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Staatlicher Drogenhandel: Crystal Meth finanzierte Nordkorea – Whistleblower packt aus

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Von: Lukas Zigo

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Kim Jong-un bei einer Zeremonie
Kim Jong-un bei einer Zeremonie © KCNA/dpa

Ein hochrangiger Überläufer von Nordkoreas Geheimdienst berichtet von den verzweifelten Versuchen, Gelder für die Kim-Dynastie zu organisieren.

Seoul/Pjöngjang – Angaben eines hochrangigen Überläufers zufolge hat Nordkorea jahrelang mit staatlich organisiertem Drogenhandel Devisen für die Herrscherfamilie Kim beschafft. In den 1990er-Jahren sei er mit der Aufgabe betraut worden, „revolutionäre Gelder“ für den damaligen Machthaber Kim Jong-Il zu beschaffen, sagte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter gegenüber der BBC.

Das bedeutet Drogengelder, erzählte er. Der Mann, der unter dem Pseudonym Kim Kug Song erstmals in der Öffentlichkeit auftrat, soll jahrelang für den nordkoreanischen Geheimdienst gearbeitet haben und nun für den südkoreanischen Geheimdienst tätig sein.

Nordkorea: Das Regime des Kim Jong-un – Finanziert durch Crystal Meth

„Nachdem ich mit der Aufgabe betraut worden war, habe ich drei Ausländer aus dem Ausland nach Nordkorea geholt, im Ausbildungszentrum des Verbindungsbüros 715 der Arbeiterpartei eine Produktionsbasis aufgebaut und Drogen hergestellt“, sagte der Mann. Dabei habe es sich um Methamphetamine, auch bekannt als Crystal Meth, gehandelt.

Kim Kug Song floh laut eigenen Angaben 2014 aus seinem Heimatland, weil er im Zuge von Säuberungsaktionen des aktuellen Machthabers Kim Jong-un Angst um sein Leben hatte. Kim Jong-un begann direkt nach seiner Machtergreifung damit, politische Feinde und mögliche Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. So ließ er beispielsweise seinen Onkel Jang Song-Thaek aufgrund seiner Popularität bei der Bevölkerung exekutieren. Seither lebe er in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und arbeite beim dortigen Geheimdienst.

Weitere nordkoreanische Überläufer berichten von Drogenlaboren

Unabhängig überprüft können seine Aussagen über staatlich betriebene Drogenlabore nicht werden, doch sie decken sich mit den Angaben anderer nordkoreanischer Überläufer. Ein ehemaliger Angestellter der nordkoreanischen Botschaft in London berichtete auf der Menschenrechtskonferenz Oslo Freedom Forum von staatlich gefördertem Drogenhandel. Dieser Überläufer, Thae Yong Ho, ist mittlerweile Politiker in Südkorea. (Lukas Zigo mit dpa)

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