1. Startseite
  2. Politik

Donald Trump igelt sich ein und „verlässt Mar-a-Lago nicht mehr“

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Donald Trump in seinem Büro in Mar-a-Lago (Archivbild). Der ehemalige Präsident soll sein Anwesen in Florida überhaupt nicht mehr verlassen wollen.
Donald Trump in seinem Büro in Mar-a-Lago (Archivbild). Der ehemalige Präsident soll sein Anwesen in Florida überhaupt nicht mehr verlassen wollen. © Richard Graulich/imago

Donald Trump ist nach etlichen Skandalen selbst in der eigenen Partei zunehmend isoliert. Der ehemalige Präsident schottet sich ab und schadet damit auch der eigenen Kampagne.

Palm Beach - Drei Wochen ist es her, dass Donald Trump seine Präsidentschaftskandidatur verkündet hat. Zwei Jahre vor der eigentlichen Wahl und eineinhalb Jahre, bevor überhaupt die Vorwahlen der Republikaner überhaupt beginnen. Seitdem ist es ruhig geworden um Trumps Kandidatur. Nicht aber um den ehemaligen Präsidenten selbst.

Denn für Donald Trump war die Zeit seit seiner pompösen Verkündung in Mar-a-Lago geprägt von Niederlagen und Rückschlägen. Herschel Walker, handverlesener Kandidat Trumps für die Senatswahl in Georgia, verlor die Stichwahl gegen Raphael Warnock. Trump geriet in die Kritik, weil er zunächst Rapper Kanye West und Nationalist Nick Fuentes in seinem Florida-Domizil empfing. Anschließend machte ein Foto von Trump und der Verschwörungstheoretikerin Liz Crokin, ebenfalls aus Mar-a-Lago, die Runde. Dazwischen wurde seine Firma, die Trump Organization, wegen Steuerbetrugs schuldig gesprochen und zu guter Letzt tauchten auch noch weitere Geheimdokumente auf, die Trump offenbar aus dem Weißen Haus entwendet hatte.

Donald Trump verlässt Mar-a-Lago nicht mehr - und verliert Unterstützung

Keine dieser Meldungen hatte irgendwas mit seiner Präsidentschaftskandidatur zu tun, doch jede einzelne dürfte seinen Ambitionen auf eine zweite Amtszeit im dritten Versuch schaden. Innerhalb der Republikaner ist Donald Trump zunehmend isoliert, selbst seine sonst so treuen Fürsprecherinnen und Fürsprecher wie Senator Josh Hawley oder die Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene und Matt Gaetz gehen entweder offen auf Distanz oder schweigen sich aus. Das soll nun auch auf den ehemaligen US-Präsidenten wirken.

Laut eines Berichts der Washington Post hat Donald Trump seit der Verkündung seiner Kandidatur „seinen privaten Club in Südflorida kaum noch verlassen“ - bis auf einen Besuch auf seinem Golfkurs in Lake Worth Lagoon, knapp zwei Kilometer von Mar-a-Lago entfernt. Interviews, vor allem mit Fox News, gab er aus seinen Privatgemächern im Golfclub selbst, Auftritte bei Spendengalas absolvierte er per Videoschalte. All das in einer Zeit, in der sich die innerparteiliche Konkurrenz darauf vorbereitet, Trump an der Spitze der Republikaner abzulösen und der ehemalige Präsident mehr denn je um seine Führungsrolle kämpfen muss.

Donald Trump mit dem „schlechtesten Start der Geschichte“

Laut der New York Times soll Donald Trump wieder dahin, wo er nach Meinung seines Wahlkampfteams am besten aufgehoben ist: inmitten seiner MAGA-Fans, auf Wahlkampfveranstaltungen im Hinterland der USA. Im Januar soll Trump deshalb wieder auf Reisen gehen. Ein erster Termin könnte in Iowa anstehen, wo die Republikaner 2024 in die Vorwahlen starten. Ob das reicht, um „eine drei Wochen alte Kampagne mit dem schlechtesten Start der Geschichte“ zu retten, wie Ammar Moussa, Sprecher der Demokraten, über Trump unkte, wird sich dann zeigen. (Daniel Dillmann)

Auch interessant

Kommentare