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Martin Sonneborn, Nico Semsrott
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Nico Semsrott (r.) erklärte seinen Parteiaustritt aus „DIE PARTEI“ in eine Statement. (Archivfoto)

EU-Abgeordneter

Nico Semsrott tritt aus „DIE PARTEI“ aus – Martin Sonneborn bedauert „misslungenen Witz“

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Der EU-Abgeordnete Nico Semsrott ist nicht länger Mitglied von „DIE PARTEI“ – was hinter dem Austritt steckt.

  • Parteiaustritt aus „DIE PARTEI“: Nico Semsrott zieht sich zurück.
  • Martin Sonneborn hat mittlerweile darauf reagiert.
  • Semsrott bleibt weiterhin Abgeordneter im EU-Parlament.

Update vom 14.01.2021, 08.30 Uhr: Der Europaabgeordnete Martin Sonneborn hat einen als rassistisch kritisierten Witz bedauert. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass sich jemand durch den Aufdruck eines satirisch gemeinten T-Shirts rassistisch diskriminiert fühlen könnte, erklärte der Chef der Satirepartei „DIE PARTEI“ auf Twitter. Ein Schriftzug auf dem T-Shirt hatte suggeriert, Asiaten könnten kein R aussprechen.

„Wenn ein Witz aber zu rassistischer Verletzung führt, statt Reflexionsanstöße zu geben oder zumindest ein befreiendes Lachen nach sich zu ziehen, dann ist es ein misslungener Witz. Es tut mir leid, dass Menschen durch die Reproduktion dieser Stereotype verletzt wurden.“

Nico Semsrott tritt aus „Die PARTEI“ aus: Martin Sonneborn bedauert rassistischen „Witz“

Wegen des Streits über dieses T-Shirt und Sonneborns Umgang mit Kritik daran hatte der Europaabgeordnete und Satiriker Nico Semsrott am Mittwoch seinen Austritt aus Die Partei angekündigt. Der 34-Jährige schrieb in einer Erklärung: „Ich finde seine Reaktion auf die Kritik falsch und inakzeptabel. Das ging mir in der Vergangenheit schon in anderen Fällen so.“ Sonneborn hatte ein Bild mit dem T-Shirt per Twitter verbreitet, dieses später allerdings gelöscht. Etliche Nutzer gaben an, sich rassistisch beleidigt zu fühlen. Sonneborn, früher Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“, legte mit einem Tweet nach: «So, und jetzt bitte schön diskutieren, was Satire darf & soll, die Grenzen bitte nicht vergessen. Merke: der erste Zugriff („Wah! Rassismus!“) ist oft nicht der beste.“

In seiner Erklärung vom Mittwochabend schrieb Sonneborn: „Die Exegese von Witzen gehört eigentlich nicht zu meiner Berufsbeschreibung.“ Mit dem T-Shirt habe er nach dem Sturm von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol die „zunehmend gegenstandsloser werdende weltpolitische Überheblichkeit der USA“ und die „sinophoben Ausfälle und Polemiken ihres Präsidenten“ karikieren wollen. Bei der Gestaltung des Shirts habe er sich „sprachlicher Stereotype bedient und ein billiges Klischee aufgenommen“. Die Wirkung habe er unterschätzt. Das berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“.

Martin Sonneborn reagiert auf Austritt von Nico Semsrott aus „Die PARTEI“

+++ 20.00 Uhr: Martin Sonneborn hat auf den Austritt von Nico Semsrott aus „Die PARTEI“ selbstkritisch reagiert. Der Parteichef schrieb in einer Stellungnahme auf Twitter, dass er sich bei der Gestaltung eines T-Shirts „sprachlicher Stereotype bedient“ und „ein billiges Klischee aufgenommen“ habe.

Die Wirkung habe er unterschätzt. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass sich jemand davon „rassistisch diskriminiert fühlen“ könnte. „Wenn ein Witz zu rassistischer Verletzung führt, statt Reflexionsansätze zu geben oder zumindest ein befreiendes Lachen nach sich zu ziehen, dann ist es ein misslungener Witz“, so Sonneborn. Schließlich entschuldigte er sich und schrieb, es tue ihm leid, dass Menschen „durch die Reproduktion dieser Stereotype verletzt wurden“.

Nico Semsrott verlässt die Partei „DIE PARTEI“

Erstmeldung vom 13.01.2021, 15.30 Uhr: Berlin – Der Europaabgeordnete Nico Semsrott verlässt die Partei „DIE PARTEI“. Das gab der 34-Jährige am Mittwoch (13.01.2021) bekannt.

Auslöser seines Parteiaustritts waren offenbar mehrere umstrittene Tweets von Martin Sonneborn, dem Gründer der Partei. Auf Twitter entbrannte eine Diskussion um rassistische Aussagen des ehemaligen Chefredakteurs des Satire-Magazins „Titanic“. Sonneborn wiegelte die Vorwürfe mit einem Verweis auf seinen Humor ab. Für Semsrott brachten diese Aussagen offenbar ein Fass zum Überlaufen.

Nico Semsrott: Rassistische Tweets von Martin Sonneborn – Kritik „ignoriert“

„Für mich geht es bei Martin Sonneborns Tweets von vergangener Woche weniger um eine Debatte über den Sinn und Zweck von Satire, sondern vielmehr um einen ignoranten Umgang mit Feedback. Wenn sich Menschen von seinen Postings rassistisch angegriffen fühlen, muss er nicht viel tun. Es reichen Mitgefühl und der Respekt vor den Betroffenen, um das eigene Verhalten zu korrigieren“, betonte er in einem Statement.

Stattdessen hätte Sonneborn die Kritik ignoriert. „Ich habe vor einem Jahr vergeblich zu dieser Thematik mit ihm diskutiert und ihn vor einigen Tagen gebeten, über sein Posting nachzudenken und sich zu entschuldigen“, so Semsrott. Doch Sonneborn habe dies nicht getan. Dabei handle es sich nicht um ein Versehen: „Er will das eindeutig so“, so Semsrott weiter.

Der Europaabgeordnete betonte allerdings, dass sich durch seinen Parteiaustritt nichts an seiner Parlamentsarbeit ändere. Semsrott hatte sich vor geraumer Zeit der Grünen-Fraktion im EU-Parlament angeschlossen. Sonneborn ist hingegen fraktionslos. (Tobias Utz)

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