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Nordkorea feuert Hunderte Artilleriegeschosse ab: „Warnung an Südkorea“

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Von: Vincent Büssow

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Diese von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Aufnahme ist nach Angaben von KCNA am 08.10.2022 entstanden und zeigt Kim Jong-un, Machthaber in Nordkorea, bei einer Militärübung für Luftangriffe der koreanischen Volksarmee.
Immer wieder testet das Militär unter Kim Jong-un Raketen und andere Waffen. Die Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea nehmen zu. (Archivbild) © uncredited/dpa

Nordkorea und Südkorea werfen sich gegenseitig Provokationen vor. Die Spannungen nehmen zu. Was plant Kim Jong-un?

Seoul – Nordkorea hat erneut Hunderte von Artilleriegeschossen abgefeuert, um eine „Warnung“ an Südkorea zu senden. Die Manöver von Dienstagnacht (18. Oktober) und dem darauffolgenden Mittwoch sind die jüngsten in einer langen Reihe an Vorfällen, welche zur Anspannung zwischen den beiden Nationen beitragen. Expert:innen mutmaßen derweil über die weiteren Ziele von Kim Jong-un.

Das erste Manöver erfolgte in einer Nachtaktion, bei der Nordkorea 250 Artilleriegranaten von der West- und Ostküste abfeuerte. Kurze Zeit darauf meldete der Generalstab der Streitkräfte von Südkorea 100 weitere Geschosse. Diese erreichten zwar keine südkoreanischen Gewässer, landeten jedoch in der sogenannten maritimen Pufferzone, die im Jahr 2018 zur Reduzierung der Spannungen eingerichtet worden war.

Nordkorea feuert hunderte Geschosse ab: Südkorea erhebt Vorwürfe

Südkorea warf dem Nachbarland deshalb vor, gegen ihr Militärabkommen verstoßen zu haben. Die „anhaltenden Provokationen des Nordens“ würden „den Frieden und die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel sowie der internationalen Gemeinschaft untergraben“, hieß es dort als Reaktion auf den jüngsten Vorfall.

Diese von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Aufnahme ist nach Angaben von KCNA am 06.10.2022 entstanden und zeigt eine Militärübung der Fernartillerie-Division der koreanischen Volksarmee und des Luftwaffengeschwaders an einem unbekannten Ort.
Nordkorea hat erneut Hunderte Artilleriegeschosse abgefeuert. Experten mutmaßen über die Ziele von Kim Jong-un. (Archivbild) © uncredited/dpa

Die Spannungen in dem Gebiet sind in den vergangenen Wochen stetig gestiegen. Erst in der vergangenen Woche hatte Nordkorea zahlreiche Artilleriegeschosse sowie eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Das jüngste Manöver sei nun eine Antwort auf Militärübungen gewesen, die wiederum Südkorea durchgeführt hatte. Das mehrtägige Hoguk-Manöver soll südkoreanischen Angaben zufolge die Verteidigungsfähigkeit angesichts der Bedrohung durch nordkoreanische Atomwaffen und Raketen verbessern. Pjöngjang sprach dabei ebenfalls von einer „Provokation“. Bereits zuvor hatte die südliche Nation eine Reihe gemeinsamer Übungen mit Streitkräften aus den USA durchgeführt.

Waffentests in Nordkorea: Was plant Kim Jong-un?

International vermuten Expert:innen, dass Kim Jong-un mit den verstärkten Waffentests auf ein größeres Ziel hinarbeitet. So warnten die Vereinten Nationen bereits vor Monaten davor, dass Nordkorea einen Atomwaffentest vorbereiten könne. Auch Expert:innen äußerten diese Vermutung. Es wäre der erste Test dieser Art seit 2017. (vbu mit dpa und AFP)

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