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Die jüngere Schwester von Kim Jong-un, Kim Yo-jong, gilt als politisch einflussreich
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Die jüngere Schwester von Kim Jong-un, Kim Yo-jong, gilt als politisch einflussreich und rechte Hand des Machthabers - ob sie seine Rolle einmal übernehmen kann, gilt dennoch als fraglich.

Machtdynastie in Nordkorea

Nordkorea: Kim Jong-uns Bruder verschwunden - wer beerbt jetzt den Diktator?

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Immer wieder sorgt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit monatelangem Verschwinden für Aufregung - doch wer würde im Fall der Fälle die Macht übernehmen?

Pjöngjang - Um Nordkoreas Machtdynastie Kim ranken sich viele Geheimnisse. Nicht nur, weil Oberhäupter der Familie seit Jahrzehnten als Diktatoren die Geschicke in Nordkorea beherrschen, sondern auch, weil sich nicht selten Dramen um die Machtnachfolge abspielen. So wurde etwa der ältere Halbbruder von Machthaber Kim Jong-un erst lange Zeit als potenzieller Nachfolger des gemeinsamen Vaters und damaligen Staatsführers Kim Jong-il gehandelt, dann ins Exil geschickt und letztlich unter mysteriösen Umständen mit einem Nervengift ermordet.

Von Kim Jong-uns Geschwistern kommen deshalb nur noch zwei für eine potenzielle Nachfolge des seit 2011 herrschenden Diktators in Frage - gelten aber beide aus ganz verschiedenen Gründen als unwahrscheinlich. Kim Jong-uns älterer Bruder Kim Jong-chul wurde bereits vom gemeinsamen Vater in der Entscheidung um die Nachfolge übergangen - Berichten von Kim Jong-ils, nach eigenen Angaben, ehemaligem Leibkoch Kenji Fujimoto soll der Vater Kim Jong-chul als „mädchenhaft“ wahrgenommen haben. Das berichtet das US-Nachrichtenmagazin The Daily Beast.

Grund dafür könnte sein, dass sich der ältere Sohn des verstorbenen Diktators mehr für Musik interessiert haben soll als für die Staatsgeschäfte, er gilt als talentierter Gitarrist und glühender Verehrer des Soulmusikers Eric Clapton, bei dessen Konzerten er immer wieder gesehen wurde - etwa in England, Deutschland und Singapur. Bei einem Auftritt des Musikers in der Royal Albert Hall in London im Jahr 2015 sei der Bruder des Staatschefs auch zum letzten Mal öffentlich gesehen worden - in Pjöngjang habe er sich in der gesamten Regierungszeit seines Bruders noch nie öffentlich gezeigt, heißt es in dem Daily Beast-Bericht.

Zu den wenigen öffentlichen Informationen über den Sohn des 2011 verstorbenen Machthabers Nordkoreas zählen die Erinnerungen von Thae Yong-ho, der als ehemaliger nordkoreanischer Diplomat 2016 nach Südkorea übergelaufen ist. Ihm zufolge lebe Kim Jong-chul zurückgezogen in Pjöngjang. Das bestätigte auch der ehemalige US-Diplomat Evans Revere, der eine hohe Position in Seoul innehatte: „Kim Jong-chul zeigt sich nicht in politischen Kreisen in Pjöngjang“, bestätigte der Politiker im Gespräch mit Daily Beast: „Berichten zufolge darf er in seinem zurückgezogenen Leben seine Gitarren spielen und Jamsessions mit Freunden veranstalten.“

Mächtige Frau an der Seite von Kim Jong-un in Nordkorea: Seine jüngere Schwester Kim Yo-jong

Die zweite Person, deren politische Aktivitäten sehr wohl für eine mögliche Machtübernahme nach einem Ableben von Kim Jong-un sprechen, ist die jüngere Schwester Kim Yo-jong, die ihren Bruder bereits bei zahlreichen Anlässen vertreten hat und seit einigen Jahren sowohl Mitglied des Zentralkomitees der herrschenden Staatspartei ist sowie ein Ministerium leitet. Doch auch sie gilt als Nachfolgerin für unwahrscheinlich - einfach weil eine Frau an der Spitze des nordkoreanischen Staats aufgrund der in der Diktatur herrschenden Machtstrukturen bislang schwer vorstellbar ist.

Buchautor und Nordkorea-Experte Robert Collins sagte über die 34-jährige Politikerin, sie sei eine „drohende Gefahr“ für das Land: Für die nordkoreanische Gesellschaft sei es eine Herausforderung, eine Frau an ihrer Spitze zu akzeptieren: „Das würde die Elite in Nordkorea schneller spalten als Schmiergelder in milliardenhöhe“, betonte Collins.

Wer übernimmt die Nachfolge von Kim Jong-un: Geheimnisse um die Familie des Machthabers

Für eine mögliche Zukunft Nordkoreas bedeutet das, dass eine Nachfolge von Kim Jong-un alles offen ist, denn in Nordkorea sei alles, was für eine Machtübernahme zähle, die richtige Abstammung. Das erklärte Kim Tae-woo, ehemaliger Vorsitzender des 1990 gegründeten Korea Institute for National Unification, das sich mit einer möglichen Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten beschäftigt, im Interview mit Daily Beast.

Da sich auch um direkte Nachkommen sowie mögliche Ehepartnerinnen des Machthabers nichts mehr als Gerüchte formieren, wird über die Fragen zu einem möglichen Machtwechsel in Nordkorea womöglich noch lange spekuliert. Denn so sicher sich auch immer wieder neue Gerüchte über Gesundheitszustand und Körperdoubles des Diktators verbreiten: Noch ist der 37-Jährige immer wieder aufgetaucht. (ska)

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