Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Diktator mit Einsicht

Nordkorea: Kim Jong Un gibt Scheitern zu - Die „schlimmsten fünf Jahre unseres Landes“

Der wirtschaftliche Niedergang Nordkoreas hat Machthaber Kim Jong Un zu ungewöhnlichen Bekenntnissen bewegt.

  • Nordkorea leidet seit Jahren unter seiner wirtschaftlichen Krise.
  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte diesbezüglich wenig Einsicht gezeigt.
  • Das scheint sich auf einem Kongress der Arbeiterpartei geändert zu haben.

Pjöngjang - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Beginn eines neuen Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei wirtschaftspolitische Fehler eingeräumt. Die Ziele des 2016 aufgestellten Fünf-Jahres-Entwicklungsplans seien „in fast allen Bereichen bei weitem nicht erreicht worden“, sagte Kim in seiner Eröffnungsrede am Dienstag vor Tausenden Teilnehmern des achten Parteikongresses in Pjöngjang. Die staatlich kontrollierten Medien berichteten darüber am Mittwoch. Der mehrtägige Kongress ist die größte politische Versammlung des sozialistischen Landes seit fünf Jahren.

Kim Jong Un will mit Nordkorea einen „Sprung vorwärts“ machen

Kim versprach, die Partei werde einen neuen Weg finden, um einen „großen Sprung vorwärts“ zu machen. Wie der neue Weg genau aussehen soll, blieb zunächst offen. Es müsse verhindert werden, dass sich die „schmerzlichen Lektionen“ nicht wiederholten, betonte Kim, der einen Mao-Anzügen ähnlichen dunklen Anzug trug. Sein Land habe die „schlimmsten fünf Jahre unseres Landes“ erlebt.

Kim Jong Un räumt wirtschaftliche Fehler in Nordkorea ein.

Wegen seines Atomwaffenprogramms ist Nordkorea internationalen Sanktionen unterworfen, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes seit vielen Jahren hemmen. Beim Kongress sollen die Arbeit des Zentralkomitees der Partei überprüft und ein neuer Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre vorgelegt werden. Schon im August hatte die Partei Fehler bei der Umsetzung der bisherigen Entwicklungsstrategie eingestanden.

Nordkorea: Kim könnte neuen Kurs gegenüber USA ansteuern

Die Folgen von Naturkatastrophen einschließlich Überschwemmungen und Sturmschäden sowie der Coronavirus-Pandemie hatten dem streng abgeschotteten Land im vergangenen Jahr zusätzlich stark zugesetzt. Nordkorea hatte seine Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs schon früh dichtgemacht, was sich auch stark auf den Außenhandel auswirkte. Insbesondere der Handel mit China gilt als Lebensader des Landes.

Südkoreanische Medien spekulierten, dass Kim neben neuen wirtschaftspolitischen Richtlinien auch einen neuen Kurs gegenüber den USA und Südkorea ausgeben könnte. In seiner Eröffnungsrede erwähnte Kim keines der beiden Länder. Südkorea hoffe, dass der Parteikongress „eine Chance bietet, zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel und zum Fortschritt der innerkoreanischen Beziehungen beizutragen“, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Kim im Zentralkomitee mit „Hurra“-Rufen empfangen

Als Kim am Dienstagmorgen (Ortszeit) zusammen mit den Mitgliedern des Politbüros und des Zentralkomitees das Podium beim Kongress betrat, begrüßten den Berichten zufolge alle Teilnehmer den Machthaber mit stürmischen „Hurra-Rufen“. Trotz der eingestandenen Fehler sprach Kim in seiner Rede von „wunderbaren Siegen“, die das Land in den vergangenen fünf Jahren errungen habe, indem es seine Macht und sein globales Prestige gestärkt habe. Sowohl äußere wie innere Herausforderungen hätten Fortschritte behindert.

Kim lobte die Partei dafür, die Pandemie von der Bevölkerung ferngehalten und die Folgen der Naturkatastrophen bewältigt zu haben. Nordkorea ist eines der wenigen Länder, die bisher keinen einzigen Infektionsfall mit Sars-CoV-2 gemeldet haben. Bilder vom Kongress zeigten, dass die Teilnehmer dicht nebeneinander saßen und keine Schutzmaske gegen das Virus trugen. Laut Kim nehmen diesmal 4750 gewählte Delegierte - mehr als beim siebten Kongress - teil.

Formal ist der Kongress, der ursprünglich alle fünf Jahre abgehalten werden sollte, das wichtigste Gremium der Partei. Doch war der siebte Kongress im Mai 2016, der vier Tage dauerte, der erste seit 36 Jahren gewesen. Damals ließ sich Kim auf den neu geschaffenen Posten des Parteivorsitzenden wählen, womit er seine Position an der Spitze der Organisation gefestigt hat. (FR/dpa)

Rubriklistenbild: © -

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare