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Kim jong un militär
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Kim Jong-un: Der Diktator lässt in Nordkorea weiter an Atomwaffen bauen und setzt dafür Hacker zur Geldbeschaffung ein.

Über 300 Millionen Dollar digital erbeutet

Nordkorea setzt Hacker ein, um Geld für Atomwaffen zu beschaffen

  • vonMirko Schmid
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Laut Insiderinformationen liegt der UN ein Bericht vor, wonach Kim Jong Un weiter an Atomwaffen bauen lässt. Damit verstößt Nordkorea gegen internationale Sanktionen.

  • Nordkorea baut sein Atomwaffenprogramm unter Machthaber Kim Jong Un weiter aus.
  • Um die Aufrüstung zu finanzieren, sollen nordkoreanische Hacker hunderte Millionen US-Dollar erbeutet haben.
  • Mit der weiteren Aufrüstung verstößt Nordkorea erneut gegen Sanktionen der Vereinten Nationen.

Pjöngjang - Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un lässt offenbar weiter an Atomwaffen bauen. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht hervor, welcher den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates am Montag vorgelegt wurde. Dort heißt es, Pjöngjang habe „spaltbares Material hergestellt, Nuklearanlagen instand gehalten und die Infrastruktur für ballistische Raketen verbessert.“ Der Bericht wurde vom UN-Expertengremium für Nordkorea verfasst, das mit der Überwachung der Durchsetzung und Wirksamkeit von Sanktionen gegen das Kim-Regime als Strafe für die Entwicklung von Atomwaffen und ballistischen Raketen beauftragt ist.

Nordkoreanische Hacker stehlen im Internet Millionen US-Dollar, um Atomwaffen zu finanzieren

Einzelheiten aus dem Bericht, der zurzeit noch vertraulich ist, wurden dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN über eine diplomatische Quelle aus dem Umfeld des UN-Sicherheitsrates unter der Bedingung der Anonymität zugespielt. Der Bericht des Gremiums enthält Informationen, die von UN-Mitgliedsländern, Geheimdiensten, Medien und aus Nordkorea Geflohene gesammelt wurden. Solche Berichte werden seitens der Vereinten Nationen in der Regel alle sechs Monate veröffentlicht, einer im Frühherbst und einer im Frühjahr.

Langstreckenraketen wie diese ließ Kim Jong Un am 10. Oktober 2020 während einer öffentlichen Militärparade präsentieren.

Um das Atomwaffen-Programm zu finanzieren, sollen nordkoreanische Hacker hunderte Millionen US-Doller digital gestohlen haben. Im UN-Bericht wird dem Regime um Kim Jong Un vorgeworfen, „Operationen gegen Finanzinstitute und virtuelle Geldwechselhäuser“ durchgeführt zu haben, um Waffen und für den Bau von Waffen notwendige Technologie zu bezahlen und Nordkoreas schwache Wirtschaft am Leben zu erhalten. Ein im Bericht nicht namentlich aufgeführtes UN-Mitglied gibt an, dass die Hacker zwischen 2019 und November 2020 virtuelle Vermögenswerte im Wert von 316,4 Millionen Dollar gestohlen haben sollen.

Joe Biden plant „weitere Druckoptionen“ gegen Nordkorea und Kim Jong Un

Mit diesem Geld habe Nordkorea „spaltbares Material produziert, Nuklearanlagen instand gehalten und seine Infrastruktur für ballistische Raketen verbessert“, während die Autokratie weiterhin „Material und Technologie für diese Programme aus Übersee suchte.“ Nordkoreas Vertreter bei der UN wollten sich gegenüber CNN nicht zu den Vorwürfen äußern.

Ein Vertreter des US-Außenministeriums bekräftigte am Montag, dass die Regierung unter Joe Biden einen neuen Ansatz für Nordkorea plane. Dieser soll in Zusammenarbeit mit verbündeten Staaten eine umfassende Überprüfung „weiterer Druckoptionen gegenüber Nordkorea und das Potenzial einer künftigen Diplomatie“ beinhalten. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte Kim Jong Un mehrere Male persönlich getroffen, es allerdings trotz eines äußerst freundschaftlichen Verhältnisses mit dem nordkoreanischen Diktator nicht geschafft, diesen von seinen atomaren Plänen abzubringen.

Nordkorea: Kim Jong Un nennt USA „größten Feind“

Obwohl fast alle Nationen Nordkorea aufgrund der Sanktionen durch die Vereinten Nationen inzwischen meiden und sämtliche wirtschaftliche Zusammenarbeit eingestellt haben, schrecken die hohen Kosten des Programmes zur Herstellung von Atomwaffen das nordkoreanische Regime um Kim Jong Un offensichtlich nicht ab. Vielmehr strebt das ostasiatische Land weiter danach, eine ballistische Rakete zu entwickeln, mit der die USA - der erklärt „größte Feind“ Nordkoreas - von eigenem Boden aus atomar bedroht und im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung angegriffen werden könnte.

Und es könnte durchaus sein, dass Nordkorea in diesem Bestreben nicht allein dasteht. In dem UN-Bericht werden mehrere Nationen erwähnt, welche die Vermutung in den Raum stellen, dass Nordkorea und der Iran ihre Zusammenarbeit bei Projekten zur Entwicklung von Langstreckenraketen wieder aufgenommen haben sollen. Diese Zusammenarbeit soll auch den Handel mit für die Entwicklung solcher Waffen erforderlichen Bauteilen beinhalten. Im Jahr 2017 hatte Nordkorea erfolgreich drei Interkontinentalraketen (ICBM) abgefeuert und bei einer öffentlichen Militärparade im Oktober 2020 seine bisher größte ICBM präsentiert.

Der Iran lehnt eine Verkleinerung seines Arsenals ballistischer Raketen ab

Das Streben des Iran nach ähnlicher Technologie und sein derzeitiges Arsenal an ballistischen Raketen ist eine wichtige Ursache für Teherans langjährige Streitigkeiten mit verschiedenen arabischen Nachbarn und den Vereinigten Staaten. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten fordern die Verkleinerung des iranischen Arsenals an ballistischen Raketen, wohingegen die iranische Regierung wiederholt erklärt hatte, ihr Arsenal stehe nicht zur Verhandlung. (Mirko Schmid)

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