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Corona-Pandemie

Niederlande wagt Öffnungsschritte trotz hoher Infektionszahlen – „Es fühlt sich toll an“

  • Luisa Weckesser
    vonLuisa Weckesser
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Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen und eines starken Drucks auf die Krankenhäuser haben die Niederlande nach gut vier Monaten den strengen Lockdown gelockert.

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 14:55 Uhr: Angesichts der umstrittenen Öffnungen in den Niederlanden äußern sich Intensivmediziner sehr besorgt. Es drohe „Code Schwarz“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Intensivmediziner, Diederik Gommers, im Radio. Ab diesem Punkt müsse eine Triage-Kommission in den Krankenhäusern entscheiden, welchen Patienten noch geholfen wird. Einige Patienten im Land seien bereits so überfüllt, dass die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht sei.

Einige Niederländer sind dagegen von den Öffnungen begeistert. „Es fühlt sich toll an, wieder da zu sein“, sagte der 25-jährige Jonathan den Hoed in einem Café in Den Haag. „Es gehört zu den Niederländern, draußen auf den Terrassen zu sein und nach der Arbeit mit Freunden auszugehen und zu trinken und zu essen.“

Sechs Monate waren die Cafés und Restaurants in den Niederlanden geschlossen. Die Corona-Neuinfektionen steigen, die 7-Tages-Inzidenz liegt im niederländischen Durchschnitt bei 317.

Männer stoßen auf einer Café-Terrasse an. Die Niederlande haben einige Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert und unter anderem Bereiche der Außengastronomie wieder geöffnet.

Niederlande: Geschäfte und Restaurants öffnen – trotz hoher Corona-Infektionszahlen

Erstmeldung vom 28.04.2021, 20.14 Uhr: Amsterdam – Die Geschäfte in den Niederlanden durften am Mittwoch wieder Kunden empfangen - und das ohne vorherigen Termin. Seit zwölf Uhr bedienten auch wieder Cafés und Restaurants Gäste im Außenbereich. Auch die unpopuläre abendliche Ausgangssperre wurde abgeschafft.

Während die meisten Niederländer:innen jubelten, warnten aber Mediziner:innen und Virologen:innen vor negativen Folgen. Am Mittwoch war die Corona-Infektionsrate erneut gestiegen; sie ist jetzt etwa doppelt so hoch wie in Deutschland.

Bei strahlend blauem Himmel und Frühlingstemperaturen füllten sich die Innenstädte von Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag schnell. Vor Kaufhäusern, Boutiquen und Möbelläden bildeten sich lange Warteschlangen. Denn Geschäfte dürfen nicht uneingeschränkt Kunden zulassen, der Abstand von 1,5 Meter muss eingehalten werden.

Corona in den Niederlanden: Gaststätten dürfen Terrassen bis 18 Uhr öffnen

Um Punkt zwölf Uhr öffneten dann auch die Gaststätten ihre Terrassen. Auf dem Vrijthof im Zentrum von Maastricht jubelten und sangen die Leute und es wurde Konfetti verstreut. Seit mehr als sechs Monaten waren die Gaststätten geschlossen.

Die Regierung hatte die Lockerungen beschlossen, obwohl die wissenschaftlichen Berater:innen dringend davon abgeraten hatten. Denn die Infektionszahlen sind hoch und der Druck auf Krankenhäuser ist groß. Es sei ein „kalkuliertes Risiko“, erklärte der geschäftsführende Ministerpräsident Mark Rutte.

Menschen feierten in Amsterdam am Dienstag den Tag des Königs, obwohl die Behörden dazu aufforderten, sich an die Distanzierungsvorschriften zu halten. Nun lockert die Regierung die Maßnahmen.

Die Regierung rechnet damit, dass der Druck durch schnelle Impfungen abnehmen werde. Mehr als fünf Millionen Bürger:innen wurden bereits mit mindestens einer Dosis geimpft, das sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen.

Cafés und Restaurants dürfen im Außenbereich unter Auflagen bis 18.00 Uhr Kunden bedienen. Doch für viele Wirt:innen rentiere sich die eingeschränkte Öffnung trotzdem nicht, sagte ein Sprecher. So dürfen an einem Tisch nur zwei Personen sitzen.
Zu Hause dürfen die Niederländer:innen statt bisher eine Person zwei Gäste am Tag empfangen. Und auch Student:innen bekommen zumindest einen Tag in der Woche wieder Präsenzunterricht.

Corona-Lockerungen in den Niederlanden: Museen, Theater und Kinos weiter geschlossen

Weiterhin verboten sind aber alle Veranstaltungen mit Publikum wie Sportwettkämpfe, Museen, Theater, Kinos. Es gilt auch Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden.

Die Niederlande bleiben weiterhin ein Hochinzidenzland mit 317 Infektionen auf 100.000 Einwohner:innen in sieben Tagen. Das heißt, dass jeder nach einem Aufenthalt im Nachbarland nach wie vor nur mit einem negativen, maximal 48 Stunden alten Covid-Test nach Deutschland einreisen darf.

In Niedersachsen gilt auch eine Quarantänepflicht. Ausnahmeregelungen gibt es allerdings für Pendler:innen. Für deutsche Reisende oder Tagesbesucher:innen gibt es auch keine Entwarnung. Politiker:innen aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Belgien riefen die jeweilige Bevölkerung dringend dazu auf, auch nicht zu einer Stippvisite über die Grenze zu fahren. (luw/dpa)

Rubriklistenbild: © Peter Dejong

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