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Nicolas Sarkozy, ehemaliger Präsident von Frankreich, beim Verlassen des Gerichtssaals.
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Nicolas Sarkozy, ehemaliger Präsident von Frankreich, beim Verlassen des Gerichtssaals.

Frankreich

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy vor dem Richter

  • Stefan Brändle
    vonStefan Brändle
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Der französische Ex-Präsident muss sich wegen Korruption vor Gericht verantworten

Paris - Er kommunizierte mit seinem Anwalt unter dem falschen Namen „Paul Bismuth“, um Absprachen zu vertuschen, doch es half nichts: Nicolas Sarkozy, Präsident der französischen Republik von 2007 bis 2012 und Mitglied der Partei „Les Républicains“ (LR) , muss sich seit Montag im Pariser Gerichtsgebäude wegen Bestechung verantworten.

Nicolas Sarkozy vor Gericht: Verhandlung zunächst vertagt

Der 65-jährige Konservative erschien mit einer Gesichtsmaske zu seinem Rendezvous mit der Justiz. Wegen der Corona-Gefährdung eines 73-jährigen Mitangeklagten vertagte der Richter die Verhandlung nach kurzer Beratung auf Donnerstag. Dann sollen die Vorwürfe aber sofort zur Sprache kommen. Und sie wiegen schwer. Sarkozy soll einem hochrangigen Justizbeamten einen begehrten Job im Fürstentum Monaco versprochen haben – im Gegenzug zu vertraulichen Auskünften über den Verfahrensstand in der „Bettencourt-Affäre“.

Der Posten in Monaco wurde zwar anderweitig besetzt, und die Bettencourt-Affäre endete für Sarkozy mit einer Verfahrenseinstellung. „Monsieur Bismuth“ muss dennoch vor den Richter. Erstmals überhaupt sitzt damit ein französischer Präsident wegen Korruption auf der Anklagebank. Sarkozys Vorgänger Jacques Chirac war wegen Veruntreuung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden, doch sein Delikt wog weniger schwer.

Nicolas Sarkozy drohen bis zu zehn Jahre Haft

Sarkozy drohen bis zu zehn Jahre Haft, ferner eine Geldstrafe von einer Million Euro. Er hat außerdem noch drei weitere Affären am Hals. Im März 2021 dürfte er erneut vor Gericht kommen, weil er in der Präsidentschaftskampagne 2012 wohl bei den Ausgaben geschummelt hatte: Gewisse Kosten, die den zugelassenen Rahmen überstiegen, wurden einfach der Partei in Rechnung gestellt. Ferner soll Sarkozy auch bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 in Katar mitgemischt haben. Welche Rechtsfolgen sich daraus ergeben, ist bisher noch unklar.

Ein dritter Vorwurf ist die angebliche Finanzierung einer Kampagne durch den libyschen Ex-Diktator Muammar al Ghaddafi. Sie ist jedoch bisher nicht bestätigt.

Nicolas Sarkozy: Beste Verbindungen zu Emmanuel Macron

Sollte Sarkozy in der Bestechungsaffäre verurteilt werden, wäre seine politische Karriere zweifellos erledigt. Im Hintergrund zieht er bei den „Républicains“ aber immer noch viele Fäden. Viele Anhänger erklären, ihr Idol sei der einzige mögliche Kandidat der Partei mit Charisma. Aber wegen seiner Justizaffären wollen ihn längst nicht alle Parteifreunde zu einer Bewerbung bei der Präsidentschaftswahl 2022 überreden.

Das kann Sarkozy nichts anhaben. Der quirlige Ehemann der Sängerin Carla Bruni, der als Promiredner, Buchautor und Lobbyist der französischen Luxusgüterbranche viel unterwegs ist, steht auf gutem Fuß mit Präsident Emmanuel Macron. Pariser Medien vermuten einen Deal: Sarkozy überlässt Macron das Feld bei den Wahlen 2022 – erhält aber dessen Segen, wenn Macron coronabedingt oder aus einem anderen Grund nicht antreten könnte.

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