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Nordkorea: Kim Jong-un kündigt Wiederaufnahme von Atomwaffentests an

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Von: Christian Stör

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Nordkorea
Kim Jong Un leitete den Parteitag. © KCNA/dpa

Nach neuen Sanktionen der USA droht Nordkorea indirekt damit, wieder Atombomben und Interkontinentalraketen zu testen.

Seoul – Mit Donald Trump kam der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un eigentlich ganz gut zurecht. Eine Zeit lang sogar so gut, dass er im Jahr 2018 ein selbst auferlegtes Moratorium für Atomtests und Tests von Interkontinentalraketen verkündete. Als aber ein Jahr später die Gespräche mit Trump gescheitert waren, drohte Kim damit, den Teststopp wieder aufzuheben.

Nun könnte es soweit sein. Wie Nordkoreas Staatsmedien berichteten, habe das Politbüro der Arbeiterpartei bei einem Treffen angeordnet, die „Frage der Wiederaufnahme aller vorübergehend ausgesetzten Aktivitäten unverzüglich zu prüfen“. Fachleute sahen darin eine Anspielung auf das Atomprogramm von Nordkorea.

Nordkorea deutet Wiederaufnahme von Atom- und Langstreckenraketentests an

Bei dem von Machthaber Kim Jong Un geleiteten Parteitreffen wurde nach den Berichten darüber diskutiert, wie die Maßnahmen gegen die USA künftig ausgerichtet sein sollten. Der US-Regierung wurde vorgeworfen, eine feindselige Politik zu verfolgen und „eine Gefahrenlinie“ erreicht zu haben. Die Aufgabe der nationalen Verteidigung müsse daher sein, die „physischen Mittel zu stärken, durch die die feindseligen Aktionen der USA“ kontrolliert werden. Nordkorea bereite sich auf eine „langfristige Konfrontation“ mit den USA vor.

Nach Ansicht des Experten Hong Min von der Denkfabrik Korea Institute for National Unification in Seoul hat Pjöngjang das erste Amtsjahr von US-Präsident Joe Biden abgewartet. Da es kein Angebot für Gespräche auf höchster Ebene gegeben habe, sei das Land nun zur Tagesordnung zurückgekehrt.

Auch Ankit Panda von der Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace ist der Ansicht, dass Atomtests zwar unwahrscheinlich seien, aber Test von Langstreckenraketen wieder auf dem Tisch seien. Kim „wiederholt damit eine Botschaft, die er bereits Ende 2019 verkündet hatte: Dass das Vorgehen der USA ihm keinen Grund gibt, an seinem selbst auferlegten Moratorium festzuhalten“, betonte Panda.

Ausland fürchtet Atomtests von Nordkorea

Es gibt im Ausland seit längerem die Befürchtung, Nordkorea könnte seine Atomtests wiederaufnehmen. Für Nordkoreas Nachbarn fällt die mögliche Wiederaufnahme von Atomwaffentests und Tests von ballistischen Langstreckenraketen in eine heikle Zeit. Nordkoreas Verbündeter China richtet im Februar die Olympischen Winterspiele aus und Südkorea bereitet sich auf die Präsidentschaftswahlen im März vor.

Nordkorea hat im Jahr 2022 bereits einige Raketentests vorgenommen, die im Westen heftig kritisiert wurden. Washington verhängte deshalb neue Sanktionen gegen wichtige nordkoreanische Funktionäre. Auf einer Parteitagsrede hatte Kim zudem kürzlich sein Bekenntnis zur Modernisierung der Streitkräfte bekräftigt - allerdings ohne dabei explizit auf die angebliche Bedrohung durch die USA einzugehen. (cs mit dpa/AFP)

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