+
Zwei Männer folgen AKK überallhin: Nico Lange und ihr Gatte.

CDU-Chefin

Der zweite Mann in Kramp-Karrenbauers Leben

  • schließen

Berater Nico Lange ist der CDU-Chefin nach Berlin gefolgt – ein Porträt.

Auf der Internetseite der CDU findet sich dieser Schnappschuss: Ein Mann in Jackett und mit gestreifter Krawatte strahlt in die Kamera, neben ihm, einen Kopf kleiner, steht eine Frau mit einem etwas verhaltenen Lächeln. „Überglücklich und happy. AKK und ihr ‚zweitwichtigster Mann‘“, steht unter dem Foto. Es ist ein Bild vom Parteitag im vergangenen Dezember, Kramp-Karrenbauer hatte gerade das Rennen um den CDU-Vorsitz gewonnen. Der Mann auf dem Foto heißt Nico Lange. Er ist Kramp-Karrenbauers engster Mitarbeiter.

Lange hat den Aufstieg Kramp-Karrenbauers begleitet. Er gilt als Favorit für den Posten des Bundesgeschäftsführers, der im Juli frei wird. Ausgerechnet jetzt aber ist seine Chefin ins Schwanken gekommen, wegen des historisch schlechten Ergebnisses bei der Europawahl, wegen fehlender Antworten in der Klimapolitik, wegen Zögerns und Zauderns im Umgang mit dem Youtuber Rezo.

In der CDU gibt es die, die sagen, Lange sei das eigentliche Problem. Der 44-Jährige sei ein Theoretiker, habe zu wenig Erfahrung in der Positionierung einer Partei im Wahlkampf. AKK habe sich zu eng und zu ausschließlich an ihn gebunden.

Nico Lange berät Kramp-Karrenbauer bereits seit 2017.

Es kann gut sein, dass sich in diese Kritik auch Interessen mischen: Wenn der engste Mitarbeiter schwankt, schwächt das schließlich auch die Chefin. Franz Müntefering ist vor Jahren mal als SPD-Vorsitzender zurückgetreten, als er seinen engsten Vertrauten nicht als Bundesgeschäftsführer durchsetzen konnte. Damals war im Übrigen Andrea Nahles diejenige, die Müntefering Widerstand leistete.

Lange gibt sich nicht als Typ, der sich leicht aus der Fassung bringen lässt. Entschlossen und selbstbewusst präsentiert er seine Analysen. Der CDU hat er schon vor Jahren attestiert, sie müsse mehr auf Nachwuchs setzen und auch auf Frauen. Und statt auf konfrontative müsse sie auf integrative Führungsfiguren setzen. Es wirkt fast, als hätte er AKK miterfunden.

Die hatte den studierten Politologen Ende 2017 als Mitarbeiter verpflichtet, kurz nach der Bundestagswahl. Sie schuf dafür den neuen Posten eines „Bevollmächtigten für Innovation und Strategie“. Lange kam für sie aus Washington ins Saarland. Er hatte in den USA für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung gearbeitet, wie auch zuvor mehrere Jahre in Berlin und in der Ukraine. Lange hatte also internationale Erfahrung, er hatte die Bundespolitik aus der Nähe beobachtet. Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer präparierte sich für den nächsten Schritt: Wenige Monate später war sie CDU-Generalsekretärin, ein weiteres halbes Jahr danach Parteichefin. Ihr Innovationsbeauftragter folgte ihr in die Parteizentrale.

Seinem weiteren Aufstieg kann sich die Partei nur schlecht in den Weg stellen: Der Bundesgeschäftsführer wird nicht gewählt, sondern von der Parteichefin ernannt.

Der wichtigste Mann in Kramp-Karrenbauers Leben, stellt die CDU im Text zu dem Lange-Schnappschuss allerdings auch klar, sei ihr Ehemann: Helmut Karrenbauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion