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Choe Son Hui (Mitte), Vizeaußenministerin von Nordkorea, hier auf dem Weg zu einem Vorbereitungsgespräch für ein Treffen mit Trump in Singapur, erklärt, Nordkorea habe aufgrund der „feindlichen Politik“ der US-Regierung keinerlei Interesse an Dialogen. (Archivfoto)
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Choe Son Hui (Mitte), Vizeaußenministerin von Nordkorea, erklärt, Nordkorea habe aufgrund der „feindlichen Politik“ der US-Regierung keinerlei Interesse an Dialogen. (Archivfoto)

Kontaktversuch der USA unerwünscht

Nordkorea lehnt Dialog mit USA ab - Biden soll zuerst die „feindliche Politik“ beenden

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Nordkorea will erst wieder mit den USA verhandeln, wenn die Regierung von US-Präsident Joe Biden Zugeständnisse macht. Auch die Denuklearisierung ist ein Thema.

  • Die Schwester von Kim Jong-un spricht heftige Warnungen an die USA aus. Jetzt werden auch Dialogversuche abgelehnt.
  • Joe Biden sowie die US-Regierung haben bislang noch keine konkreten Ziele für ihre Nordkorea-Politik formuliert.
  • Biden-News und Nordkorea-News: Alle Infos auf unseren Themenseiten.

Update von Donnerstag, 18.03.2021, 15.38 Uhr: Nachdem Kim Jong-uns Schwester, Kim Yo-jong, bereits heftige Warnungen gegenüber Joe Biden und den USA ausgesprochen hatte, werden nun auch weitere Dialogversuche der USA abgelehnt. Dies teilte die Nachrichtenagentur Agence France-Presse mit.

Vize-Außenministerin Choe Son Hui erklärte, Nordkorea wolle erst wieder mit den USA verhandeln, wenn die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden ihre „feindliche Politik“ gegen Pjöngjang beendet. Vom „neuen Regime“ in Washington seien bisher nur eine „verrückte Theorie von einer ‚Bedrohung aus Nordkorea“ und „gegenstandslose Phrasen von ‚vollständiger Denuklearisierung“ zu hören gewesen, erklärte Choe Son Hui laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Joe Biden und USA wollen atomare Abrüstung – Nordkorea spricht von „gegenstandslosen Phrasen“

Am Mittwoch (17.03.) waren US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und US-Außenminister Antony Blinken nach Seoul gereist. In den Beratungen mit ihren südkoreanischen Kollegen ging es unter anderem um Nordkorea. Der Sprecher des Pentagons sagte nach dem Treffen, die Politiker:innen hätten sich gemeinsam für eine „Denuklearisierung Nordkoreas“ ausgesprochen.

Nordkorea besteht darauf, dass es in politischen Verhandlungen nur um eine vollständige atomare Abrüstung gehen könne. Denn damit müsste auch der atomare Schutzschirm der USA über Südkorea abgezogen werden. Nordkorea verfügt im Gegensatz zu Südkorea über Atomwaffen – die USA haben aber in Südkorea 28.500 Soldat:innen stationiert.

Kim Jong-un und dessen Schwester Kim Yo-jong: Nordkorea droht den USA mit drastischen Worten.

Nordkorea: Kim Jong-uns Schwester droht Joe Biden und den USA

Erstmeldung vom 16. März 2021: Pjöngjang/Washington – Wie entwickelt sich die Beziehung zwischen den USA und Nordkorea unter US-Präsident Joe Biden? Vorgänger Donald Trump hatte mit spektakulär inszenierten Treffen versucht, das Verhältnis zu Kim Jong-un zu stabilisieren. Die neue US-Regierung hat ihre Nordkorea-Politik dagegen noch nicht formuliert.

Kurz vor dem Besuch von US-Außenminister Antony Blinken und Pentagon-Chef Lloyd Austin in Südkorea hat Nordkorea die USA eindringlich gewarnt – und deren gemeinsamen Militärübungen kritisiert. Kim Yo-jong, die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un, warf der US-Regierung in einer Erklärung vor, Ärger zu verursachen.

Nordkorea: Kim Jong-uns Schwester warnt Joe Biden und USA mit drastischen Worten

„Wir nutzen diese Gelegenheit, um die neue US-Regierung zu warnen, die sich bemüht, den Geruch von Schießpulver in unserem Land zu verbreiten“, sagte sie laut den staatlich kontrollierten Medien. „Wenn Sie die nächsten vier Jahre ruhig schlafen wollen, wäre es besser, nicht gleich zu Beginn für Arbeit zu sorgen, die Ihnen den Schlaf rauben wird.“

Die Bemühungen der Regierung von US-Präsident Joe Biden, mit der nordkoreanischen Führung um Kim Jong-un in Kontakt zu treten, blieben nach US-Angaben bislang erfolglos.

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas hatten in der vergangenen Woche ein Frühjahrsmanöver in reduziertem Umfang begonnen. Es dauert bis zum Donnerstag (18.03.2021). Die Kommandoübung, bei der Computersimulationen im Mittelpunkt stehen, umfasst keine Feldübungen. Auch wurde Angaben Südkoreas zufolge der Umfang des Manövers unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie und der Diplomatie im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm reduziert.

Nordkorea und Kim Jong-un sehen sich durch US-Übungen provoziert

Nordkorea sieht sich durch die regelmäßigen Militärübungen der USA mit Südkorea provoziert. „Kriegsübungen und Feindseligkeit können niemals mit Dialog und Zusammenarbeit zusammengehen“, hieß es in der Erklärung Kim Yo-jongs, die schon seit Jahren als wichtige Beraterin Kim Jong-uns gilt.

Auch drohte sie mit dem Rückzug Nordkoreas aus einem Militärabkommen mit Südkorea von 2018. Dem Nachbarland warf sie „feindseliges Verhalten“ vor. Das lasse Pjöngjang keine andere Wahl, als die Existenzberechtigung des für die innerkoreanischen Beziehungen zuständigen Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Landes infrage zu stellen. Die südkoreanische Regierung werde „am Ende ihrer Amtszeit schrecklich schmerzhaft und unruhig in die Zukunft blicken“, so Kim.

Die Koordinierung der Nordkorea-Politik ihrer Länder wird auch ein zentrales Thema bei den Gesprächen Blinkens und Austins mit der südkoreanischen Regierung sein. Beide US-Minister werden nach ihrem Besuch in Japan am Mittwoch (17.03.2021) in Seoul erwartet.

Pentagon-Chef Lloyd Austin (l) und US-Außenminister Antony Blinken (r) bei ihrem Treffen in Japan.

Nordkorea: Kein „aktiver Dialog“ zwischen Joe Biden und Kim Jong-un

Bei dem Treffen in Tokio sagten Blinken und Austin, die USA und Japan seien „entschlossen, mit der Herausforderung durch Nordkorea umzugehen.“ Dies gelte sowohl für dessen Nuklearprogramm als auch für Menschenrechtsverletzungen.

Es sei das Ziel, auf Diplomatie zu setzen und das „Risiko einer Eskalation“ zu senken, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, zuvor in Washington. Die Regierung habe aber bisher keine Antwort aus Pjöngjang bekommen. Es habe nun seit „gut einem Jahr“ trotz „mehrfacher“ Kontaktbemühungen keinen „aktiven Dialog“ mit Nordkorea mehr gegeben.

Experten der Vereinten Nationen berichteten im Februar, dass Nordkorea sein Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen trotz internationaler Sanktionen weiter vorantreibe. (Tim Vincent Dicke mit dpa)

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