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Kreml „bedauert“: Kein russisches Gas mehr durch Nord Stream 1

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Von: Katja Thorwarth

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Derzeit fließt kein russisches Gas durch Nord Stream 1. Der Kreml gibt den Sanktionen die Schuld - die Ampel sieht einen politischen Hintergrund.

Wladiwostok/Berlin - Der Kreml bedauert, dass die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bis auf Weiteres nicht wieder aufgenommen werden können. Schuld daran sind nach Angaben Russlands die Sanktionen, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt wurden. „Wir wissen nicht, wie die Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollen, weil die Sanktionen dies verhindern“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag (6. September) beim Wirtschaftsforum in Wladiwostok der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bedauert, dass Deutschland aktuell kein russisches Gas erhält. (Archivbild)
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bedauert, dass Deutschland aktuell kein russisches Gas erhält. (Archivbild) © Alexei Druginyn / Ria Novosti / dpa

Demnach konstatierte der Kreml „mit Bedauern, dass die Verantwortung für die Situation voll und ganz bei den europäischen Staaten und den Staaten liegt, die Sanktionen gegen unser Land eingeführt haben“. Peskow sprach infolge des Ölaustritts aus einer Turbine von einer „potenziell gefährlichen Situation für den Betrieb“. Die Turbine - und damit die Pipeline - könne daher ohne vorherige Reparaturarbeiten nicht wieder in Dienst gestellt werden. Gazprom bleibe aber ein zuverlässiger Gaslieferant.

Nord Stream 1: Kein russisches Gas mehr durch die Pipeline

Den Lieferstopp hatte Gazprom bereits am Montag (5. September) an einem angeblichen Konstruktionsfehler der von Siemens Energy gelieferten Turbine festgemacht. Wegen Brandgefahr durch den Ölaustritt sei der Weiterbetrieb verboten worden. Siemens Energy seinerseits weist diese Darstellung zurück: „Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Entsprechend rechnet Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nicht mehr damit, dass es künftig wieder russische Gaslieferungen durch diese Pipeline geben wird. „Dass Nord Stream 1 wieder aufgemacht wird, gehört nicht zu den Szenarien, von denen ich ausgehe“, sagte Habeck am Montagabend im ZDF.

Nord Stream 1: Habeck glaubt nicht an russische Gaslieferungen

Derzeit komme allerdings noch eine geringe Menge von Gas aus Russland über eine Pipeline durch die Ukraine, erklärte Habeck weiter. Russland hatte schon in der vergangenen Woche seine Gaslieferungen durch Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten vorübergehend gestoppt, dann jedoch wegen angeblicher technischer Probleme nicht wieder aufgenommen. Die Bundesregierung hält den Lieferstopp für politisch motiviert. (ktho/dpa/afp)

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