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Nordkorea: Kim Jong-un lässt atomwaffenfähige U-Boot-Rakete testen

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Von: Daniel Dillmann

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Menschen in Südkorea verfolgen den nächsten Raketentest aus Nordkorea.
Menschen in Südkorea verfolgen den nächsten Raketentest aus Nordkorea. © Ahn Young-Joon/dpa

Zum elften Mal dieses Jahr gibt es Meldungen über Raketentest in Nordkorea. Der jüngste soll strategisch besonders wichtig für das Regime von Kim Jong-un sein.

Seoul – Nordkorea lässt erneut die Muskeln spielen. Laut Angaben des südkoreanischen Militärs soll der Nachbarstaat eine U-Boot-Rakete getestet haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Rakete soll atomwaffenfähig sein und am frühen Samstagnachmittag vor der nordkoreanischen Stadt Sinpo aus dem Meer in Richtung Osten abgefeuert worden sein.

Laut Seoul soll das jüngste Objekt im Raketenarsenal von Staatschef Kim Jong-un eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete sein, die über eine nur kurze Reichweite verfüge. Ob die Rakete aber wirklich von einem U-Boot unter der Flagge Nordkoreas abgefeuert wurde, ist unklar. Möglich sei auch, dass sie von einer Unterwasserplattform gestartet sei.

Nordkorea testet U-Boot-Rakete

Denn bislang war die internationale Staatengemeinschaft davon ausgegangen, dass Nordkorea zwar über eine U-Boot-Flotte verfüge, diese aber zu alt sei, um sie mit Raketen atomarer Schlagkraft zu bestücken. Die Marine unter Kim Jong-un soll laut Informationen des Business Insider über 70 U-Boote verfügen. Dabei soll es sich um U-Boote der Klassen Sang-O, Sang-O II und Yono handeln. Nordkorea soll aber bereits seit längerem den Bau eines neuen U-Boots planen. Das neue Modell soll dann bis zu drei Raketen transportieren und abfeuern können.

U-Boot gestützte Raketen gelten als Waffen von besonderem strategischen Wert. Raketen, die von einem abgetauchten Trägerschiff abgefeuert werden, sind schwerer vom Gegner zu entdecken. Nordkoreas Nachbarland Südkorea gilt als das erste Land, das Raketen dieser Art entwickelt hatte.

Südkorea wirft Kim Jong-un provozierendes Verhalten vor

Die nun von Nordkorea getestete Rakete erreichte nach Angaben Südkoreas eine Flughöhe von rund 60 Kilometern und eine Reichweite von circa 600 Kilometern. Anschließend stürzte sie ins Japanische Meer.

Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat warf dem Regime von Machthaber Kim Jong-un vor, durch sein Verhalten die Sicherheit in der Region zu gefährden. Nordkorea hat bisher in diesem Jahr schon 15 Runden von Raketentests unternommen, darunter auch mindestens einen neuen Test einer Interkontinentalrakete (ICBM). (dil/dpa)

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