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Terror in Frankreich: Weitere Festnahme nach Messerangriff in Nizza

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  • Sarah Neumeyer
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Nach dem tödlichen Messerangriff von Nizza wurde eine weitere Person festgenommen. Derweil kommen Fragen zur Einreise des Täters nach Frankfreich auf.

  • Im französischen Nizza hat es am Donnerstag einen Messerangriff gegeben.
  • Ermittler gehen von einer Terror-Tat aus, der Täter soll inzwischen identifiziert worden sein.
  • Inzwischen wurde ein weiterer Mann festgenommen.

+++ 12:15 Uhr: Nach dem tödlichen Messerangriff im französischen Nizza ist ein weiterer Mann festgenommen worden. Justizkreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris, dass sich ein 47-Jähriger in Gewahrsam befindet. Demnach wurde der Verdächtige bereits am Donnerstagabend gestellt.

Verbindung zu Täter von Nizza nach Festnahme noch unklar

In welcher Verbindung der 47-Jährige zu dem mutmaßlichen Täter von Nizza steht, war zunächst nicht klar. Der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard hatte aber am Donnerstag davon gesprochen, dass mögliche Komplizen des 21-jährigen Tunesiers gefunden werden sollen.

Der Mann hatte am Donnerstag in Nizza in einer Kirche drei Menschen mit einem Messer getötet. Mindestens ein Opfer wurde fast enthauptet, zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame in Nizza gefunden. Bereits am 16. Oktober war in Paris ein Lehrer enthauptet worden, das Tatmotiv soll islamistischer Terrorismus gewesen sein. Ein entsprechendes Motiv wird auch bei dem Anschlag in Nizza vermutet.

Nach dem Messerangriff von Nizza wurde ein weiterer Mann festgenommen. Vor dem Ort des Attentats legen Menschen Kerzen nieder.

Ermittler suchen mögliche Komplizen des Angreifers von Nizza

Update vom Freitag, 30.10.2020, 07.30 Uhr: Nach der brutalen Messerattacke in der Mittelmeer-Metropole Nizza mit drei Toten wollen Anti-Terror-Ermittler herausfinden, ob der Tatverdächtige möglicherweise von Komplizen unterstützt wurde. Sie wollen auch genauer wissen, wie der Mann, der aus Tunesien stammen soll, nach Südfrankreich kam. Der von Polizisten schwer verletzte Terrorverdächtige kam in ein Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr, wie Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard berichtete.

Der Angreifer habe ein Dokument des Italienischen Roten Kreuzes bei sich getragen, das auf einen 1999 geborenen tunesischen Staatsbürger ausgestellt gewesen sei. Er sei im September über die italienische Insel Lampedusa eingereist, sagte Ricard weiter. Am 9. Oktober sei er dann im süditalienischen Bari gewesen.

Die Ermittler in Nizza stellen Spuren sicher.

Italiens Behörden waren nach eigenen Angaben von Tunesien nicht vor dem Gewalttäter gewarnt worden. Aus dem Innenministerium in Rom verlautete, dass der Angreifer als ein 21-jähriger Tunesier identifiziert worden sei. Der Mann sei illegal auf Lampedusa angekommen. Nach italienischen Agenturberichten war er mit anderen Bootsmigranten dort an Land gegangen und im Oktober nach Bari gebracht worden. Dort soll er abgetaucht sein.

Aus Quellen im Innenministerium in Rom hieß es nur, dem Tunesier sei am 9. Oktober ein Ablehnungsdekret für einen Verbleib geschickt worden. Er sei aufgefordert worden, Italien innerhalb von sieben Tagen zu verlassen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Freitagvormittag bei einem nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat über das weitere Vorgehen beraten. Der 42-Jährige hatte am Tatort von einem „islamistischen Terroranschlag“ gesprochen und den Katholiken Unterstützung zugesichert.

Terror in Nizza: Mutmaßlicher Täter identifiziert - „Allahu Akbar“-Rufe in Berlin

Update, 20.44 Uhr: Die tunesische Staatsanwaltschaft hat nach der tödlichen Messerattacke im französischen Nizza Ermittlungen aufgenommen. Der mutmaßliche Täter ist ein 21-jähriger Tunesier, der offenbar über die italienische Insel Lampedusa in die EU eingereist ist. Tunesien habe die Ermittlungen nach ersten Informationen über die Identität des mutmaßlichen Angreifers begonnen, sagte der stellvertretende Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali, der dpa.

Das tunesische Antiterrorgesetz schreibe die Strafverfolgung jedes Tunesiers vor, der an einer terroristischen Handlung innerhalb oder außerhalb des Landes beteiligt war, sagte Dali. Er bestätige auch, dass der mutmaßliche Angreifer von Nizza nach ersten Ermittlungskenntnissen ein Tunesier war, berichtet die tunesische Nachrichtenagentur Tap.

Mutmaßlicher Täter identifiziert - „Allahu Akbar“-Rufe in Berlin

Update, 18.11 Uhr: Bei dem mutmaßlichen Angreifer von Nizza handelt es sich offenbar um einen 21-jährigen Mann aus Tunesien, berichtet die dpa. Der Mann sei über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schreibt der französische Abgeordnete Éric Ciotti auf Twitter. Ciotti sitzt für die konservative Partei Les Républicains und das Département Alpes-Maritimes im französischen Parlament. In seinem Département liegt auch die Stadt Nizza. Gleiches berichtet auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

EU-Ratspräsident Charles Michel verteidigte angesichts des mutmaßlich islamistischen Anschlags in Nizza das Recht auf freie Meinungsäußerung. „Meinungs- und Gedankenfreiheit sind Bestandteil unserer demokratischen Prozesse“, sagte Michel. „Wir müssen (...) all diejenigen bekämpfen, die diese Grundwerte gefährden wollen.“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Messerattacke verurteilt und gesagt, Frankreich werde nicht klein beigeben. Ob es einen Zusammenhang zur aktuellen Debatte um Mohammed-Karikaturen in Frankreich gibt, ist noch unklar.

Zweiter mutmaßlicher Terror-Anschlag in Frankreich

Bereits vor zwei Wochen wurde ein Lehrer in Frankreich Ziel mutmaßlicher terroristischer Gewalt. Den Ermittlungen zufolge soll er getötet worden sein, weil er in einer Unterrichtsstunde zum Recht auf Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen verwendet hatte. In Berlin sollen am Donnerstagabend mehrere Dutzend Personen gegen Emmanuel Macron und das Zeigen von Mohamed-Karikaturen demonstrieren. Bilder der Demonstration kursieren in sozialen Netzwerken.

Update, 16.20 Uhr: Die Messerattacke in Nizza war laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein „islamistischer Terroranschlag“. Bei dem Angriff starben drei Menschen. Frankreich sei angegriffen worden, sagte Macron. Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der inländische Anti-Terroreinsatz „Sentinelle“ des Militärs solle von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werden. Macron war nach dem Anschlag in Begleitung von Ministern nach Nizza gereist.

Update, 14.51 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach der tödlichen Messerattacke in Nizza eingetroffen. Begleitet wird er offenbar von Innenminister Gérald Darmanin, Justizminister Éric Dupond-Moretti und dem Anti-Terrorstaatsanwalt Jean-François Ricard. Vor Ort wolle Macron mit Sicherheitskräften und dem Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, sprechen. Nach Angela Merkel hat sich auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) entsetzt über den Messerangriff in einer Kirche geäußert. „Der grausame Mord in Nizza ist Terror“, schrieb er auf Twitter. Auch der Vatikan äußerte sein Entsetzen. Papst Franziskus bete für die Opfer, ihre Angehörigen und für ein Ende der Gewalt.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, spricht nach einer Messerattacke in der Kirche Notre-Dame in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza mit Polizeibeamten. Bei der Messerattacke hat es mindestens drei Tote und mehrere Verletzte gegeben.

Frankreich ruft höchste Terrorwarnstufe aus - Macron erscheint vor Ort

Update, 13.24 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich „tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche“ in Nizza gezeigt. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Ermordeten und bei den Verletzten“, erklärte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert. „Der französischen Nation gilt in diesen schweren Stunden Deutschlands Solidarität“, fügte die Kanzlerin hinzu.

Update, 13 Uhr: Nach der blutigen Messerattacke mit drei Toten in Nizza gilt in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe. Es sei die Stufe „Urgence Attentat“ des Anti-Terror-Alarmplans „Vigipirate“ ausgerufen worden, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag in der Nationalversammlung in Paris.

Tödliche Messerattacke in Nizza: Drei Menschen tot, sechs weitere verletzt

Update, 11.50 Uhr: Bei der blutigen Messerattacke in Nizza sind nach einer vorläufigen Bilanz drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris am Donnerstag auf Anfrage.

Die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Mordes und Mordversuchs im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat“. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, sagte, der mutmaßliche Täter habe mehrfach „Allahu Akbar“ gerufen. Mindestens einem Opfer wurde die Kehle durchgeschnitten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte nach Angaben seines Pariser Büros nach Nizza reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Im französischen Nizza sind bei einer Messerattacke mindestens drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden.

Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke in Nizza

Erstmeldung vom Donnerstag, 29.10.2020, 10.41 Uhr: Nizza - Bei einem Messerangriff in der südfranzösischen Stadt Nizza sind nach Angaben aus Regierungskreisen zwei Menschen getötet worden. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, schrieb auf Twitter: „Alles deutet auf einen Terroranschlag im Umfeld der Basilika Notre-Dame von Nizza hin.“ Die Polizei hatte zuvor in einer ersten Bilanz von einem Toten und mehreren Verletzten gesprochen. Der Nachrichtensender BFMTV sprach sogar von drei Toten. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben des Bürgermeisters festgenommen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin kündigte auf Twitter eine Krisensitzung des Kabinetts an, Regierungschef Jean Castex verließ dafür die laufende Parlamentsdebatte über den neuen Lockdown. Ressortchef Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr in Frankreich gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Nizza wurde bereits 2016 von einem Terroranschlag erschüttert, dabei starben 86 Menschen. (afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Valery Hache / dpa

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