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Nordkorea plant laut Kim Jong-un die „stärkste“ Atomwaffe der Welt

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Kim Jong-un wird bei einem Testabschuss von seiner Tochter begleitet. Dies verstärkt Spekulationen, dass er den Weg für die nächste Generation ebnet.

Seoul/Frankfurt – Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un plant den Aufbau der „stärksten“ Atomstreitkräfte der Welt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag (27. November). Das „ultimative Ziel“ hinter Nordkoreas Atomprogramm sei es, eine „absolute Macht zu besitzen, wie es sie in diesem Jahrhundert noch nie gegeben hat“, sagte Kim am Samstag (26. November) im Rahmen eines Befehls, mit dem er Dutzende von Militärbeamten beförderte, berichtete die Agentur.

Der Befehl erging nach dem Testabschuss einer neuartigen ballistischen Interkontinentalrakete am Freitag (18. November), den Nordkorea als „Testabschuss“ bezeichnete.

Dieses undatierte Foto, das am Samstag (26.11.2022) von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Kim Jong-un und seine Tochter, die mit Wissenschaftlern und Arbeitern für ein Foto zusammen stehen, bei einem angeblichen Test einer Interkontinentalrakete an einem unbekannten Ort in Nordkorea.
Dieses undatierte Foto, das am Samstag (26.11.2022) von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Kim Jong-un und seine Tochter, die mit Wissenschaftler:innen und Arbeiter:innen für ein Foto zusammen stehen, bei einem angeblichen Test einer Interkontinentalrakete an einem unbekannten Ort in Nordkorea. © KCNA/dpa

Nordkorea testet neuartige ballistische Interkontinentalrakete

Bei der Rakete handelte es sich nach Angaben von KCNA um eine Hwasong-17, eine riesige Rakete, die theoretisch in der Lage ist, einen nuklearen Gefechtskopf auf das Festland der USA zu bringen. Kim lobte in seinen Äußerungen die Wissenschaftler:innen und Arbeiter:innen, die die neue Rakete entwickelt haben. Er bezeichnete die Rakete als „die stärkste strategische Waffe der Welt“ und sagte, sie stelle „einen wunderbaren Sprung in der Entwicklung der Technologie zur Anbringung von Atomsprengköpfen auf ballistischen Raketen“ dar.

Mit der Entwicklung der neuen Interkontinentalrakete, so Kim, habe Nordkorea der Welt „die zuversichtliche, stets siegreiche Zukunft unseres Staates demonstriert, der sich dem Ziel nähert, die stärkste Armee der Welt aufzubauen“. Kim selbst wohnte dem Start mit einem Kind bei, bei dem es sich vermutlich um seine Tochter Ju-ae handelt.

Weiterhin bestehen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Machthaber Kim Jong-un kann einen atomaren Erstschlag ausführen, um „feindliche Kräfte“ zu zerstören.

Kim Jong-un ebnet den Weg für die nächste Generation der Kim-Dynastie

Das Debüt der Tochter von Kim Jong-un gibt Anlass zu Spekulationen über die Zukunft Nordkoreas. Deren Existenz war vor dem Hwasong-17-Test am vergangenen Wochenende (18. November) nie öffentlich bestätigt worden. Ju-ae sei schätzungsweise zwölf oder 13 Jahre alt, was bedeute, dass sie sich in etwa vier bis fünf Jahren auf den Besuch einer Universität oder den Militärdienst vorbereiten werde, zitiert The Guardian Michael Madden, einen Experten für nordkoreanische Führung am Stimson Centre in Washington.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete sie als Kims „geliebtestes“ oder „kostbarstes“ Kind – ein ehrenvollerer Titel als ihre frühere Bezeichnung als Kims „geliebtes“ Kind in einer Agenturmeldung der Vorwoche. Ihr zweiter Auftritt wird die Aussicht erhöhen, dass die Führung des totalitären Staates auf eine vierte Generation von Kims übergehen könnte. (cas/dpa)

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