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Nordkorea: Kim Jong-un sucht Kontakt zu Wladimir Putin

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Von: Stefan Krieger

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Nordkorea und Russland führen Gespräche zur Wiederherstellung des durch Corona fast zum Stillstand gekommenen Handels.

Pjöngjang/Moskau - Wie das russische Ministerium für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis (MDFEA) am Dienstag (02.02.2022) mitteilte, haben Nordkorea und Russland Gespräche über eine „schrittweise Wiederaufnahme“ des bilateralen Handels geführt. Dieser war bedingt durch die Abschottung Nordkoreas wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren fast gänzlich zum Erliegen gekommen.

Wie das Portal „nknews“ berichtet, finden die laufenden Konsultationen zu einem Zeitpunkt statt, in dem Satellitenbilder darauf hindeuten, dass Nordkorea noch nicht mit der Nutzung eines neuen Güterbahnhofs an der Grenze zu Russland begonnen hat, der als Desinfektions- und Quarantäneeinrichtung für Importe dienen könnte. Nordkorea hatte im vergangenen Monat mit der Bearbeitung von Sendungen aus China in einer offenbar ähnlichen Einrichtung begonnen.

Handel zwischen Nordkorea und Russland stark eingebrochen

Der nordkoreanische Botschafter in Russland, Sin Hong Chol, und MDFEA-Minister Alexsey Chekunkov sprachen sich „angesichts der epidemiologischen Situation für eine schrittweise Wiederaufnahme der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen aus“, heißt es in dem Bericht des Ministeriums. Datum und Ort des Treffens wurden laut „nknews“ nicht bekannt gegeben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (li.) treibt die „schrittweise Wiederaufnahme“ des Handels mit Russland voran.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (li.) treibt die „schrittweise Wiederaufnahme“ des Handels mit Russland voran. © KCNA/rtr

Dem MDFEA-Bericht zufolge ist der Handel an der Grenze dramatisch eingebrochen. Schätzungen zufolge handelt es sich um einen Rückgang von 14,7 Millionen Dollar im Jahr 2020 auf nur noch 40.000 Dollar in den ersten elf Monaten des Jahres 2021.

„Die Pandemie hat die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Fernen Osten Russlands und Nordkorea beeinträchtigt“, sagte Chekunkov auf dem Treffen. „Jetzt müssen wir unsere Zusammenarbeit angesichts der neuen Herausforderungen ausbauen“.

Pjöngjang ändert Handelsgesetz

Nordkorea rüstete im Frühjahr 2021 zunächst einen Güterbahnhof an der Grenze zu Russland aus und baute zwischen September und Dezember weitere neue Bahnsteige und Lagerhallen. Seitdem scheint der Handel jedoch zum Erliegen gekommen zu sein, wie die Satellitenaufnahmen zeigen.

Berichten zufolge änderte Pjöngjang vergangene Woche auch sein Handelsgesetz, um „alle Handelsaktivitäten auszuweiten und zu entwickeln“, was möglicherweise darauf hindeutet, dass es trotz der Covid-19-Befürchtungen den Handel ausweiten will.

Der bilaterale Handel zwischen Russland und Nordkorea ist im Vergleich zu China, dem mit Abstand größten Handelspartner Pjöngjangs, seit jeher relativ gering. Fachleuten zufolge sieht Pjöngjang in Moskau jedoch einen mächtigen Verbündeten als Gegengewicht zu Peking und hat in den letzten Jahren versucht, regelmäßige Gespräche und grenzüberschreitende Projekte zu führen.

Nordkorea: Europäische Staaten verurteilen „provokative Handlungen“ von Kim Jong-un

Unterdessen haben Großbritannien, Frankreich und Deutschland die Reihe kürzlich erfolgter nordkoreanischer Raketentests verurteilt. Die „provokativen Handlungen“ des Machthabers Kim Jong-un „untergraben den Frieden und die Sicherheit und verstoßen eindeutig gegen mehrere einstimmig angenommene Resolutionen des UN-Sicherheitsrats“, erklärten die europäischen Staaten am Mittwoch (02.02.2022) in einer gemeinsamen Erklärung. Zuvor hatten die USA eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates für Donnerstag beantragt.

Hintergrund ist eine Reihe von sieben nordkoreanischen Raketentests seit Beginn des Jahres. Zuletzt hatte Pjöngjang am Sonntag (30.01.2022) eine Rakete vom Typ Hwasong-12 abgefeuert. Eine solch starke Waffe war seit 2017 nicht mehr abgeschossen worden.

Problematisch ist die Spaltung des UN-Sicherheitsrates: Die westlichen Staaten verurteilen Nordkoreas Atom- und Waffenprogramm, China agiert hingegen als Schutzmacht Nordkoreas. Zuletzt hatte der Sicherheitsrat 2017 Sanktionen gegen Nordkorea verabschiedet. (skr/afp)

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