1. Startseite
  2. Politik

So brutal ist die Wagner-Gruppe: „Wird mit sofortiger Hinrichtung bestraft“

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Im Ukraine-Krieg steigen die Verluste der russischen Söldnergruppe Wagner – die macht aufgrund ihres brutalen Wesens dennoch Fortschritte.

Moskau/Kiew – Die Söldnergruppe Wagner avanciert im Ukraine-Krieg immer mehr zu Russlands Schattenarmee für die besonders schmutzigen Jobs. Das von Jewgeni Prigoschin gegründete Militärunternehmen ist berüchtigt für seine äußerst brutale Vorgehensweise, bei der selbst der Verlust der eigenen Männer billigend in Kauf genommen wird – von den 50.000 in russischen Gefängnissen angeworbenen Rekruten sind Angaben zufolge nur noch 10.000 bei der Truppe.

„Die restlichen sind getötet, verletzt, verschollen, haben sich ergeben oder sind desertiert, unter anderem nach Russland, mit der Waffe in der Hand“, teilte die Nichtregierungsorganisation Rus Sidjaschtschaja („Russland hinter Gittern“) am Montag (23. Januar) auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Doch obwohl die Söldner dem Kreml als Kanonenfutter dienen, macht die Gruppe teils große Fortschritte auf ihren Feldzügen in der Ukraine. Wie ein Dokument des ukrainischen Militärgeheimdienstes zeigt, waren die Kämpfer rund um die Stadt Bachmut besonders effektiv.

Ein Mann steht am Eingang des neu eingeweihten PMC Wagner-Hauptquartier. (Archivfoto)
Ein Mann steht am Eingang des neu eingeweihten PMC Wagner-Hauptquartier. (Archivfoto) © ITAR-TASS/Imago

Hinrichtungen und Verstümmelungen: Die Wagner-Gruppe im Ukraine-Krieg

Der Bericht aus dem Dezember 2022, der CNN vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass die Wagner-Kämpfer eine „einzigartige Bedrohung aus nächster Nähe“ darstellen, auch wenn die brutalen Gefechte hohe Verluste bedeuten. „Der Tod von Tausenden von Wagner-Soldaten spielt für die russische Gesellschaft keine Rolle“, heißt es in dem Dokument.

Von einer ukrainischen Geheimdienstquelle abgehörte Telefongespräche, die CNN zur Verfügung gestellt wurden, weisen ebenfalls auf eine gnadenlose Haltung hin. In einem dieser Gespräche ist ein Soldat zu hören, der über einen anderen spricht, der versucht hat, sich der ukrainischen Armee zu ergeben. „Die Wagnerianer haben ihn erwischt und ihm die Eier abgeschnitten“, sagte der Soldat. Unabhängig verifiziert werden konnte der Anruf allerdings nicht.

Doch auch die Beobachtungen und Erkenntnisse des ukrainischen Militärs sprechen für eine enorme Brutalität der Wagner-Gruppe. Dem Bericht zufolge können sich Angriffsgruppen niemals ohne Befehl zurückziehen. „Das wird mit sofortiger Hinrichtung bestraft“, heißt es darin. Zudem sollen die Truppen „Verwundete nicht selbst vom Schlachtfeld tragen, da ihre Hauptaufgabe darin besteht, den Angriff fortzusetzen“.

Ukraine-Krieg: Orientiert sich die russische Armee künftig an der Wagner-Gruppe?

Trotz der brutalen Gleichgültigkeit gegenüber den eigenen Verlusten sind die Taktiken der ukrainischen Analyse zufolge „die einzigen, die für die schlecht ausgebildeten mobilisierten Truppen“ effektiv sind. Es wird daher vermutet, dass die russische Armee ihre Strategie künftig sogar anpasst, um ähnlich wie die Wagner-Gruppe agieren zu können.

Gründer Prigoschin hatte mehrfach betont, dass seine Kämpfer – und nur sie allein – für die Eroberung der Kleinstadt Soledar im Donbass verantwortlich gewesen seien. Bei dem ersten militärischen Erfolg Russlands seit Monaten waren laut ukrainischen Schätzungen Tausende von rekrutierten Häftlingen involviert. Diese sollen jedoch häufig nur die erste Angriffswelle gebildet haben – von den Legionären starben den Angaben zufolge bis zu 80 Prozent. (nak)

Auch interessant

Kommentare