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit, sagte UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield.
  • Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un hatte im Januar 2021 die USA als „größten Feind“ bezeichnet.
  • Nordkorea-News: Alle Informationen und Neuigkeiten zu Nordkorea auf unserer Themenseite.

New York – Die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, hat vor dem Atomprogramm in Nordkorea gewarnt. „Wir glauben, dass Nordkorea eine ernste Bedrohung unseres Friedens, unserer Sicherheit und der ganzen Welt darstellt“, sagte sie am Montag bei ihrer ersten Pressekonferenz in New York. Die USA sitzen im März dem UN-Sicherheitsrat vor.

„Wir haben grundlegendes Interesse daran, Nordkorea in dieser Hinsicht abzuschrecken und uns gegen seine Provokationen oder Gewaltanwendung zu verteidigen“, fuhr sie fort. Vor allem gehe es darum, dafür zu sorgen, dass das amerikanische Volk und seine Verbündeten sicher seien.

USA: Regierung überprüft ihre Politik gegenüber Nordkorea

Man werde unter dem neuen US-Präsident Joe Biden weiter „auf ein atomwaffenfreies Nordkorea hinarbeiten.“ „Wir werden alle verfügbaren Informationen in Betracht ziehen, wenn die Regierung ihre Nordkorea-Politik überprüft.“ Dieser Prozess habe bereits begonnen.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen. Der UN-Sicherheitsrat ist dafür verantwortlich, die Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen.

Atomorganisation warnt vor Atomprogramm Nordkoreas

Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat vor der Bedrohung durch Nordkorea gewarnt. „Dass Nordkoreas Atomprogramm fortgesetzt wird ist ein klarer Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrat und sehr bedauerlich“, sagte Rafael Grossi, IAEA-Generaldirektor laut einem Transkript auf der IAEA-Webseite nach einem Treffen mit dem IAEA-Direktorium.

Nordkoreas KernwaffentestsReaktionen
Kernwaffentest 2006UN-Sanktionen (Resolution 1718)
Kernwaffentests 2009UN-Sanktionen (Resolution 1847)
Kernwaffentest 2013Verschärfung der UN-Sanktionen
Kernwaffentests 2016weitere Verschärfung der Sanktionen
Kernwaffentest 2017UN: Öllieferungen drosseln, Gaslieferungen verbieten

Grossi fügte demnach hinzu, dass die IAEA ihre Bereitschaft verstärke, „eine wesentliche Rolle bei der Verifizierung des nordkoreanischen Atomprogramms zu spielen“. Seit September vergangenen Jahres seien einige kerntechnische Anlagen in Nordkorea weiter betrieben worden, andere waren geschlossen. „Es gibt Anzeichen, die mit internen Bauaktivitäten am experimentellen Leichtwasserreaktor übereinstimmen, einschließlich einer Prüfung der Infrastruktur für Kühlwasser Ende 2020“, sagte Grossi.

Kim Jong Un: USA sind der größte Feind Nordkoreas

Hinweise auf eine Anreicherung von Uran an der Atomanlage in Yongbyon gebe es hingegen aktuell nicht. Allerdings würden Aktivitäten in der Anlage Kangson darauf deuten, ebenfalls in der Nähe von Pjöngjang.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte im Januar 2021 gesagt, die USA seien der „größte Feind“ Nordkoreas und kündigte den Ausbau des Atomwaffenarsenals seines Landes an. „Die außenpolitischen Aktivitäten müssen sich darauf konzentrieren, die USA zu unterwerfen“, zitierten ihn die Staatsmedien. Den USA warf er erneut eine feindselige Politik vor. Pjöngjang hat seit dem Jahr 2017 offiziell keine Atomwaffentests mehr durchgeführt.

Auf die aktuelle Ansprache der UN-Botschafterin hat Nordkorea nicht direkt reagiert. Allerdings wurde am Montag ein Statement auf der Webseite des nordkoreanischen Außenministeriums veröffentlicht, in der die Menschenrechts-Politik des Westens kritisiert wird. „Der Westen befleckt derzeit das Image anderer Länder mit haltlosen Ausreden wie „kollektive Zwangsarbeit“, „Unterdrückung demokratischer Persönlichkeiten“ und zögert nicht, souveräne Rechte in eklatanter Verletzung des Völkerrechts zu übertreten“, heißt es dort.

Der isolierten Führung in Pjöngjang werden immer wieder schwere Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. Sie werden von Nordkorea bestritten. Der UN-Sicherheitsrat hatte vor einigen Jahren eine Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe eingesetzt. In ihrem Bericht vom Februar 2014 hieß es, in Nordkorea würden als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht. (Friederike Meier, mit dpa)

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