Schüsse bei Demonstration

Polizeigewalt in Nigeria löst Entsetzen aus

Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Nigeria wurden offenbar mehrere Personen getötet. Der US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden verurteilte die Gewalt gegen Demonstranten.

  • Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Nigeria sind offenbar mehrere Menschen getötet worden.
  • US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden ruft zu einem Ende der Gewalt gegen Demonstranten auf.
  • Auch die US-Musikstars Beyoncé und Rihanna meldeten sich zu Wort.

Lagos - Seit Wochen demonstrieren Menschen in Nigeria bereits gegen Polizeigewalt. Am Mittwoch gingen die Demos trotz einer Ausgangssperre weiter. Dabei fielen Schüsse auf Demonstranten, die weltweites Entsetzen ausgelöst haben.

Mehrere Menschen wurden bei den Demonstrationen offenbar getötet und verletzt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet von 12 Personen, die von Sicherheitskräften getötet worden seien. Auch die EU, die Vereinten Nationen und Augenzeugen berichteten von Toten. Nigerias Präsident Muhamed Buhari rief zur Ruhe auf und stellte weitere Polizeireformen in Aussicht.

Offenbar mehrere Tote bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Nigeria

Donald Trumps Herausforderer Joe Biden, die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton und UN-Generalsekretär António Guterres rief zu einem Ende der Gewalt gegen die Demonstranten auf. „Ich fordere Präsident Buhari und das nigerianische Militär dringend auf, das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten in Nigeria einzustellen, das bereits mehrere Todesopfer gefordert hat“, sagte Joe Biden in einer Mitteilung. Die USA müsse den Nigerianern in dieser Situation beistehen.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz demonstrieren mit Transparenten, auf denen zu lesen ist «Stoppt das Töten unserer Kinder. Ich bin ein besorgtes Elternteil.»,gegen Polizeigewalt.

Demonstrationen gegen Polizeigwalt in Nigeria: Joe Biden meldet sich zu Wort

Auch die US-Popikonen Rihanna und Beyoncé verurteilten die Gewalt bei den Demonstrationen in Nigeria. Musikstar Rihanna schrieb auf Twitter, es sei unerträglich, das Geschehen in Nigeria zu beobachten. „Es ist so ein Betrug an den Bürgern, dass dieselben Leute, die sie schützen sollen, nun diejenigen sind, vor denen wir uns am meisten fürchten müssen, ermordet zu werden.“

Ähnlich äußerte sich auch US-Musikstar Beyoncé. Sie schrieb bei Instagram, sie habe ein zerbrochenes Herz, wenn sie die sinnlose Brutalität in Nigeria sehe und arbeite mit Organisationen, um Lebensmittel, Unterkünfte und eine Notfall-Gesundheitsversorgung zu Verfügung zu stellen. Die Afrikanische Union (AU) kritisierte die Gewalt gegen Demonstranten ebenfalls scharf.

Nigerianer:innen demonstrieren mit Slogan #EndSARS gegen Polizeigewalt

Auslöser für die Proteste in Nigeria war ein Video das zeigt, wie ein Polizist der Eliteeinheit „SARS“ einen jungen Mann tötet. Dieses wurde über Social-Media-Kanäle geteilt und führte dazu, dass Bürger:innen aus Nigeria unter dem Slogan #EndSARS gegen Polizeigewalt auf die Straße gingen. Die Polizeieinheit „Special Anti-Robbery Squad“ (SARS) war zur Bekämpfung von Gewalt gegründet worden, soll aber selbst für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sein.

Am vergangenen Montag löste die nigerianische Regierung die Polizeieinheit SARS auf. Präsident Muhammadu Buhari teilte auf Twitter mit, dass dies der erste Schritt für umfassende Polizeireformen sei. Das beendete die Demonstrationen in Nigeria jedoch nicht, denn die Demonstrant:innen fordern weitreichendere Veränderungen. Um die Lücke, die durch die Auflösung von SARS entsteht zu füllen, wurde eine neue Polizeieinheit, das „Special Weapons and Tactics team“ (SWAT), gegründet. (Sarah Neumeyer mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sunday Alamba/dpa

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