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Rakete mit enormer Reichweite: Nordkorea bestätigt Abschuss

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Von: Daniel Dillmann

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Südkorea -Nordkorea Rakententests
Während einer Nachrichtensendung im Seouler Bahnhof in Seoul, Südkorea, sehen Menschen auf einem Fernseher ein Bild des nordkoreanischen Raketenstarts. © Ahn Young-Joon/dpa

Bereits zum siebten Mal in diesem Jahr feuert Nordkorea Raketen ins östliche Meer – diesmal mit einer Reichweite, die in Japan und in den USA Besorgnis auslöst.

Update vom 31.01.2022, 12.40 Uhr: Nordkorea hat den Test einer ballistischen Mittelstreckenrakete bestätigt. Am Sonntag sei erstmals seit 2017 sei eine Rakete vom Typ Hwasong-12 abgefeuert worden, berichteten nordkoreanische Staatsmedien am Montag (31.01.2022). Es war bereits der siebte Raketentest seit Jahresanfang. Damit feuerte Pjöngjang so viele Raketen ab wie noch nie innerhalb eines Monats. Zuvor hatte Pjöngjang im Januar bereits zwei Hyperschallraketen sowie vier Kurzstreckenraketen und Marschflugkörper getestet. Die USA hatten daraufhin weitere Sanktionen verhängt.

Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, der Test am Sonntag habe die „Genauigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit“ des Raketensystems bestätigt. Staatsmedien veröffentlichten am Montag Fotos aus dem All, die offenbar von einer auf der Rakete montierten Kamera aufgenommen wurden. Andere Aufnahmen zeigten den Start der Rakete. Nach Angaben Südkoreas wurde die Rakete in einem steilen Winkel in das Meer östlich der koreanischen Halbinsel abgefeuert. Das Geschoss erreichte demnach eine maximale Höhe von 2000 Kilometern und legte in einer halben Stunde etwa 800 Kilometer zurück.

Eine Frau verfolgt in einer U-Bahnstation in Seoul (Südkorea) einen Raketentest des benachbarten Nordkoreas.
Eine Frau verfolgt in einer U-Bahnstation in Seoul (Südkorea) einen Raketentest des benachbarten Nordkoreas. © Jung Yeon-je/afp

Nordkorea feuert Rakete mit enormer Reichweite ab 

Erstmeldung vom Sonntag, 30.01.2022, 07.34 Uhr: Pjöngjang - Die koreanische Halbinsel kommt nicht zur Ruhe. Laut Angaben des südkoreanischen Militärs hat Nordkorea erneut einen Raketentest durchgeführt. Am Sonntagmorgen sei eine „ballistische Mittelstreckenrakete in einem steilen Winkel“ aus Nordkorea gestartet und schließlich ins Meer östlich der Halbinsel gefallen. Die Rakete soll eine Höhe von rund 2000 Kilometern erreicht haben. Sie flog mit einer Geschwindigkeit von ca. 1600 Km/h.

Es war bereits der siebte Raketentest, den Machthaber Kim Jong-un in diesem Jahr hat durchführen lassen. Diesmal soll es sich um eine Rakete des Typs Hwasong-12 oder eines Nachfolgers gehandelt haben. Die Mittelstreckenrakete soll laut Fachleuten eine maximale Reichweite von 4500 Kilometern haben. Damit könnte Nordkorea das Außengebiet der USA auf Guam in Westpazifik bereits erreichen.

Nordkorea testet Raketen: Japan protestiert

Die letzten Tests Nordkoreas waren am Dienstag und Donnerstag durchgeführt worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurden bei dem Test am Dienstag Langstrecken-Marschflugkörper auf eine „1800 Kilometer entfernte Zielinsel“ abgefeuert. Beim Start am Donnerstag seien dann zwei „taktische Lenkraketen“ auf einer „Zielinsel“ eingeschlagen.

Die an Nordkorea angrenzenden Verbündeten der USA haben nach dem erneuten Raketentest Alarm geschlagen. Hirokazu Matsuno, Leiter des japanischen Kabinettssekretariats, warnte vor dem nordkoreanischen Raketenprogramm. Kim Jong-un verfüge mittlerweile bereits über „ballistische Raketen mit mittlerer und größerer Reichweite“. Damit könnte Nordkorea nahezu alle japanischen Inseln erreichen. Japans Premierminister Fumio Kishida verurteilte die Tests. Sie würden die Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verletzen. „Wir verurteilen [die Tests] aufs Schärfste und werden deutlichen Protest einlegen“, so Kishida gegenüber der Presse in Tokio.

Nordkorea testet deutlich mehr Raketen als in den vergangenen Jahren

Zum letzten Mal hatte Nordkorea 2019 so viele Waffen getestet, nachdem die Verhandlungen zwischen Machthaber Kim Jong-un und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump gescheitert waren. Seitdem sind die Gespräche mit den USA völlig ins Stocken geraten.

Seit Anfang Januar hat Nordkorea seine militärischen Machtdemonstrationen deutlich ausgeweitet. Neben herkömmlichen Raketentests hat das Land auch damit begonnen, sogenannte Hyperschallraketen zu testen. Hyperschallraketen fliegen per Definition fünfmal schneller als der Schall und können nur schwer abgefangen werden. (dil/rtr)

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