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Nordkoreakonflikt

Nordkorea: Diktator Kim Jong Un verleiht sich selbst neuen Titel

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Nordkorea will sein Atomprogramm weiter ausbauen. Gleichzeitig gibt Kim Jong Un sich selbst einen neuen Titel, um seine Macht weiter auszubauen.

  • Nordkorea: Kim Jong Un will Atomwaffenarsenal ausbauen. Kim Jong Un erklärt die USA als „größten Feind“.
  • Donald Trump: Kim Jong Un beschimpfte Joe Biden.
  • Nordkorea: Kim Jong Un verleiht sich selbst ein neues Amt, das Macht weiter ausbauen soll.

Update vom Montag, 11.01.2021, 15:49 Uhr: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat sich von seiner eigenen Partei den neuen Titel des „Generalsekretärs“ verleihen lassen. Bei einem Kongress der einzigen Partei von Nordkorea, der von ihm geführten Arbeiterpartei, wurde Kim Jong Un „einstimmig“ dieser Titel verliehen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag (11.01.2021). Alle Delegierten hätten darauf mit „stürmischen Applaus“ reagiert.

Nordkorea: Kim Jong Un verleiht sich selbst ein neues Amt - erneuter Machtausbau

Bislang hatte Kim Jong Un den Titel des „Vorsitzenden“ der Partei inne. Der neue Titel wird von Expert:innen als Maßnahme zur Stärkung von Kim Jong Uns Autorität gewertet. Den Titel des „Generalsekretärs“ hatte auch schon der Vater Kim Jong Uns inne, der im Jahr 2011 verstorbene Machthaber Kim Jong II.. Dieser behielt den Titel auch posthum.

Kim Jong Un war vor fünf Jahren zum Vorsitzenden der Arbeiterpartei in Nordkorea „gewählt“ worden. Damals habe Kim Jong Un ein Image angestrebt, das sich von dem seines Vaters unterschied, so Nordkorea-Expert:innen. Dazu sollte auch ein anderer Titel beitragen, sagt zum Beispiel der Forscher Ahn Chan Il vom Weltinstitut für Nordkorea-Studien in Seoul. Nun sehe es so aus, als wolle Kim Jong Un „die Verbindung zu seinem Vater“ betonen, um seine Machtposition „in schwieriger Zeit zu konsolidieren“.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un hat sich selbst ein neues Amt verliehen. (Symbolbild)

Donald Trump: Nordkorea setzte auf Annäherung zur USA und Donald Trump

Die Wirtschaft in Nordkorea leidet schwer unter den internationalen Sanktionen, die wegen des Atom- und Raketenprogramms gegen das Land ausgesprochen wurden. Die wirtschaftlichen Probleme Nordkoreas werden durch die Abschottungsmaßnahmen verschlimmert, die Nordkorea selbst betreibt und in der Corona-Pandemie noch verschärft wurden.

Kim Jong Un hatte zum Auftakt des Parteikongresses am vergangenen Mittwoch (06.11.2021) Fehler bei der Umsetzung des Fünf-Jahres-Plans für die Wirtschaft in Nordkorea eingeräumt. „Fast alle Bereiche“ seien „weit“ hinter den gesteckten Zielen zurückgeblieben. Selbstkritik ist für den Machthaber eher ungewöhnlich. Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump hatten in der Amtszeit von Donald Trump auf eine Annäherung gesetzt. Donald Trump und Kim Jong Un trafen sich drei Mal persönlich. Das letzte Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un fand im Februar 2019 in Hanoi statt und endete vorzeitig ohne eine Einigung.

Nordkorea: Spannungen zwischen USA und Nordkorea seit letztem Gipfeltreffen mit Donald Trump

Seit dem letzten Gipfeltreffen liegen die Verhandlungen zwischen USA und Pjöngjang über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea halten weiter an und verschärfen sich.
Am Samstag (09.01.2021) bezeichnete Kim Jong Un bei dem Kongress seiner Partei die USA als den „größten Feind“ von Nordkorea und kündigte eine Fortsetzung des Atom- und Raketenprogramms an. Diese Ankündigung kann als Botschaft an den künftigen US-Präsidenten Joe Biden verstanden werden.

NameDemokratische Volksrepublik Nordkorea
HauptstadtPjöngjang
Bevölkerungszahl25,55 Millionen (2018, Schätzung)
StaatsoberhauptEwiger Präsident: Kim II-sung, Oberster Führer: Kim Jong Un
StaatsformDiktatur

Nordkorea: Kim Jong Un will Atomwaffenarsenal ausbauen und erklärt USA als „größten Feind“

Erstmeldung vom Samstag, 09.01.2021, 9.00 Uhr: Pjöngjang - Vor dem Machtwechsel in den USA fordert Nordkoreas Diktator Kim Jong Un mit neuen Kampfansagen den künftigen US-Präsidenten Joe Biden heraus. Beim achten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang bezeichnete Kim Jong Un die USA als „größten Feind“ und kündigte den Ausbau des Atomwaffenarsenals an. „Die außenpolitischen Aktivitäten müssen sich darauf konzentrieren, die USA zu unterwerfen“, wurde Kim Jong Un am Samstag von den Staatsmedien zitiert. Den USA warf er erneut eine feindselige Politik vor.

Nordkorea und der Machtwechsel in den USA: Kim Jong Un macht den USA Kampfansage

Kim sagte in der ersten Stellungnahme des streng abgeschotteten Staates zum Wechsel der US-Präsidentschaft, er erwarte keine Änderung der Politik Washingtons gegenüber seinem Land. Das sei unabhängig davon, wer in den USA regiere. Biden wird am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt.

Nordkorea will Atomwaffenarsenal ausbauen.

Mit seinen Äußerungen dämpft Kim Jong Un vor dem Wechsel in Washington auch die Hoffnungen auf neue Impulse für die derzeit festgefahrenen Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm. Die Gespräche kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Kims mit dem abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Insgesamt hatte Kim Jong Un Trump drei Mal getroffen. Unter Bezugnahme auf die Treffen sagte Kim, die feindselige Politik der USA habe sich trotz der „Bemühungen“ Nordkoreas verschlimmert.

Nordkorea: Kim Jong Un hatte Donald Trumps Rivalen Joe Biden in der Vergangenheit beschimpft

Nordkorea hatte Trumps politischen Rivalen Joe Biden in der Vergangenheit mehrmals heftig beschimpft und ihn einen „tollwütigen Hund“ genannt. Biden hatte Kim mehrfach als Tyrannen bezeichnet. Auch kritisierte er die Art der Annäherung Trumps an die kommunistische Führung in Pjöngjang.

Kim Jong Un ging in seinem neunstündigen Bericht, den er Staatsmedien zufolge zwischen dem Kongressbeginn am Dienstag und Donnerstag vor Tausenden Delegierten vortrug, auf eine Reihe von Projekten ein, durch die die Streitkräfte gestärkt und das Atomwaffenarsenal einschließlich „Erstschlags-“ und „Vergeltungskapazitäten“ erweitert werden sollen. Er betonte erneut, Nordkorea werde seine Atomwaffen nicht einsetzen, solange „feindselige Kräfte“ nicht versuchten, das Land mit Nuklearwaffen anzugreifen.

Kim Jong Un: Nordkorea will Programm für Atomwaffen ausbauen

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen.
Kim forderte die Entwicklung taktischer Atomwaffen und von Interkontinentalraketen mit Feststoffantrieben. Auch müssten Spionagesatelliten und militärische Drohnen eingeführt werden. Nordkorea bereite jetzt den Test und die Produktion verschiedener Waffen einschließlich einer Rakete mit mehreren Sprengköpfen und „Überschall-Gleitflug-Sprengköpfen für einen neuen Typ ballistischer Raketen vor“, wurde Kim Jong Un weiter zitiert. Die Planungen für ein neues Atom-U-Boot seien nahezu abgeschlossen.

Nordkorea: USA sei der „größte Feind“ und müsse „unterworfen“ werden

Es gibt im Ausland die Befürchtung, Nordkorea könnte auch seine Atomtests wiederaufnehmen. Ende 2019 hatte Kim Jong Un erklärt, dass sich Pjöngjang grundsätzlich nicht mehr an sein Moratorium für Tests von Atombomben und Interkontinentalraketen gebunden sehe. Kim Jong Un habe in seinem Bericht beim Parteikongress unmissverständlich auf „taktische Nuklearwaffen“ Bezug genommen, schrieb der Experte Ankit Panda auf Twitter. Das könne „eine Rückkehr zu den Nukleartests andeuten“. Kim Jong Uns Bericht beschrieb er als „möglicherweise eine der wichtigsten Erklärungen Nordkoreas über seine geplante qualitative nukleare Modernisierung“.

Kim Jong Un sprach auch über einen neuen Fünf-Jahres-Entwicklungsplan, der bei dem Parteikongress verabschiedet werden sollte. Der Kern des Plans sei „die Selbstständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit“. Zum Auftakt des Kongresses hatte Kim Jong Un eingeräumt, die Ziele des alten, 2016 aufgestellten Fünf-Jahres-Plans seien nicht erfüllt worden. Formal ist der Kongress, der ursprünglich alle fünf Jahre stattfinden sollte, das wichtigste Gremium der Partei. Allerdings war der siebte Kongress im Mai 2016 der erste seit 36 Jahren gewesen. (Delia Friess mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © JUNG YEON-JE / afp

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