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Studenten der Jang Chol Gu University of Commerce in Pjöngjang unterziehen sich im Rahmen der Präventivmaßnahmen gegen das Coronavirus in Pjöngjang vor dem Betreten des Campus einer Temperaturkontrolle.
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Studenten der Jang Chol Gu University of Commerce in Pjöngjang unterziehen sich im Rahmen der Präventivmaßnahmen gegen das Coronavirus in Pjöngjang vor dem Betreten des Campus einer Temperaturkontrolle.

UN erteilt Ausnahme

Deutschland sendet Corona-Team zu Kim Jong-un nach Nordkorea

  • VonMirko Schmid
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In Absprache mit der UN lässt Nordkorea ein deutsches Team ins Land. Es soll vor Ort „zur Prävention und Kontrolle“ gegen das Coronavirus im Einsatz sein.

Pjöngjang – Kim Jong-un hat sein Land seit Beginn der Corona-Pandemie hermetisch abgeriegelt. Niemand kommt ohne Sondergenehmigung aus Pjöngjang raus, niemand rein. So wollte der Machthaber dafür sorgen, dass Nordkorea vom gefährlichen Virus verschont bleibt. Ganz im Gegensatz zum Rest der Welt sollte die ostasiatsische Diktatur zur strahlenden Ausnahme werden, die sich der Pandemie erfolgreich entgegenstellt.

Auch wenn nur sehr wenige Informationen aus Nordkorea in die weltweite Öffentlichkeit gelangen und der Staatsrundfunk konsequent Propaganda ganz im Sinne der Kim-Regierung verbreitet, rückte man vor einiger Zeit von der Behauptung ab, dass die Abschottung Nordkoreas das Virus tatsächlich komplett aus dem Land halten konnte. Dass Kim Jong-un, der seit einigen Tagen erneut abgetaucht zu sein scheint, nun entgegen seiner strikten Linie ein deutsches Team ins Land lässt, das offiziell zur „Prävention und Kontrolle“ eingesetzt wird, füttert die Vermutungen weiter an, wonach die bisher vermeldeten 35.947 positiven Testungen nur die Spitze eines Eisberges sein könnten.

Gegen Corona: UN-Sicherheitsrat genehmigt Deutschland die Entsendung von Hilfsgütern nach Nordkorea

Damit die Deutschen überhaupt ins Land dürfen, erteilte die UN aus humanitären Gründen eine Ausnahme der geltenden Saktionsregularien, bis zum 23. April 2022 hat das Team nun Zeit, „sechs Einheiten eines Rotor-Disc 100 Starter Kit“ an das nordkoreanische Gesundheitsministerium zu liefern. Dies bestätigte der Sanktionsausschuss 1718 des UN- Sicherheitsrats (UNSC) in einem am Mittwoch (18.08.2021) veröffentlichten Statement.

Damit gab der Sicherheitsrat einem Antrag der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen statt, der bereits Mitte Juli eingereicht wurde. „Der Ausschuss empfiehlt, die Artikel so weit wie möglich in drei oder weniger Sendungen zu bündeln, um die Effizienz des Versands und der Zollabfertigung zu erhöhen“, heißt es in dem Schreiben.

NationNordkorea
HauptstadtPjöngjang
StaatsoberhauptKim Jong-un
Bevölkerung25,67 Millionen (Stand 2019)
Fläche120.540 km²

Wann Deutschland die geplanten Hilfsgüter nach Nordkorea liefern kann, ist noch unklar. Die „Demokratische Volksrepublik Korea“ (DVRK) hat seit Beginn der Pandemie annähernd den gesamten grenzüberschreitenden Waren- und Personenverkehr eingeschränkt. Laut Angaben des regierungskritischen Nachrichtenportals NKnews, das von Südkorea aus vor allem in Person von ins Exil Geflohenen über Nordkorea berichtet, deutet der Aufbau einer Desinfektionsanlage an der chinesischen Grenze allerdings darauf hin, dass Nordkorea schon bald versuchen könnte, den Handel mit seinem Nachbarland anzukurbeln. 

Lieferungen nach Nordkorea: Die Ausnahme für das deutsche Team ist nicht die einzige

Die Ausnahme für das deutsche Corona-Einsatzteam ist nicht die einzige, welche die UN für Lieferungen nach Nordkorea erteilt oder verlängert hat. So hat der Sanktionsausschuss dem UN-Kinderhilfswerk kürzlich ein weiteres Jahr gewährt, um humanitäre Hilfsmittel im Wert von 4,42 Millionen US-Dollar, darunter 1,13 Millionen US-Dollar an Kühlkettenausrüstung für Impfstoffe, ins Land zu bringen.

Nordkorea und Kim Jong-un

Alle Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten: Nordkorea-News und Kim-News.

„Der Ausschuss bekräftigt, dass die vom Sicherheitsrat durch seine Resolutionen in Bezug auf die DVRK verhängten Sanktionsmaßnahmen keine negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung der DVRK haben sollen“, heißt es in einem Schreiben der Organisation an die deutsche UN-Mission.

Die geltenden Sanktionen richten sich als Reaktion gegen die fortgesetzte Entwicklung und Erprobung von Nuklearwaffen und Langstreckenraketen in Pjöngjang und wurde seitens des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen bereits im Dezember 2017 im Rahmen der Resolution 2397 beschlossen. Darüber regeln weitere Sanktionen gegen Nordkorea ein Verbot von Treibstoffimporten sowie den Transport von Nahrungsmitteln und Maschinen ins Ausland. (Mirko Schmid)

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