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Nahost-Konflikt

So unterstützt Kim Jong-un die Hamas

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Die Eskalationen zwischen Israel und der Hamas geraten weiter außer Kontrolle. Bereits im Vorfeld zeigte Nordkorea klare Kante. Und die Zusammenarbeit hat Geschichte.

Pjöngjang/Gaza – Immer wieder sorgen neue Meldungen aus Nordkorea für Aufsehen. Und meist ist Machthaber Kim Jong Un der Auslöser. So etwa, als ein Schießbefehl „Schießt, um zu töten“ von Kim Jong Un publik wurde. Die Machenschaften, die jetzt an die Öffentlichkeit dringen, haben diesmal jedoch nichts mit dem Wirken des nordkoreanischen Diktators auf dem eigenen Grund und Boden zu tun. Stattdessen betreffen sie die palästinensische Hamas.

Mit seinem derzeitigen Vorgehen steht Kim Jong Un nicht alleine da. Denn bereits seit Jahren unterstützt Nordkorea verschiedenen palästinensische Bewegungen. Im Jahr 1988 hieß es aus Pjöngjang, das Land werde Palästina als legitime Autorität über sämtliche Regionen anerkannt – auch über Israel. Einzige Ausnahme sind die Golanhöhen. Außerdem wird Israel von Nordkorea als eine Marionette der USA angesehen. Doch es sind nicht alleine Worte, mit denen Nordkorea seine Unterstützung bekundet. Denn das Land lässt auch Taten folgen. Wie unter anderem aus Recherchen des südkoreanischen Nachrichtenportals NK News hervorgeht, gehen auch Waffenlieferungen von Nordkorea aus. Und zwar an keinen geringeren als die Hamas.

Nordkorea: Unterstützung der Hamas besteht bereits seit Langem

Bereits zur Zeit des Kalten Krieges unterstützte Nordkorea unter anderem die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Sogar der Anführer der Bewegung, George Habash, besuchte Pjöngjang, um von seinen Mitstreitern weitere Waffenhilfe zu erbitten. Auch der Kopf der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Yasser Arafat, machte seine Aufwartung. Als dieser dann im Jahr 1988 die Unabhängigkeit des Staates Palästina ausrief, ging die Kooperation wie gewohnt eng und militärisch weiter.

Kim Jong Un bei einer Militärübung. Verschiedene Quellen ziehen inzwischen parallelen zwischen Hamas und nordkoreanischen Waffen. (Archivbild)

Wie NK News weiter ausführt, ist diese Zusammenarbeit ungebrochen. Auch in den 2000er Jahren sollen weitere Waffen an palästinensische Gruppen geliefert worden sein. Wie das Magazin Time berichtet, wurde beispielsweise im Jahr 2009 ein Frachtflugzeug in Bankog festgehalten, das 35 Tonnen an Waffen aus Nordkorea an Bord hatte. Nach Angaben von offizieller Seite wird davon ausgegangen, dass die Waffen wahrscheinlich in den Iran und von dort an Hamas und Hizbolla gehen sollten.

Im Jahr 2014 berichtete The Telegraph von einem immensen Waffen-Geschäft zwischen der Hamas und Nordkorea. Demnach habe die Hammas für Waffen und Kommunikationsequipment mehrere Hunderttausend Dollar gezahlt. Auch sollen militante Gruppen im Gazastreifen im Tunnelbau instruiert worden sein.

Nordkorea: Kim Jong Uns Vorgehen hat für den Diktator gleich mehrere Vorteile

In einer Recherche der Analyst Stijn Mitzer zusammen mit Joost Oliemans wurden ebenfalls Waffenlieferungen an die Hamas nachverfolgt. Diese seien höchstwahrscheinlich durch ein elaboriertes Schmuggler-Netzwerk vom Sudan in den Gazastreifen transportiert worden, erklären Mitzer und Oliemans in einem Blogbeitrag. Laut ihnen werden unter anderem nordkoreanische Panzerabwehrraketen und Granaten mit Raketenantrieb in der Konfliktregion genutzt.

Derzeit ist unklar, inwieweit die Lieferungen durch die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie noch weiter aufrechterhalten werden können und welche Rolle nordkoreanische Waffen bei den derzeitigen Eskalationen zwischen Israel und der Hamas spielen. Doch klar ist, aus der Unterstützung der Hamas seitens Nordkorea, ergeben sich für Kim Jong Un und seine Anhänger gleich mehrere Vorteile. Zum einen schwemmen die Waffen- und Hilfsmittellieferungen viel Geld in die Staatskasse. Zum anderen hilft es dem Land, nicht noch weiter isoliert zu sein. Der von Donald Trump gepflegte Kommunikationsfaden in die USA ist abgerissen, Nordkorea verweigert nach Bidens „feindlicher Politik“ den Kontakt. Jetzt sucht sich Kim Jong Un andere Mitstreiter. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © STR / KCNA VIA KNS / AFP

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