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Nordkorea: Kim Jong-un feiert seinen Vater – ohne Militärparade 

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Von: Stefan Krieger

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Nordkorea feiert den Geburtstag des verstorbenen Staatschefs Kim Jong Il. Machthaber Kim Jong-un verzichtet dabei auf eine Militärparade.

Samjiyon – Immer wieder gab es zuletzt im Ausland Spekulationen, Nordkorea könnte den Geburtstag Kim Jong Ils als Anlass für eine Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang nutzen. Darüber gab es bislang aber aus dem abgeschotteten Staat keine Berichte. Die Führung des weithin isolierten Landes nimmt oft wichtige Feier- oder Gedenktage zum Anlass, um Stärke zu demonstrieren.

Die Staatsführung von Nordkorea hat nun den 80. Geburtstag des verstorbenen Vaters von Machthaber Kim Jong-un gefeiert, allerdings nicht in Pjöngjang. Anstatt einer Militärparade in der Hauptstadt wurde ein offizieller Festakt in der Stadt Samjiyon abgehalten, wie nordkoreanische Staatsmedien berichteten.

Kim Jong-un will erneut Atom- und Langstreckenraketen testen

Samjiyon liegt nahe dem Paektu-Berg, der laut staatlicher Propaganda als Geburtsort von Kim Jong Il gilt. Die diesjährige Feier seines Geburtstags fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea hat seit Jahresbeginn sieben große Raketentests ausgeführt. Kim hat zudem angedeutet, bald erneut Atom- und Langstreckenraketen testen zu wollen.

Die Statuen des verstorbenen Führer Kim Il Sung (l) und Kim Jong Il. Der ehemalige Machthaber starb 2011.
Die Statuen des verstorbenen Führer Kim Il Sung (l) und Kim Jong Il. Der ehemalige Machthaber starb 2011. © Jon Chol Jin/dpa

Kim nahm mit anderen ranghohen Regierungsvertretern an der Zeremonie teil, die bei Minusgraden vor einer riesigen Statue des verstorbenen Machthabers stattfand. Der Geburtstag von Kim Jong Il wird in dem abgeschotteten Land als „Tag des leuchtenden Sterns“ bezeichnet. Die Massenkundgebung vor einer überlebensgroßen Statue Kim Jong Ils fand nach Berichten von nordkoreanischen Staatsmedien bereits am Dienstag (15.02.2022) statt, einen Tag vor seinem Geburtstag. Neben seinem Nachfolger Kim Jong-un hätten andere Funktionäre der Arbeiterpartei und der Regierung sowie Militärs daran teilgenommen.

Nordkorea: Keine Militärparade, aber wohl bald neue Waffentests

Dem Ort der Feierlichkeiten kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Berg Paektu wird von Süd- wie Nordkoreanern als heiliger Berg verehrt. Im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt der 2750 Meter hohe Vulkan darüber hinaus als Symbol der Herrscherfamilie. Die Kim-Dynastie ist bereits seit mehr als 70 Jahren in dem verarmten, aber hochgerüsteten Staat an der Macht. Als Kim Jong-un Ende 2011 die Ämter seines Vaters übernahm, ging auch der Personenkult um seinen Großvater Kim Il Sung und dessen Sohn Kim Jong Il auf ihn über.

Einige Experten hatten damit gerechnet, dass Kim Jong-un die Feierlichkeiten für eine große Militärparade nutzen würde. Sie halten es auch für möglich, dass der Machthaber anlässlich des Geburtstags seines Großvaters Kim Il Sung am 15. April einen neuen Waffentest vornehmen könnte. (skr mit AFP/dpa)

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