Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nordkorea

Cyberangriffe aus Nordkorea – Hersteller von Corona-Impfstoffen geraten in das Visier von Kim Jong Un

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
    schließen

Offiziell gibt es das Coronavirus im Land nicht. Trotzdem warnt der deutsche Verfassungsschutz vor Cyberangriffen aus Nordkorea auf Impfstoffhersteller.

  • Nordkorea: Obwohl es offiziell kein Coronavirus in Nordkorea gibt, warnt Deutschland vor Cyberangriffen auf Impfstoffhersteller.
  • Kim Jong Un: Während Nordkoreas Diktator Kim Jong Un protzige Militärparaden abhält, hungert die Bevölkerung.
  • Nordkorea soll außerdem das am stärksten von Naturkatastrophen betroffene Land in Asien sein.

Pjöngjang – Nordkorea gilt als ein sehr abgeschottetes Land. Und dennoch dringen zuweilen Informationen nach außen, die Aufschluss über den Lebensalltag der Menschen in Nordkorea unter der Herrschaft des Diktators Kim Jong Un geben. Während Kim Jong-Un regelmäßige, protzige Militärparaden veranstaltet, sich selbst Titel verleiht und sich beim Reiten oder Begutachten von Raketen ablichten lässt, sollen viele Nordkoreaner:innen unter den internationalen Sanktionen gegen das Land leiden.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist Nordkorea noch abgeschotteter als zuvor. Die Grenzen zu China unterliegen beispielsweise einer noch stärkeren Kontrolle. Offiziell gibt es das Coronavirus in Nordkorea nicht, wie die Schwester von Kim Jong Un im Dezember 2020 mitteilte. Ein Corona-Fall, der bekannt wurde, soll von einem zuvor nach Südkorea geflüchteten Nordkoreaner, der zurückkehrte, eingeschleppt worden sein, berichtete Nordkoreas Propaganda-Apparat.

Nordkorea: Deutscher Verfassungsschutz warnt vor Cyberattacken auf Impfstoffhersteller

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) registriert zunehmend Cyberangriffe aus Nordkorea auf Hersteller von Corona-Impfstoffen wie BioNtech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca. Erkenntnisse zeigen laut Behördenangaben, „dass Nordkorea  bislang auf den Rüstungsbereich ausgerichtete Cyberaktivitäten nunmehr auf den Bereich Biotechnologie und hier besonders auf die Impfstoffentwicklung und -herstellung fokussiert“. Darüber berichtete zunächst das „Handelsblatt“ am Montag (25.01.2021).

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un soll nach Informationen des Bundesverfassungsschutzes Cyberangriffe auf Impfstoffhersteller gestartet haben.

Seit Jahren wird auch über Lebensmittelknappheit und Hungersnöten in der kommunistischen Diktatur berichtet. Obwohl es wenig Informationen oder Daten über die Bevölkerung Nordkoreas, wie beispielsweise über ihre Gesundheit oder den Zugang zu Lebensmitteln, gibt, gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass 45 Prozent der Nordkoreaner:innen zwischen den Jahren 2017 und 2019 nicht genug zu essen hatten.

Nordkorea: Menschen sollen unter Lebensmittelmangel und Hungersnöten leiden

Was das Leben der Nordkoreaner:innen noch weiter erschweren soll, sind Umweltkatastrophen und ihre Folgen. Laut einem Report von „The Asian Disaster Reduction Center (ADRC)“, einer Organisation, die auch mit den UN zusammenarbeitet, sei Nordkorea das Land, das im Jahr 2019 am stärksten von Naturkatastrophen betroffen gewesen sei. Vier von zehn Nordkoreaner:innen litten darunter, so die „ADRC“.

Bei dem Taifun Lingling im Jahr 2019 seien 30.000 Nordkoreaner:innen zu Schaden gekommen, fünf Menschen seien gestorben. Auch die durch internationale Sanktionen ohnehin schon gebeutelte Industrie Nordkoreas werde durch Umweltkatastrophen beeinträchtigt, so der Report. Durch Überschwemmungen seien Minen geflutet und Transporte gestoppt worden.

Nordkorea: Dürren, Taifune, Überschwemmungen - Menschen leiden unter Naturkatastrophen

395 von 1000 Menschen in Nordkorea hätten 2019 außerdem unter einer Dürre gelitten. Medienberichten zufolge soll sich die Lebensmittelknappheit in Nordkorea im vergangenen Jahr so zugespitzt haben, dass die nordkoreanische Bevölkerung von Diktator Kim Jong Un gezwungen worden sei, ihre Haustiere abzugeben. Angeblich sollen Haustiere wie Katzen und Hunde von der nordkoreanischen Regierung zu Lebensmitteln verarbeitet oder direkt an Zoos und Restaurants geliefert worden sein.

Das Leid seiner Bevölkerung hindert den Diktator offenbar nicht daran, sein Waffenarsenal weiter auszubauen, wie erst im Januar bekannt wurde. Kim Jong Un strebt seit Jahren an, Atomwaffen zu erwerben oder zu bauen. Dies hatte verstärkte Konflikte mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zur Folge. Ein letztes Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un im Februar 2019 in Hanoi endete vorzeitig ohne eine Einigung. Trump war durch Drohungen an Nordkorea auf seinem Twitter-Account in die Kritik geraten. Kim Jong Un hatte trotz des neuen US-Präsidenten Joe Biden die USA kürzlich als größten Feind bezeichnet.

Bei einem Kongress Anfang 2021 hatte Kim Jong Un jedoch auch eingeräumt, dass die Wirtschaft in fast allen Bereichen hinter den Zielen zurückgeblieben sei. Kim Jong Un kündigte deshalb einen 5-Punkte-Plan zur Erholung der Wirtschaft an. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/KCNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare