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Nordkorea: Schwester von Machthaber Kim droht Südkorea mit „Vernichtung“

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Von: Christian Stör

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Kim Yo Jong macht Südkorea für den Ausbruch der Corona-Pandemie in Nordkorea verantwortlich. Die Schwester des Machthabers Kim Jong-un deutet Vergeltung an.  

Pjöngjang – Kim Yo Jong war wieder mal in ihrem Element. Die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un machte das, wofür sie inzwischen in Nordkorea berühmt ist: Sie attackierte Südkorea in aller Schärfe.

Anlass war eine aus Sicht Nordkoreas eigentlich erfreuliche Veranstaltung. Bei einem nationalen Treffen zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie am Mittwoch (10. August) in Pjöngjang hatte Kim Jong Un Staatsmedien zufolge feierlich den Sieg im Kampf um die Ausmerzung des „neuen Coronavirus“ verkündet und das Virus in seinem Land für ausgerottet erklärt. Erst vor drei Monaten hatte das streng abgeschottete Land erstmals einen Corona-Ausbruch bestätigt.

Nordkorea: Kim Yo Jong attackiert Südkorea

Doch während Kim Jong Un offenbar eine positive Stimmung verbreitete und Seoul in seiner Ansprache nicht erwähnte, nutzte seine Schwester Kim Yo Jong die Gelegenheit, um die vermeintlichen Feinde Nordkoreas verbal anzugreifen.

Kim Yo Jong
Kim Yo Jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. © Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa

In einer wütenden Rede beschuldigte die engste Beraterin ihres Bruders die Regierung in Seoul, das Coronavirus in Nordkorea verbreitet zu haben. Gleichzeitig kündigte sie schärfste Vergeltung an. Schon im April hatte Kim Yo Jong dem Nachbarland mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht.

Nordkorea: Kim Yo Jong will Beamte in Südkorea „ausrotten“

Diesmal sprach sie davon, dass Nordkorea nicht nur das Coronavirus, sondern auch die Beamten der südkoreanischen Behörden „ausrotten“ werde, sollte Seoul seine Aktionen weiter fortsetzen. Dabei bezog sie sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA auf die „ungewöhnlichen Objekte“ südkoreanischer Herkunft, die sie für die Ausbreitung des Coronavirus in Nordkorea verantwortlich machte.

NameKim Yo Jong
Geburtstag26. September 1987 Pjöngjang
Amt in NordkoreaPropaganda-Beauftragte
AusbildungPrivatschule in der Schweiz
Studium in Nordkorea (Informatik)

Konkret warf sie der Regierung in Seoul vor, zuzulassen, dass Aktivisten riesige Gasballons, die mit Flugblättern gegen Pjöngjang gerichtet seien, aus Südkorea über die Grenze in Richtung Norden senden. Dadurch könne sich das Virus verbreiten. „Was zählt, ist die Tatsache, dass die südkoreanischen Marionetten noch immer Flugblätter und verunreinigte Objekte auf unser Territorium ausstoßen“, wurde Kim Yo Jong von den Staatsmedien zitiert. Zugleich deutete sie auch an, dass ihr Bruder selbst an Covid-19 erkrankt war. Er habe unter hohem Fieber gelitten.

Nordkorea: Fachleute zweifeln offizielle Corona-Zahlen an

Es war nach wie vor unklar, wie viele Corona-Infektionen es in Nordkorea tatsächlich gegeben hat. Nach offiziellen Angaben wurden seit Ende April fast 4,8 Millionen „Fieberfälle“ unter den fast 26 Millionen Einwohnern verzeichnet. Es habe 74 Todesopfer gegeben. Fachleute zweifeln die Zahlen jedoch an. (cs/dpa)

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