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Unfähigkeit

Nordkorea: Kim Jong-un attackiert eigene Regierung – und zieht Konsequenzen

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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Kim Jong-un wirft der eigenen Regierung Unfähigkeit vor, das Land aus der Krise zu holen. Nicht nur wirtschaftlich steht Nordkorea vor dem Ruin.

  • Nordkorea: Kim Jong-un attackiert die eigene Regierung und entlässt einen hochrangigen Mitarbeiter.
  • Unter Machthaber Kim Jong-un steuert Nordkorea auf eine Katastrophe zu. Die Corona-Krise verschlimmert die Lage zusätzlich.
  • Die diplomatischen Bemühungen von Kim Jong-un sind gescheitert. In Nordkorea droht zudem die nächste Hungersnot.

+++ Update vom 14.02.2021, 07.45 Uhr: Der oberste Machthaber Nordkoreas, Kim Jong-un, hat auf die wirtschaftliche Talfahrt des Landes reagiert und einen hochrangigen Regierungsmitarbeiter entlassen. Wie staatliche Medien aus Nordkorea berichten, war der gefeuerte Mitarbeiter mit der wirtschaftlichen Erneuerung des Landes betraut gewesen. Er habe es aber verpasst, neue Ideen zu entwickeln, die das Land aus der wirtschaftlichen Misere führen könnten.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Aljazeera hatte Kim Jong-un den nun gefeuerten Wirtschaftsberater erst vor einem Monat eingestellt. Der personelle Abgang symbolisiert die desaströse Lage, in der sich Nordkorea derzeit befindet. Die Ökonomie liegt am Boden, die diplomatischen Bemühungen, das Verhältnis insbesondere zu den USA zu verbessern, sind vorerst gescheitert. Aufgrund einer ganzen Reihe an Naturkatastrophen droht dem Land zudem eine Hungersnot. Die Grenzkontrollen werden aufgrund der Corona-Krise, die auch Nordkorea erfasst hat, noch stärker kontrolliert als in dem abgeschottenen Land sonst üblich.

Aufgrund der wirtschaftlichen Talfahrt von Nordkorea soll Kim Jong-un Konsequenzen gezogen und ein Regierungsmitglied entlassen haben.

Nordkorea – Kim Jong-un wettert gegen seine eigene Regierung

Erstmeldung vom 12.02.2021, 14.15 Uhr: Pjöngjang – Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, hat seiner Regierung öffentlich Unfähigkeit und Inkompetenz vorgeworfen. Grund für das Missfallen sind die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme des diktatorisch regierten Landes in Ostasien. Staatsmedien berichteten am Freitag (12.02.2021), es gebe laut Kim einen Mangel an Innovation und intelligenter Strategien bei der Ausarbeitung des Fünf-Jahres-Plans für die Wirtschaft.

Kim Jong-un kritisiert seine eigene Regierung scharf – sie sei unfähig.

Seinem Kabinett warf er in diesem Zuge vor, dass sie Programme ausarbeiten, die keine wesentlichen Fortschritte gegenüber früheren Vorhaben zeigen. Medienberichten zufolge sagte Kim Jong-un auf der viertägigen Plenarsitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei: „Die Pläne spiegelten die Ideologie und Richtlinien der Partei nicht genau wider und ließen innovative Einsichten und kluge Strategien vermissen.“ Das Kabinett habe es des Weiteren nicht geschafft, „eine führende Rolle zu spielen, um die Pläne für die wichtigsten wirtschaftlichen Bereiche auszuarbeiten“, so Kim.

Kim Jong-un kritisiert Nordkoreas Kabinett scharf – Inkompetenz bei wirtschaftlichen Problemen

Die diesjährigen Ziele zur Durchsetzung eines Fünf-Jahres-Entwicklungsplans standen im Zentrum des bis Donnerstag (11.02.2021) andauernden Berichts, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Dieser Plan ist erst im Januar diesen Jahres entwickelt worden. Kim hatte damals eingeräumt, dass die Ziele des alten, 2016 erarbeiteten Fünf-Jahres-Planes nicht erfüllt worden seien. Bei seiner Neujahrsrede hieß es, der Plan sei „in fast allen Bereichen“ verfehlt worden.

Kim Jong-un wettert derzeit gegen die eigene Regierung in Nordkorea. (Archivfoto)

Kim warf nun den Berichten zufolge dem Kabinett vor, lediglich Zahlen der Ministerien zusammengestellt zu haben. Während es die Ziele für die Agrarproduktion in diesem Jahr unrealistisch hoch angesetzt habe, seien die Quoten für die Stromproduktion zu niedrig. Kim unterstellte dem Kabinett, es wolle damit Kritik am Ende des Jahres vermeiden, sollten die Ziele nicht erfüllt werden.

Nordkorea: Handel zu China leidet massiv unter der Corona-Pandemie

Verschiedene Medien zitieren die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, wonach Kim dazu aufrief, die heimische Produktion von Gütern und Materialien zu erhöhen. Der wohl größte Grund dafür ist, dass aufgrund von Naturkatastrophen und der Corona-Pandemie der Handel des Landes stark zurückgegangen ist. Allein der Handel mit China, der für das ansonsten stark abgeschottete Land extrem wichtig ist, brach um mehr als 80 Prozent ein. Das bilaterale Handelsvolumen habe 2020 bei 539,1 Millionen Dollar (444,5 Millionen Euro) gelegen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf chinesische Zolldaten.

Weitere Themenpunkte auf der tagelangen Plenarsitzung waren Kims Vision für innerkoreanische Angelegenheiten, die Beziehungen zu anderen Ländern sowie Personalfragen und Parteiregeln.

Kürzlich floh ein hochrangiger nordkoreanischer Diplomat nach Südkorea – Kim Jong uns Macht schwindet. (Sandra Böhm mit dpa)

Rubriklistenbild: © KCNA via www.imago-images.de

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