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Kim Jong-uns Schwester attackiert Südkoreas Verteidigungsminister – „abscheulicher Kerl“

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Von: Christoph Klaucke

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Zwischen Nordkorea und Südkorea herrscht jede Menge Konfliktpotenzial. Kim Jong-uns Schwester attackiert im Militär-Streit den südkoreanischen Verteidigungsminister.

Frankfurt/Pjöngjang – Die Beziehung zwischen den beiden Nachbarländern Nordkorea und Südkorea war sicherlich schon mal besser. Die neuesten Entwicklungen geben jedoch Anlass zur Sorge und könnten sogar eine Eskalation zur Folge haben. In der Öffentlichkeit machen sich beide Nationen Anschuldigungen und drohen einander.

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, attackierte Südkoreas Verteidigungsminister Suh Wook wegen seiner Bemerkungen zu den Angriffskapazitäten seines Landes gegen Nordkorea. Suh sei ein „sinnloser und abscheulicher Kerl“, wurde Kim am Sonntag von den Staatsmedien zitiert. Der Ton zwischen Süd- und Nordkorea wird wieder rauer.

Die hochrangige Funktionärin der herrschenden Arbeiterpartei warf Suh vor, rücksichtslose Äußerungen über einen „Präventivschlag“ gemacht und damit die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel erhöht zu haben. Auch drohte sie, Südkorea riskiere aufgrund „der rücksichtslosen Äußerungen eine ernsthafte Bedrohung“. Sie führte das nicht detailliert aus. „Südkorea sollte sich zurückhalten, wenn es eine Katastrophe abwenden will.“

Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, und dessen Schwester Kim Yo-jong.
Kim Jong-uns Schwester Yo-jong beschimpft Südkoreas Verteidigungsminister. © dpa

Kim Jong-uns Schwester Kim Yo-jong attackiert Südkorea: „Sinnloser und abscheulicher Kerl“

Suh hatte am Freitag öffentlich gesagt, Südkoreas Streitkräfte verfügten über die Fähigkeit, den Ursprungsort von Raketenstarts von Nordkorea sowie dessen Kommandostellen „präzise und rasch“ anzugreifen, sobald es klare Anzeichen für einen Angriff gegen Südkorea gebe. Nordkorea bereitet derzeit offenbar neue unterirdische Atomtests vor.

In einer getrennten Erklärung des Sekretärs des Zentralkomitees der Arbeiterpartei, Pak Jong Chon, hieß es am Sonntag, Nordkoreas Armee werde „gnadenlos ihre ganze militärische Macht auf die Zerstörung wichtiger Ziele in Seoul und der südkoreanischen Armee“ richten, sollte sie einen Präventivschlag oder andere gefährliche Aktionen ausführen. Jede geringfügige Fehleinschätzung und schlechte Aussage, die die andere Partei in der gegenwärtigen Situation verunsichert, könne „einen gefährlichen Konflikt und einen ausgewachsenen Krieg“ auslösen.

Atomwaffen-Streit zwischen Nordkorea und Südkorea

Verbalattacken Nordkoreas gegen Mitglieder der südkoreanischen Regierung sind nicht ungewöhnlich. Kims Erklärung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in der Region wieder zunehmen. Ihre Aussagen haben jedoch Gewicht. Laut dem südkoreanischen Spionagedienst ist Kim hinter ihrem Bruder Kim Jong-un die mächtigste Person des Landes.

Nordkorea hatte zuletzt seine Nachbarländer durch den ersten Test einer atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete (ICBM) seit vier Jahren alarmiert. UN-Resolutionen verbieten dem weithin isolierten Land den Test von Raketen jeglichen Typs, die einen Atomsprengkopf tragen können. Die Langstreckenraketen Nordkoreas werden auch von den USA als große Bedrohung gesehen. (ck/dpa)

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