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Newsmax

Neuer Lieblingssender von Donald Trump überholt Fox News

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump ist unzufrieden mit Fox News. Seit Wochen wirbt er für „OAN“ und „Newsmax“. Seine Fans bringen Fox nun erstmals eine empfindliche Niederlage bei.

  • Donald Trump liegt mit seinem ehemaligen Lieblingssender Fox News über Kreuz.
  • Weil Fox News nicht nach dem Geschmack des abgewählten Präsidenten berichtet, wirbt Trump für „OAN“ und „Newsmax“.
  • Alle Neuigkeiten rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Boca Raton, Florida - Donald Trump zürnt mit seinem ehemaligen „Haussender“ Fox News. Der Sender, dem nachgesagt wird, Trump mit vielen Sendeminuten im Vorfeld der US-Wahl 2016 erst zum Präsidenten gemacht zu haben, hatte sich zuletzt ein wenig abgewandt. Als Indiz gilt die frühzeitige Ausrufung von Joe Biden als Wahlsieger im US-Bundesstaat Arizona. Fox News meldete den Sieg des Demokraten an der Grenze zu Mexiko weit vor den weniger konservativen Nachrichtensendern CNN und NBC.

US-Präsident im Interview bei Fox News: Mittlerweile hat er einen neuen Lieblingssender im TV. (Archivfoto)

Donald Trump wütet gegen Fox News und wirbt für „OAN“ und „Newsmax“

Ein Fakt, der Donald Trump gar nicht schmeckt. Noch in der Wahlnacht soll er gezürnt und gebrüllt haben, als er mit ansehen musste, wie der ihm einst loyal ergebene erzkonservative Nachrichtensender hervorpreschte. Und auch in der Folgezeit fanden Fox News und der abgewählte Präsident nicht wieder so recht zusammen. Während sich die Meinungssparte des Kabelsenders größtenteils hinter die Verschwörungstheorien des Präsidenten stellte und seine Geschichten vom „Wahlbetrug“ ventilierte, fand sich die Nachrichtenabteilung mit den Fakten und somit mit der Niederlage des Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 ab.

Ganz im Gegensatz zu Donald Trump selbst, der seiner Anhängerschaft trotz einer niederschmetternden Bilanz vor den Gerichten in den USA noch immer weismachen will, dass er der wahre und in Wirklichkeit „bestohlene“ Wahlsieger sei. Um seine Fans - auch in Hinsicht auf eine immer wahrscheinlicher werdende neuerliche Präsidentschaftskandidatur 2024 - bei der Stange zu halten, braucht er TV-Sender, die seine Behauptungen in die Wohnzimmer der Republik tragen. Da Fox News sich dieser Gefolgschaft inzwischen verweigert, schaute sich Trump nach Alternativen um - und wurde fündig.

„Newsmax“ und „OAN“ berichten ganz im Sinne von Donald Trump

Namentlich sind es „One America News“ (OAN) und „Newsmax“, die bereit dazu sind, eine Berichterstattung ganz im Sinne von Donald Trump zu liefern. Und der trotzige Wahlverlierer weiß das zu schätzen. So sehr, dass er ursprüngliche Pläne verwarf, ein eigenes digitales Nachrichtenangebot auf die Beine zu stellen und seine Fanschar immer wieder dazu aufrief, Fox News zu meiden.

Und die „Trumpisten“ folgen ihrem Idol. Am vergangenen Montagabend (7.12.2020) schauten zur Primetime in den USA erstmals mehr Menschen in der werberelevanten Zielgruppe der 25- bis 54-Jährigen „Newsmax“ als Fox News. Die Sendung „Greg Kelly Reports“ auf „Newsmax“ fuhr mit voller Unterstützung von Donald Trump eine Quote von 229.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ein, „The Story with Marha MacCallum“ kam lediglich auf eine Quote von 203.000. Das ist an sich kein großer Unterschied und doch ein möglicher Wendepunkt in der US-Fernsehlandschaft.

Fox NewsNewsmaxOAN
Gegründet 1996Gegründet 1998Gegründet 1995
CEO: Suzanne ScottCEO: Christopher RuddyCEO: Gavin Bambury

„Newsmax“ sieht sich im Windschatten von Donald Trump im Aufwind

Waren Donald Trump und die Republikaner noch bis vor Kurzem auf die traditionell erzkonservative Zuschauerschaft von Fox News, dem quotenstärksten Nachrichtensender in den USA, angewiesen, erschließen sich so ganz neue Verbreitungsmöglichkeiten. Auf „Newsmax“ ist Joe Biden nicht gewählt, Donald Trump nicht abgewählt. Dort ist Trump der „Betrogene“ und dort wird beteuert, dass die „Strike Force“ um Rudy Giuliani das Ergebnis schon noch kippen wird.

Gerade „Quotensieger“ Greg Kelly tut sich als besonders Trump-gläubig hervor, sein Programm besteht aus „langen Pro-Trump-Anti-Medien-Kommentaren“ (CNN), seine Show sammelt Quoten wie sonst keine Sendung im Programm von „Newsmax“. Auch wenn der Rechtsaußen-Sender noch immer nur ein Viertel der Quoten von Fox News verzeichnet, ist der eng an die Gunst von Donald Trump und seiner Anhängerschaft gebundene Aufstieg nicht mehr zu übersehen. Christopher Ruddy, CEO des Kabelsenders, sagt selbstbewusst: „Wir sind hier, um zu bleiben. Die Quoten bestätigen uns.“

Fox News nimmt den Quotenkampf gegen „Newsmax“ an - auch um die Fans von Donald Trump

Die Erhebungen geben dem „Newsmax“-Chef Recht. Am Beispiel des „Greg Kelly Report“ zeigt sich das besonders deutlich. Noch vor der Wahl verzeichnete die Show gerade einmal eine Durchschnittsquote von rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, davon gerade einmal 10.000 in der werberelevanten Zielgruppe. Seit dem Wahlsieg von Joe Biden und den wilden und realitätsfernen Tiraden von Donald Trump hat sich diese Quote knapp verzehnfacht, inzwischen schalten rund eine Million Menschen ein.

Und Ruddy betont nicht zu Unrecht, dass sich „Newsmax“ einer beachtlichen Anzahl von Stream-Nutzerinnen und -Nutzern sicher sein kann. Diese werden nicht in die Berechnung der Einschaltquoten mit einberechnet. Die „Grauzone“ der Hardcorefans des scheidenden Präsidenten Donald Trump liegt demnach wohl noch um einiges höher. Fox News nimmt den Wettbewerb an, sieht sich aber weiter gut aufgestellt. Steve Tomsic, Finanzchef der Fox Corp., ließ im Rahmen einer Pressekonferenz wissen; „Wir sind sehr zuversichtlich, dass Fox News in jedem Umfeld mithalten kann.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Brian Cahn/Imago Images

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