Aber bitte mit Mundschutz: Reisende am Flughafen auf Kreta.
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Aber bitte mit Mundschutz: Reisende am Flughafen auf Kreta. 

Corona-Virus

„Nichts ist vorbei“

  • vonGerd Höhler
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Griechenland lockert einige Beschränkungen, doch Touristen schleppen das Virus wieder ein.

Griechenland macht weitere Schritte zur Normalisierung des Alltags: Ab sofort müssen Kunden in Einkaufszentren keine Masken mehr tragen. In Restaurants dürfen wieder mehr als sechs Personen an einem Tisch sitzen. Für die Beschäftigten in der Gastronomie und im Einzelhandel gilt allerdings weiterhin Maskenpflicht, ebenso für Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Land hat die Corona-Epidemie dank frühzeitiger Kontaktbeschränkungen bisher gut im Griff. Aber jetzt bestätigt sich eine Befürchtung vieler Fachleute: Ausländische Touristen schleppen das Virus ein und verbreiten es. Nikos Chardalias, als Vizeminister für Zivilschutz zuständig für die Koordination der Corona-Strategie, warnt: „Wir sind noch nicht fertig mit dem Virus, nichts ist vorbei!“

Das merken vor allem Touristen, die aus den Balkanländern über den bulgarischen Grenzübergang Promachonas nach Griechenland kommen. Nachdem es dort anfangs nur Stichproben gab, werden seit Mitte der Woche alle Reisenden auf das Virus getestet. Damit zieht die Regierung die Konsequenz aus einem spürbaren Wiederanstieg der Infektionen. Wurden in Griechenland im Juni an vielen Tagen weniger als zehn neue Covid-19-Fälle registriert, waren es zwischen dem 1. und dem 8. Juli 510 Fälle. Von den Betroffenen waren 365 ausländische Touristen. Haupteinfallstor ist Promachonas, und hier sind es vor allem Serben, die positiv getestet werden. Die Regierung untersagte inzwischen Besuchern aus Serbien die Einreise. Aber Zehntausende sind bereits im Land.

Im Badeort Edipsos auf der Insel Euböa befinden sich 80 Serben in Quarantäne, nachdem ein Ehepaar der Reisegruppe Symptome zeigte und positiv getestet wurde. Auch auf den Inseln Korfu und Thasos sind mehrere positiv getestete Urlauber aus Serbien und Bulgarien in Quarantäne.

Eventuell Grenze schließen

„Unsere unmittelbaren Nachbarländer sind die gefährlichsten“, sagt der Epidemiologe Charalambos Gogos. Wenn die Zahl der festgestellten Infektionen weiter ansteige, gebe es „ein Thema“, warnte der Wissenschaftler im Fernsehsender Skai TV. Problematisch könnte die Situation werden, wenn eine große Zahl positiv getesteter Urlauber in Griechenland unter Quarantäne gestellt oder medizinisch behandelt werden müsse, sagte Gogos. Dann müsse man möglicherweise sogar erwägen, die Grenze zu den benachbarten Balkanländern wieder zu schließen.

Auf den griechischen Flughäfen werden weiterhin nur einzelne Reisende bei der Ankunft getestet. Wen es trifft, entscheidet ein QR-Code, den die Urlauber nach einer Online-Registrierung auf ihr Smartphone bekommen. Wer positiv getestet wird, muss für 14 Tage in Quarantäne. Immerhin: Die Kosten dafür übernimmt der griechische Staat.

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