Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat eine Idee, wie die Dünger-Knappheit im Land beendet werden kann.
+
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat eine Idee, wie die Dünger-Knappheit im Land beendet werden kann.

Düngerproduktion

Hungersnot in Nordkorea – und Kim Jong-un fordert mehr Toilettengänge

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
    schließen

Um den notwendigen Dünger für die Ernte zu bekommen, soll die Bevölkerung in Nordkorea laut Machthaber Kim Jong-un häufiger auf die Toilette gehen.

Pjöngjang - In Nordkorea herrscht bereits seit geraumer Zeit eine Hungersnot. Vor einiger Zeit gab die Regierung bekannt, dass die Hungersnot vor allem mit wetterbedingten Ernteausfällen zusammenhänge. Nun hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un bekannt gegeben, dass auch die Düngemittel im Land knapp werden – weshalb die Bevölkerung mithelfen soll, die Speicher wieder zu füllen. In Nordkorea ist die Düngeproduktion ungefähr so wichtig wie die Raketentests, von denen erst in dieser Woche wieder einmal zwei stattfanden.

Die Hungersnot verschärft sich seit Beginn der Corona-Krise immer weiter, Hilfslieferungen lehnt Nordkorea aufgrund strenger Regelungen strikt ab – und weist diese an der Grenze zurück. Auch Düngelieferungen aus China und Südkorea lehnt Kim Jong-un ab. Er nimmt deshalb seine Bevölkerung in die Pflicht. „Es ist ein interessanter Bericht, der zeigt, wie ernst die Ernte-Situation ohne die jährliche Düngelieferung aus Südkorea ist“, sagte Victor Cha der Daily Beast. Cha ist für Nordkorea im Center for Strategic and International Studies in Washington DC verantwortlich.

Bevölkerung von Nordkorea soll Dünger produzieren – sonst drohen Strafen

Damit auch jeder genug Exkremente erzeugt, werden die Läden laut Daily NK für all jene geschlossen, die die Quoten nicht erfüllen. Wie Daily NK berichtet, ist Dünger das „erste Problem des Jahres“ für Nordkorea, weshalb die Regierung die Menschen unter Druck setzt und sich die Bevölkerung mithilfe eines sogenannten Dünge-Passes ausweisen sollen. Diesen erhalten sie wohl, wenn sie genug Düngemittel für das Land produzieren.

Der Anteil liegt zwischen 200 Kilogramm Dünger für jeden Haushalt bis zu 500 Kilogramm für jeden, der in einer staatlichen Fabrik arbeitet. Um den Menschen mehr Zeit für die Produktion zu geben, öffnen die Märkte laut Daily NK in Nordkorea in diesem Monat eine Stunde später, nämlich von 15 bis 17 Uhr statt von 14 bis 17 Uhr wie sonst üblich.

Kim Jong-un fordert Bevölkerung Nordkoreas zur Düngeproduktion auf

Wie genau der Dünger produziert wird, ist laut Daily Beast erst einmal egal. „Hausgemacht“ schließt alle Möglichkeiten ein, von den Exkrementen von Menschen und Tieren bis hin zu Unkraut oder Müll. Auch Ochsen, die in Nordkorea statt Maschinen zum Umgraben der Felder genutzt werden, sind wichtige Quellen.

Laut der Pyongyang Times verstreute eine Farm im Bezirk Pjöngjang „hunderte Tonnen von selbstgemachtem Dünger pro Hektar Gemüse.“ In einem anderen Distrikt sollen unterdessen 1,2 Mal so viel hausgemachter Dünger für Kartoffeln entstanden sein, wie im letzten Jahr. Wie belegbar diese Zahlen sind, ist allerdings fraglich, da Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un solche Meldungen gerne verbreitet, um die Außendarstellung seines Landes zu verbessern. (msb)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare