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Nord Stream: Satellitenbilder zeigen „dunkle Schiffe“ im Bereich der Pipeline-Lecks

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Von: Lucas Maier

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Die Verantwortlichen für die Explosionen an den Gas-Pipelines in der Ostsee sind noch nicht gefunden. Satellitenbilder zeigen große Schiffe nahe der Lecks.

Update vom Sonntag, 13. November, 15.30 Uhr: Am 26. September sind mehrere Lecks an der Pipeline Nord-Stream 2 entdeckt worden. Die Nato geht laut der Sprecherin Oana Lungescu von einem „vorsätzlichen und unverantwortlichen Sabotageakt“ aus, wie die US-amerikanische Computerzeitung Wired berichtet.

Laut Recherchen der Zeitung befanden sich in den Tagen vor Bekanntwerden der Lecks, zwei „dunkle Schiffe“ in der Nähe des Bereichs, in dem die Explosionen erfolgten. Als „dunkle Schiffen“ werden große Schiffe bezeichnet, die mit ausgeschalteten Trackern unterwegs sind. Dies ist laut internationalem Recht verboten, wie Wired schreibt.

Wir haben einige dunkle Schiffe entdeckt, d. h. Schiffe von beträchtlicher Größe, die durch dieses Interessengebiet fuhren.

Jerry Javornicky, CEO und Mitbegründer von SpaceKnow gegenüber Wired

Die beiden fraglichen Schiffe sollen zwischen 95 und 130 Meter lang gewesen sein und sich nur wenige Kilometer von den Leckstellen entfernt befunden haben. 90 Tage hatte das Unternehmen Satellitenbilder des Gebietes durchsucht. Für ihre Analysen verwendet das Unternehmen laut Javornicky auch 38 spezifische Algorithmen, die in der Lage sind, militärisches Gerät zu erkennen.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung hat das Unternehmen an Nato-Vertreter weitergeleitet, welche mit den Nord-Stream-2-Ermittlungen betraut sind. Nato-Kreise bestätigten gegenüber Wired den Erhalt der Informationen.

Lecks in Nordsteam-Pipelines: Russland macht Großbritannien schwere Vorwürfe

Erstmeldung vom Sonntag, 30. Oktober: Moskau – Ende September kam es zu mehreren mutmaßlichen Sabotageaktionen an den Gas-Pipelines Nord-Stream 1 und 2. Gut einen Monat später schiebt Russland nun Großbritannien die Schuld für die Lecks zu. Das vereinte Königreich weist die Behauptungen als falsch zurück.

Britische Marinespezialist:innen hätten im vergangenen Monat Sprengstoff an den Pipelines Nord-Stream 1 und Nord-Stream 2 platziert und diese gesprengt, so der Vorwurf aus dem russischen Verteidigungsministerium. Das meldet der arabische Nachrichtensender Aljazeera. Belege. Belege für die Anschuldigungen lieferte der Kreml bisher nicht.

Nord-Stream 2: Satellitenaufklärung zeigt „dunkle Schiffe“ nahe der Leckstellen.
Nord-Stream 2: Satellitenaufklärung zeigt „dunkle Schiffe“ nahe der Leckstellen. (Archivbild) © Jens Büttner/dpa

Nord-Stream Anschlag: Schwedenkündigt Ermittlungen an

Erst am vergangenen Samstag (29. Oktober) kündigte die schwedische Staatsanwaltschaft neue Untersuchungen an den Pipelines Nord-Stream 1 und 2 an. Russland hatte sich bereits mehrfach darüber beschwert, dass sie nicht in die internationale Untersuchung mit einbezogen werden, wie die Tagesschau berichtet.

„Nach vorliegenden Informationen waren Vertreter dieser Einheit der britischen Marine an der Planung, Bereitstellung und Durchführung eines Terroranschlags in der Ostsee am 26. September dieses Jahres beteiligt – der Sprengung der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2“, zitiert Aljazeera den Kreml wörtlich. „Diese erfundene Geschichte sagt mehr über Streitigkeiten innerhalb der russischen Regierung aus als über den Westen“, reagierte Großbritannien auf die Anschuldigungen.

Vorwürfe aus Russland: Großbritannien empört über die Anschuldigungen

Für das Vereinigte Königreich greift Russland bei seinen Anschuldigungen „auf die Verbreitung falscher Behauptungen epischen Ausmaßes zurück“. Die Vorwürfe sollten von „ihrem katastrophalen Umgang mit der illegalen Invasion in der Ukraine ablenken“, so das Verteidigungsministerium aus London über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Die britische Marine hätte gar nicht die Fähigkeiten, einen solchen Anschlag durchzuführen, sagte der Royal-Navi-Admiral Chris Parry gegenüber dem Sender Sky News. „Das ist eine glatte Lüge, und wir wissen alle, dass es die Russen waren. Die russische Propaganda beschuldigt alle anderen immer dessen, was sie tatsächlich selbst getan haben.“

Ukraine-Krieg: Kreml immer mehr Schuld nach Großbritannien

Der Kreml blieb nicht nur bei seinen Behauptungen zur Urheberschaft der Lecks an den Pipelines Nord-Stream 1 und Nord-Stream 2, sondern schob Großbritannien in einer weiteren Sache die Verantwortung zu. „Heute Morgen um 4.20 Uhr ist vom Kiewer Regime ein Terroranschlag auf die Schiffe der Schwarzmeerflotte verübt worden“, zitierte die Tagesschau das Verteidigungsministerium aus Moskau.

Mit insgesamt 16 Drohnen soll die Schwarzmeerflotte laut Russland angegriffen worden sein. Diesen Angriff schreibt Russland Großbritannien zu. In der ukrainischen Region Mykolajiw sollen Spezialkräfte aus dem vereinten Königreich stationiert sein, die diese Angriffe, nach russischer Auffassung, durchgeführt haben sollen.

Ebenso sollen die Spezialeinheiten Marineeinheiten der Ukraine ausbilden, wie die Tagesschau schreibt. „Fahrlässigen Umgang mit Sprengstoff“ soll aus Sicht von Anton Heraschtschenko, einem Berater des ukrainischen Innenministeriums, für die Explosionen an der Flotte verantwortlich gewesen sein. Die Angaben beider Seiten konnten nicht unabhängig überprüft werden. (Lucas Maier)

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