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Kim Il-sung Kim Jong-il
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Kim Il-sung und Kim Jong-il: Die Ahnen der Kim-Dynastie in Nordkorea führten von jeher ein strenges Regime, ihr Nachfolger Kim Jong-un führt ihr Erbe fort. (Symbolbild)

Wegen Verkauf von CDs und USB-Sticks

Nordkorea: Mann vor Augen seiner Familie hingerichtet

  • VonMirko Schmid
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In Nordkorea soll ein Mann vor den Augen seiner Familie hingerichtet worden sein, nachdem er illegal südkoreanische Inhalte auf USB-Sticks und CDs verkauft haben soll.

Wonsan - In der nordkoreanischen Provinz Gangwon soll ein Mann hingerichtet worden sein, der USB-Sticks und CDs mit südkoreanischen Filmen, Dramen und Musikvideos verkauft haben soll. Die südkoreanische Nachrichtenseite DailyNK berichtet unter Berufung auf eine Quelle in der Provinz von der Hinrichtung. Der Exekutierte sei gemäß dem Ende letzten Jahres eingeführten „anti-reaktionären Gedankengesetz“ angeordnet worden, nachdem der Mann zuvor als „antisozialistisches Element“ zum Tode verurteilt worden sei.

Der Mann, der den Nachnamen Lee getragen haben soll, soll als leitender Ingenieur bei der Wonsan Farming Management Commission gearbeitet haben. Er sei von der Tochter des Leiters seiner Volkseinheit (Inminban) beim heimlichen Verkauf der Speichermedien erwischt worden, worauf ihn jene gemeldet habe. Kurz darauf Sei Lee verhaftet worden.

Nordkorea: Mann soll vor 500 Menschen hingerichtet worden sein – darunter seine engste Familie

Am 25. April, ungefähr vierzig Tage nach seiner Verhaftung, sei Lee vor fünfhundert Menschen öffentlich hingerichtet worden, darunter Beamte der Stadt Wonsan und ihre Familien, sowie Lehrende und Studierende. Lees engster Familienkreis sei gezwungen worden, bei der Hinrichtung in der ersten Reihe zu stehen. Ein Erschießungskommando habe Lee schließlich vor rund 500 Menschen exekutiert.

NationNordkorea
HauptstadtPjöngjang
StaatschefKim Jong-un
StaatsformKommunistische Diktatur
Bevölkerung25,67 Millionen (Stand 2019)
KontinentAsien

Die DailyNK, die bevorzugt Exil-nordkoreanische Angestellte beschäftigt, gibt an, das offizielle Urteil vorliegen zu haben. Darin heißt es laut Angaben der Nachrichtenseite: „Dies war die erste Hinrichtung in der Provinz Gangwon wegen antisozialistischer Handlungen nach dem antireaktionären Gedankengesetz.“ Weiter heißt es, dass ein ähnliches Vergehen in der Vergangenheit das Arbeits- oder Umerziehungslager zur Folge gehabt hätte.

Begründung für die Verurteilung und Hinrichtung Lees in Nordkorea: „Antisozialistische Handlungen“

Es sei jedoch „ein schwerer Fehler“, für „antisozialistische Handlungen“ – wie es heißt – „leichte Strafen“ zu verteilen: „Solch ein reaktionäres Verhalten hilft Menschen, die versuchen, unseren Sozialismus zu zerstören. Reaktionäre sollten in unserer Gesellschaft nicht ohne Angst leben dürfen.“ Nachdem die örtlichen Behörden das Urteil verlesen hätten, seien zwölf Schüsse ertönt. Anschließend sei Lees lebloser Körper „in einen Strohsack gerollt und in eine Kiste geladen und dann irgendwohin gebracht“ worden.

Nordkorea und Kim Jong-un

Alle Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten Nordkorea-News und Kim-News.

Die Quelle der DailyNK berichtet weiter: „Die Nachbarn der Familie brachen in Tränen aus, als sie sahen, wie vier Sicherheitsleute Lees zusammengebrochene Frau aufhoben und sie wie ein Gepäckstück in einen Transporter warfen.“ Weiter heißt es: „Sie waren gezwungen, ihre Lippen zusammenzupressen und in sich hinein zu weinen. Dies gebot ihnen die Angst davor, sich selbst aufgrund ihres Mitgefühls für einen Reaktionär zu Kriminellen zu machen.“

In Nordkorea drohen 7 Jahre Haft, wenn „antisozialistische Handlungen“ nicht gemeldet werden

Die Quelle führt aus, dass es in Nordkorea unter Kim Jong-un inzwischen reiche, sich ein Video aus Südkorea anzusehen, um zu lebenslanger Haft oder dem Tode verurteilt zu werden. Außerdem drohten Haftstrafen von bis zu sieben Jahren, wenn „antisozialistisches“ Verhalten nicht gemeldet werde: „Die gesamte Bevölkerung zittert vor Angst.“ Zuletzt war bekannt geworden, dass Nordkorea Waisenkinder als „Freiwillige“ auf Großbaustellen und in Minen als De-facto-Arbeitssklaven einsetzt. (Mirko Schmid)

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