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Nordkorea: Kim Jong-uns Hacker stehlen Kryptowährung im Wert von 400 Millionen Dollar

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Von: Max Schäfer

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
Nordkoreanische Hacker sollen Kryptowährungen im Wert von 400 Millionen Dollar stehlen, um Kim Jong-uns Raketenprogramme zu finanzieren. (Archivfoto) © KCNA/dpa

Hacker aus Nordkorea erbeuten Kryptowährungen im Wert von hunderten Millionen Dollar. Damit sollen die Waffenprogramme von Kim Jong-un finanziert werden.

New York/Pjöngjang – Hacker aus Nordkorea haben im Jahr 2021 Kryptowährung im Wert von etwa 400 Millionen US-Dollar gestohlen. Das vergangene Jahr war damit eins der lukrativsten Jahre für die nordkoreanischen Cyberkriminellen. Das geht aus einem Bericht des Branchendienstes und Beratungsunternehmens Chainanalysis hervor.

Die nordkoreanischen Hacker sollen sieben Angriffe auf Investment-Plattformen verübt haben. Dabei standen besonders Banken und Börsen im Fokus. Mithilfe von Phishing-Fallen, Malware und Social Engineering hätten sich die Hacker so Zugang zu den internetgebundenen „hot wallets“ der betroffenen Unternehmen verschafft und die digitalen Gelder auf Konten Nordkoreas transferiert, berichtet Chainanalysis. Anschließend sei das Geld sorgfältig gewaschen und ausgezahlt worden.

Nordkorea: Diebstahl von Kryptowährungen durch Hacker sollen Waffen finanzieren

Nordkorea hat damit sein Engagement beim Diebstahl von Kryptowährung weiter ausgebaut. Die Zahl der Angriffe habe sich von vier im Jahr 2020 auf sieben im Jahr 2021 erhöht, heißt es im Bericht von Chainanalysis. Der Wert der erbeuteten Kryptowährung habe sich um 40 Prozent gesteigert. Fachleute stufen Nordkorea daher als fortschrittliche, dauerhafte Bedrohung ein.

Die Diebstähle der Kryptowährungen deuten darauf hin, dass das stark sanktionierte Nordkorea auf das Netzwerk von Hackern angewiesen ist, um seine nationalen Programme, wie das Raketenprogramm, zu finanzieren. Ein vertraulicher Bericht der Vereinten Nationen beschuldigt das Regime des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un laut CNN, „Operationen gegen Finanzinstitute und virtuelle Wechselbörsen“ durchzuführen, um Waffen zu bezahlen und die nordkoreanische Wirtschaft am Laufen zu halten.

Diebstahl von Kryptowährungen: Nordkorea umgeht internationale Sanktionen

„Nordkorea ist durch eine lange Sanktionskampagne der USA und ausländischer Partner in vielerlei Hinsicht vom globalen Finanzsystem abgeschnitten. Infolgedessen haben sie sich auf das digitale Schlachtfeld begeben, um Krypto zu stehlen“, erklärte Nick Carlsen, Analyst bei der Blockchain-Intelligence Firma TRM Labs, gegenüber CNN. Die Diebstähle dienten dazu, Waffenprogramme und den Ausbau des Atomprogramms und andere destabilisierende Aktivitäten zu finanzieren.

Der Anstieg der Preise und die immer weiter verbreitete Nutzung von Kryptowährungen macht die digitalen Vermögenswerte immer allgemein immer attraktiver für Kriminelle. Auch Nordkorea profitiert vom steigenden Wert der Kryptowährungen. Nick Carlsen rechnet deshalb mit weiteren Angriffen durch nordkoreanische Hacker. Besonders neue Unternehmen könnten Ziel der Angriffe werden.

Kryptowährungen beliebtes Ziel nordkoreanischer Hacker

Die Hackerangriffe im Dienste Nordkoreas seien vor allem von der Lazarus Group ausgeführt worden, berichtet Chainanalysis. Die Hackergruppe mit Verbindungen nach Nordkorea, die sogar vom dortigen Geheimdienst koordiniert werden soll, erlangte vor allem durch Hackerangriffe auf Sony Pictures Bekanntheit. Seit 2018 sollen sich die Hacker auf den Kryptomarkt fokussiert haben. (Max Schäfer)

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