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Atombomben und Raketen

Wie stellt sich Kim Jong-Un zu Joe Biden? Abwahl von Donald Trump verschlechtert Beziehungen zu Nordkorea

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Donald Trump hat sich um gute Beziehungen zu Nordkorea und Machthaber Kim Jong-Un bemüht. Wird die Lage jetzt wieder gefährlicher?

  • Unter Joe Biden könnten sich die Beziehungen der USA zur Nordkorea wieder verschlechtern.
  • Donald Trump hatte als US-Präsident auf bessere Beziehungen zu Kim Jong-Un gesetzt – ohne echten Erfolg.
  • Die Lage in Nordkorea ist schwer einzuschätzen, zuletzt hatten Naturkatastrophen das Land erschüttert.

Washington – Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lage in Nordkorea für viele vom Radar verschwunden. Fachleute sind sich allerdings sicher: 2021 könnte sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel wieder verschärfen. Grund ist auch die Abwahl von Doanld Trump.

Zu diesem Schluss kommt unter anderem das Council on Foreign Relations mit Sitz in den USA. Scott A. Snyder, Senior Fellow und Direktor des Programms für koreanisch-US-amerikanische Politik in der Denkfabrik, ist sogar der Ansicht, dass die Gefahr noch gewachsen ist: „Zwei Atomtests, unzählige Tests von Langstreckenraketen und drei Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong-Un später ist das Ausmaß und die Wahrscheinlichkeit, dass Nordkorea eine katastrophale Bedrohung für die nationalen Interessen der USA darstellt, größer als noch vor vier Jahren“, schreibt Snyder in einer Stellungnahme zu dem Bericht.

Nordkorea ist stark militarisiert. Die humanitäre Situation aber hat sich auch im vergangenen Jahr verschlechtert.

Keine verbesserten Beziehungen zwischen USA und Nordkorea durch Trump

Während der Präsidentschaft von Donald Trump gab es zwar mehrere Treffen zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un, die Beziehungen zwischen beiden Staaten haben sich aber kaum verändert. So ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Kim Joe Biden in dessen neuer Position so empfängt, wie er es bereits bei vorherigen US-Präsidenten, Chinas Machthaber Xi Jinping und Südkoreas Präsident Park Geun-hye getan hat. Nämlich, indem er Atomwaffen- oder Raketentests durchführt.

Erst vergangenen Monat hatte Kim Jong-Un die USA als „wichtigsten Hauptfeind“ von Nordkorea bezeichnet, auch unter dem neuen Präsidenten Joe Biden. Neben der seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 bestehenden Abneigung des kommunistischen Ein-Parteien-Staates gegen die Schutzmacht Südkoreas gibt es einige innenpolitische Faktoren, welche die Lage in Nordkorea verschärfen könnten. Neben der notorischen wirtschaftlichen Schwäche und den Gefahren durch die Corona-Pandemie tragen auch verschiedene Naturkatastrophen wie Überschwemmungen in Reisanbaugebieten zu einer gefährlichen humanitären Lage bei.

Zukunft von Kim Jong-Un und Nordkorea sind unklar

Wie sich der Führer des abgeschotteten Landes in Ostasien verhalten wird, ist jedoch nach wie vor völlig unklar. Ob es neue Raketentests in Nordkorea gibt und welche Folgen diese haben könnten, bleibt ebenso ungewiss, wie die tatsächliche Reichweite der Macht der Kim-Dynastie. Fachleute sind uneins, ob diese noch eine vierte Generation erreichen wird. Justin Hastings, Professor für Internationale Beziehungen an der University of Sydney, glaubt, dass ein Ende des Regimes in Sicht sein könnte, auch wenn es noch mehrere Jahrzehnte dauert. Aber eine vierte Kim-Generation nach Kim Il-Sung und Kim Jong-Il hält er nach eigener Aussage gegenüber dem „New Zealand Herald“ für unwahrscheinlich.

Anders schätzt Leonid Petrov vom International College of Management Sydney und der Australian National University die Lage in Nordkorea ein. Er sieht in der Kim-Familie ein Symbol der Stabilität. Auch die neue Regierung in den USA werde nicht viel an den Beziehungen zwischen beiden Staaten ändern. Zwar werde Joe Biden weder die Annäherung seines Amtsvorgängers Donald Trump fortsetzen, noch wird er auf extreme Sanktionen setzen. Unwägbar bleibt die Lage dennoch. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Kim Won Jin/afp

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