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Der Machthaber Nordkoreas, Kim Jong-un, inspiziert die Baustelle eines Touristenresorts in Nordkorea. (Archivbild)
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Der Machthaber Nordkoreas, Kim Jong-un, inspiziert die Baustelle eines Touristenresorts in Nordkorea. (Archivbild)

Alte Anlage „schäbig“

Luxus-Urlaub in Nordkorea: Kim Jong-un plant Mega-Ressort - dahinter steckt bizarre Idee

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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In Nordkorea soll ein Resort für Touristen auf Luxusniveau errichtet werden, Kim Jong-un will „die ganze Welt neidisch machen“. Doch was plant der Diktator wirklich?

  • Im Diamantgebirge in Nordkorea wird ein Touristenresort geplant, ein „All inclusive“-Angebot soll es geben.
  • Die alte Anlage bezeichnet Kim Jong-un als „schäbig“.
  • Experten bezweifeln die offizielle Absicht des diktatorischen Regimes.

Pjöngjang/Seoul – Kim Jong-un träumt von einem Luxusresort: Nordkorea will den Touristenkomplex am Diamantgebirge aufpolieren und schick machen. Das Gebiet am Kumgang-Berg solle zu einem internationalen Touristen-Magneten ausgebaut werden, hieß es am Sonntag (20.12.2020) in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Touristenanlage in Nordkorea: Eigentlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Süden

Eigentlich sollten die Touristenanlagen ein Paradebeispiel für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea werden. Die Bebauung wurde so zunächst durch das Unternehmen Hyundai Asan, eine Filiale des südkoreanischen Hyundai-Konzerns, sichergestellt. Das Ziel bestand darin, hunderttausende Südkoreaner zu einem Besuch der Touristenanlage zu verlocken, die nahe an der Grenze zwischen beiden Staaten liegt.

Doch im vergangenen Jahr, in einer Phase der Spannungen zwischen den Regierungen in Seoul und Pjöngjang, bezeichnete Kim Jong-un die entstandenen Gebäude als Schandfleck, die dortigen Einrichtungen seien „schäbig“ und gebaut wie „behelfsmäßige Zelte in einem Katastrophengebiet“.

Kim Jong-un will alte Anlage abreißen und Nordkorea „die ganze Welt neidisch machen“

Kim Jong-un veranlasste den Abriss der errichteten Bauten. Doch zu diesem drastischen Schritt kam es nicht, Nordkorea verschob im Januar aufgrund der Corona-Pandemie die Abrisspläne, meldete die US-Nachrichtenagentur AP.

Laut einem KCNA-Bericht begab sich der nordkoreanische Regierungschef Kim Tok Hun nun in die Region, um die „Notwendigkeit“ zu unterstreichen, die Touristenanlage „nach unserer Art“ neu anzulegen. Sie solle damit zu einem Touristenkomplex werden, der „die ganze Welt neidisch macht“. Er rief zudem dazu auf, die Umwandlung des Gebietes in ein „modernes und internationales All-Inclusive-Touristenresort“ voranzutreiben, hieß es weiter. Nach derzeitigen Plänen soll neben der Anlage ein Golfplatz errichtet werden.

Der Kumgang-Berg wurde von zahlreichen Südkoreanern besucht, bis 2008 ein nordkoreanischer Soldat eine Frau erschoss, die von den erlaubten Wegen abgewichen war. Seit dem Zeitpunkt wurden die Besuche von Südkorea unterbunden.

Touristenverbot ist Nordkorea Dorn im Auge

Das südkoreanische Verbot ist Pjöngjang ein Dorn im Auge. Vor der Pandemie beherbergte Nordkorea zwar auch chinesische Touristen in dem Resort, doch die Anlage liegt Hunderte Kilometer von der Grenze zu China entfernt. Die schlechte Verkehrsanbindung macht es schwierig, eine große Anzahl Touristen aus dem Riesenreich dorthin zu bringen.

Die isolierte Diktatur wollte die lukrativen Touristenbesuche mit dem Süden schon lange wieder aufnehmen, diese würden nun aber gegen Sanktionen verstoßen, welche die internationale Staatengemeinschaft aufgrund des Atomwaffenwaffenprogramms verhängt hatte.

Nordkorea: Geht es Kim Jong-un wirklich um Touristen?

Doch geht es Kim Jong-un wirklich um Besucher aus dem Ausland? Leif-Eric Easley, Professor an der Ewha-Universität in Seoul, sagte AP, der Zeitpunkt von Pjöngjangs Verlautbarung zur Anlage habe weniger mit Tourismus zu tun, es gehe vielmehr um Politik. „Indem Nordkorea Seouls Hoffnungen auf ein Gemeinschaftsprojekt aufs Spiel setzt“, übe das Regime Druck aus. Letztendlich wolle Kim nur einen Weg finden, finanzielle Leistungen aus Südkorea zu bekommen, so der Professor. (Tim Vincent Dicke mit AFP)

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