Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kim Jong-un hat gut lachen: Während sein Volk hungert, soll der nordkoreanische Machthaber Urlaub machen.
+
Kim Jong-un hat gut lachen: Während sein Volk hungert, soll der nordkoreanische Machthaber Urlaub machen.

Diktator macht sich rar

Nordkorea: Kim Jong-un taucht mitten in der Hungerkrise ab

  • VonMirko Schmid
    schließen

Die Wirtschaftskrise in Nordkorea spitzt sich zu, landesweit sollen Hungersnöte ausgebrochen sein.

Pjöngjang – Kim Jong-un ist verschwunden. Zumindest in den Staatsmedien in Nordkorea ist der Alleinherrscher aktuell nicht präsent. Das Internetportal NK News zählt bereits mehr als zwei Wochen, in denen kein neues Bild und kein Statement Kims mehr über die Empfangsgeräte der nordkoreanischen Bevölkerung flimmerte oder tönte.

Und das ist durchaus bemerkenswert. Vor wenigen Tagen meldete sich nämlich Kims Schwester, Kim Yo-jong, zu Wort. Die gilt als zweitmächtigste Person in der kommunistischen Diktatur und drohte den USA zuletzt mit einem „machtvollen Präventivschlag“, sollte das US-Militär die alljährlichen gemeinsamen Übungen mit Südkorea nicht umgehend einstellen und seine Einsatzkräfte aus der Region abziehen.

Schwester von Kim Jong-un droht USA mit Militärschlag wegen Truppenübungen mit Südkorea

Anschließend mutmaßten Nordkorea-Fachleute, dass das Kim-Regime das verbale Säbelrasseln auch deswegen im Vergleich zu den Vorjahren verschärft, um von innenpolitischen Themen abzulenken. Denn Nordkorea geht es schlecht. Wirtschaftssanktionen sowie die selbst gewählte Abschottung des Landes infolge der Corona-Pandemie haben für eine Versorgungskrise gesorgt, die gemeinsam mit Hochwasserschäden dazu führt, dass Menschen im ganzen Land hungern.

Kim Jong-un selbst bereitete sein Volk zuletzt mit pathetischen Worten auf eine weiter entbehrungsreiche Zeit vor und sprach von einem „mühsamen Marsch“, der vor der Volksgemeinschaft läge. Damit wählte er jene Worte, die sein Vater Kim Jong-il in den 1990er Jahren bemüht hatte, um sein Volk nicht zu verlieren, während mindestens drei Millionen Menschenleben in Nordkorea der großen Hungersnot zum Opfer fielen.

Und die Absetzbewegungen sind offensichtlich. Die jüngere Generation in Nordkorea schwärmt für südkoreanische Kulturgüter, hört heimlich K-Pop und wirft einen neidischen Blick auf die Freiheiten im offiziell verteufelten Nachbarland. In den Dörfern und Städten hat sich ein Schwarzmarkt ausgebreitet, auf dem Lebensmittel vorbei an der staatlichen Verteilung getauscht und gehandelt werden. Und vielerorts wird unter der Hand gemunkelt, dass das Kim-Regime diesmal keine Antwort auf die existentiellen Probleme der Menschen im Land hat, die es wieder einmal mit der Hungersnot und vermeintlich motivierenden Worten alleine lässt.

Kim Jong-un soll Urlaub machen, während seine Bevölkerung in Nordkorea hungert

Dass Kim Jong-un genau in dieser Gesamtgemengelage erneut abtaucht, könnte für sein straff geführtes Regime zum Problem werden. Zum wiederholten Male macht sich der Diktator, der gemäß des ideologisch für die stalinistische Diktatur grundlegenden Personenkultes doch als strahlendes Vorbild voranmarschieren und Halt geben soll, rar. In diese Richtung stößt auch die Berichterstattung des Onlineportals NK News.

Nordkorea und Kim Jong-un

Alle Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten Nordkorea-News und Kim-News.

Die in Südkorea ansässige Nachrichtenseite beschäftigt mit Vorliebe Exil-Nordkoreaner mit guten Drähten in die alte Heimat und verfügt über die wohl reichhaltigsten Informationen aus einem Land, das sich auch auf dem Feld der nach außen dringenden Informationen nach allen Kräften abzuschotten versucht. In einem aktuellen Bericht beruft sich NKnews auf Satellitenbilder, die nahelegen, dass Kim Jong-un sich in sein Strandhaus auf der Halbinsel Hodo zurückgezogen haben könnte.

Darauf deuten auch Bewegungen eines rund 80 Meter langen „schwimmenden Vergnügungsparks“ hin, einem Urlaubsschiff, auf dem sich Kim Jong-un schon Ende Juli vergnügt haben soll. Sollte dem tatsächlich so sein, könnte das weitere Kratzer am Ansehen des gemäß Staatsräson quasi-göttlich verehrten Diktators Kim Jong-un verursachen. Und die könnten in einer Situation, in der im ganzen Land Menschen hungern und einige gar verhungern, durchaus zum Problem für die Stabilität des Systems werden. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare