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Korea

Macht von Kim Jong Un in Nordkorea schwindet – hochrangiger Diplomat flüchtet

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Der ehemalige nordkoreanische Botschafter in Kuwait soll nach Medienberichten bereits vergangenes Jahr nach Südkorea geflüchtet sein.

  • Schon vor der Coronavirus-Pandemie flohen aus Nordkorea so gut wie jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung.
  • Nach Medienberichten soll sich auch ein hoher Funktionär nach Südkorea abgesetzt haben.
  • Es ist möglich, dass Kim Jong Un seine Unterstützer auf hochrangiger Ebene verliert.

Pjöngjang – Ein weiterer früherer hochrangiger Diplomat Nordkoreas, der seinem abgeschotteten Heimatland den Rücken gekehrt hat, lebt Medienberichten zufolge mittlerweile in Südkorea. Der ehemalige Geschäftsträger der nordkoreanischen Botschaft in Kuwait, Ryu Hyun Woo, sei bereits vor zwei Jahren mit seiner Familie in Südkorea eingereist, berichteten am Montag übereinstimmend südkoreanische Sender und Zeitungen unter Berufung auf Informanten. Weder der Geheimdienst noch das für die Beziehungen zu Nordkorea zuständige Vereinigungsministerium in Seoul bestätigten die Berichte.

Ryu Hyun Woo hatte die nordkoreanische Botschaft in Kuwait geleitet, seit der frühere Botschafter So Chang Sik ausgewiesen wurde. Wann Ryu soll beschlossen hat sich abzusetzen, ging aus den Berichten nicht hervor. Kuwait war eine wichtige Devisenquelle für Pjöngjang, das Tausende von Arbeitern dorthin schickte, hauptsächlich für Bauprojekte. Ryu soll sich zu diesem Schritt aus Sorge um die Zukunft seiner Kinder entschieden haben, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunksender KBS. Ryu war demnach nur wenige Monate nach der Ankunft des geflüchteten ehemaligen kommissarischen Botschafters Nordkoreas in Italien, Jo Song Gil, ebenfalls nach Südkorea gekommen.

Nordkorea: Ryu eine wichtige Figur innerhalb „der politischen Elite“

Ryu sei eine wichtige Figur innerhalb „der politischen Elite Pjöngjangs“ gewesen, zitierte die Zeitung „The Korea Herald“ den ebenfalls aus Nordkorea stammenden Oppositionsabgeordneten Thae Yong Ho, der sich 2016 nach Südkorea abgesetzt hatte. Thae war früher Vize-Botschafter in London. Ryus Flucht könne ein Beleg dafür sein, dass „Machthaber Kim (Jong Un) seine Unterstützungsbasis auf hochrangiger Ebene verliert“. Ryus Schwiegervater war laut der Zeitung für die Finanzen des Machthabers zuständig.

Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un auf dem achten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei. 

Tae teilte der Nachrichtenagentur „Reuters“ mit, dass das Wissen und die Erfahrungen, die er als Diplomat gesammelt hatte, den Entschluss seiner Familie zur Flucht gefördert hatten. Er entschloss sich zu fliehen, um seinen Kindern „Freiheit zu geben“, und forderte andere Staatsangestellte auf, diesem Beispiel zu folgen. „Ich möchte meinen Kollegen auf der ganzen Welt und den nordkoreanischen Eliten mitteilen, dass es eine Alternative zu Nordkorea gibt und die Tür offen steht“, sagte Tae in einem Interview.

Vor der Coronavirus-Pandemie flohen aus Nordkorea so gut wie jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen über dritte Länder nach Südkorea. Berichte über die Flucht von hochrangigen nordkoreanischen Regierungsbeamten sind eher selten. (skr mit dpa)

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