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Nordkorea: Kim Jong-un will Atomwaffenprogramm ausbauen

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Von: Sandra Kathe

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Mit weiteren Raketentests und einer Militärparade demonstriert Nordkoreas Diktator Kim Jong-un wieder einmal die „nationale Stärke“ seines Landes.

Pjöngjang – Bei einer Truppenschau zum 90. Gründungstag der Koreanischen Revolutionären Volksarmee (KPRA) am Montag (25. April) hat Nordkoreas Diktator Kim Jong-un schwere Waffen auffahren lassen und in einer Rede die Stärkung des Atomwaffenprogramm seines Landes angekündigt. Demnach wolle der Machthaber des sozialistischen Staats den Ausbau der Atomstreitkräfte in Nordkorea beschleunigen und ihren Zweck nicht auf die Abschreckung begrenzen.

Die Nuklearstreitkräfte des isolierten und völlig verarmten Landes bezeichnete Kim als „Symbol unserer nationalen Stärke und Kern unserer militärischen Macht“. Sie müssten in Umfang und Qualität verstärkt werden und jederzeit einsatzbereit sein, zitierten die Staatsmedien aus der Rede des Diktators. Darum sei das Ziel, das Nuklearwaffenprogramm mit „größtmöglicher Geschwindigkeit“ weiterzuentwickeln.

Atomwaffenprogramm in Nordkorea: Militär soll nicht auf Abschreckung beschränkt sein

So sei die grundlegende Aufgabe der Atomwaffen Nordkoreas die Kriegsabschreckung, sagte Kim. Sie könnten darauf allerdings nicht beschränkt bleiben: „Sollten irgendwelche Kräfte versuchen, die fundamentalen Interessen unseres Staats zu verletzen, müssen unsere Nuklearstreitkräfte ihre unerwartete zweite Aufgabe entschieden durchführen.“ Beobachter interpretieren diese Aussage Kims als mögliche Erweiterung der nuklearen Einsatzdoktrin.

Bei einer Militärparade am Montagabend fuhr die Staatsführung Nordkoreas unter Kim Jong-un schweres Gerät auf.
Bei einer Militärparade am Montagabend fuhr die Staatsführung Nordkoreas unter Kim Jong-un schweres Gerät auf. © STR/AFP

Als Vorbild für Nordkoreas „Nuklearrhetorik“ könne auch ein kürzlich publiziertes US-Datenblatt gedient haben, deutete Nordkorea-Experte Joshua Pollack vom US-amerikanischen Middlebury-Institut für internationale Studien in einer Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Pollack verwies dabei auf den Bericht zur Überprüfung der Kernwaffenpolitik vom März 2022, worin von den „vitalen Interessen der USA oder ihren Alliierten und Partnern“ die Rede ist, die unter extremen Umständen auch mit Atomwaffeneinsatz verteidigt werden müssten.

Nordkorea: Verbotene Raketentests sollen womöglich Druck auf die USA verstärken

Zu den Waffen aus Nordkoreas Militärprogramm, die bei der Truppenschau aufgefahren wurden, zählten auch taktische und strategische Waffen, einschließlich der größten nordkoreanischen Interkontinentalrakete (ICBM) vom Typ Hwasongpho-17 vorgeführt. Diese hatte Nordkorea eigenen Angaben zufolge am 24. März 2022 getestet, was durch das südkoreanische Militär bislang angezweifelt worden war.

Die Militärparade Nordkoreas erfolgte in einer Zeit größerer Unsicherheit in der Region. Nordkorea hat in diesem Jahr bereits mehrfach Raketen getestet, die einen Atomsprengkopf tragen können, was UN-Resolutionen dem Land ausdrücklich verbieten. Fachleute vermuten, dass Pjöngjang mit den Tests auch den Druck auf die USA verstärken will. Ihre Verhandlungen mit Nordkorea über sein Atomprogramm kommen seit mehr als drei Jahren nicht mehr voran. (ska/dpa)

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