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Ein Schiff verlegt Rohre der Gas-Pipeline Nord Stream 2.
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Die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 ist fertig (Archivfoto)

Gaslieferungen

Umstrittene Ostsee-Pipeline: Nord Stream 2 fertiggestellt

  • VonMax Schäfer
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Die Ostseepipeline Nord Stream 2 ist fertig. Die letzten Abschnitte wurden miteinander verbunden.

Moskau/Lubnin – Es ist soweit: Nach drei Jahren Bauzeit ist die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2* fertiggestellt. Am Freitagmorgen (10.09.2021) seien die letzten Arbeiten abgeschlossen worden, wie der Gazprom*-Chef Alexej Miller der russischen Nachrichtenagentur Tass mitteilte.

Bereits am Montag (.06.09.2021) wurde das letzte Rohrstück etwa 40 Kilometer östlich von Rügen auf dem Meeresboden abgelegt. Anschließend hätten noch die Abschnitte miteinander verbunden werden müssen. Die Arbeiten an der 1200 Kilometer langen Gaspipeline seien nun abgeschlossen, so die Mitteilung.

Nord Stream 2 fertiggestellt: Zehn-Milliarden-Projekt soll im Oktober erstes Gas liefern

Nach über einjähriger Verzögerung ist der Abschluss der Ostseepipeline Nord Stream 2 nun ein Durchbruch. Es sind allerdings noch Zertifizierungen deutscher Behörden nötig, damit die Leitung in Betrieb gehen kann. Die ersten Gaslieferungen werden im Oktober erwartet. 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr sollen von Russland nach Deutschland geliefert werden. Dafür soll ein Strang genutzt werden, der bereits im Juni fertiggestellt wurde. Mit dieser Menge können nach Angaben der Betreiber 26 Millionen Haushalte versorgt werden.

Begonnen hat der Bau von Nord Stream 2 im Jahr 2018. Die Projektgesellschaft Nord Stream 2 gehört Gazprom. Die 1200 Kilometerlange Pipeline hat mehr als 10 Milliarden Euro gekostet. Finanziert wurde das Projekt von Gazprom sowie den fünf europäischen Unternehmen Uniper, Wintershall Dea, Engie, OMV und Shell.

Nord Stream 2: Kritik von USA, Polen und der Ukraine

Nord Stream 2 ist umstritten. Die USA* kritisieren, dass sich Europa dadurch bei der Energieversorgung zu stark von Russland abhängig mache. Angedrohte und auch verhängte Sanktionen der USA waren auch für die Verzögerungen beim Bau der Ostseepipeline verantwortlich. Der Streit wurde im Juli 2021 durch eine deutsch-amerikanische Einigung* beigelegt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Russland mit Sanktionen belegt wird, sollte Nord Stream 2 als geopolitische Waffe genutzt werden.

Auch in Osteuropa wird Nord Stream 2 kritisch gesehen. Die zusätzliche Ostseepipeline schwächt die Position der traditionellen Transitländer. Das betrifft Belarus, Polen und die Ukraine. Besonders Letztere ist dringend auf die Milliardeneinnahmen der Durchleitungsgebühren angewiesen und fürchtet Verluste.

Auch Klimaschützer:innen kritisieren die Ostseepipeline. Sie halten Nord Stream 2* für unvereinbar mit der Energiewende und dem Ziel der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. (Max Schäfer mit dpa/AFP)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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