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Nordkorea baut offenbar neuen Kernreaktor – Experte warnt vor Atomwaffen

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Von: Nail Akkoyun

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Dieses Satellitenbild vom 07. Mai zeigt neue Grabungen auf dem Gelände des Nuklearzentrums Yongbyon in Nordkorea.
Dieses Satellitenbild vom 07. Mai zeigt neue Grabungen auf dem Gelände des Nuklearzentrums Yongbyon in Nordkorea. © dpa/Maxar Technologies/AP

Unter Führung des Machthabers Kim Jong-un will Nordkorea die Arbeiten am Kernreaktor Yongbyon fortsetzen. Ein Rüstungsexperte sorgt sich um das destruktive Potenzial.

Pjöngjang – Nordkorea hat nach Einschätzung von Rüstungskontrollexpert:innen in den USA nach langer Unterbrechung die Bauarbeiten an einem zweiten Reaktor in seinem umstrittenen Atomkomplex Yongbyon wiederaufgenommen. Man könne zwar nicht sagen, wann der Reaktor in Betrieb gehen könne, schrieb der Experte Jeffrey Lewis auf Twitter. „Aber er ist zehnmal so groß wie der existierende Reaktor in Yongbyon – und würde zehnmal so viel Plutonium für Nuklearwaffen produzieren.“

Lewis hatte vor einigen Tagen zusammen mit seinen Kollegen Joshua Pollack und David Schmerler vom James Martin Center for Nonproliferation Studies (CNS) einen Bericht über die Aktivitäten in Yongbyon veröffentlicht. CNS forscht auf dem Gebiet der Nicht-Verbreitung von Kernwaffen. Über einen ähnlichen Bericht zeigte sich die UN bereits im vergangenen Jahr „zutiefst beunruhigt“.

Nordkorea: Expert:innen erwarten Entwicklung von neuen Atomwaffen

Nordkorea habe eine Rohrleitung verlegt, die den sekundären Kühlkreislauf des „Atomkraftwerk Nummer 2“ genannten 50-Megawatt-Reaktors mit einer Pumpstation am nahe gelegenen Fluss verbinde, um Zugang zum Wasser für die Kühlung zu haben, hieß es in dem Bericht. Bis zum 07. Mai sei die Leitung vergraben worden. Das sei ein „erster eindeutiger Indikator, dass Nordkorea vorhat, den Reaktor fertigzustellen“.

Die Forscher:innen schätzen, dass der Reaktor nach Inbetriebnahme 55 Kilogramm waffenfähiges Plutonium im Jahr produzieren könnte – etwa zehnmal so viel wie der alte 5-Megawatt-Reaktor. Nordkoreas Interesse an mehr Plutonium scheine seine Absicht widerzuspiegeln, neue taktische Atomwaffen zu entwickeln. Wegen seines Atomwaffenprogramms unter Kim Jong-un liegt das Land seit vielen Jahren mit der internationalen Gemeinschaft im Streit und sieht sich daher mit verschiedenen Sanktionen konfrontiert. (nak/dpa)

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