1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Smartphones werden zur Achillesferse von Russlands Armee

Erstellt:

Von: Marvin Ziegele

Kommentare

Smartphones halten für Russlands Truppen in der Ukraine einen Nachteil bereit. (Symbolfoto)
Smartphones halten für Russlands Truppen in der Ukraine einen Nachteil bereit. (Symbolfoto) © Fabrice Coffrini/AFP

Ein Mobiltelefon ist überall nutzbar. Auch im Ukraine-Krieg. Aber dort verschafft es einen immensen strategischen Nachteil. 

Kiew – Dass Mobiltelefone im Krieg von großem Nachteil sein können, wissen Kommandeure des US-Militärs seit langer Zeit. Das Handysignal von Soldaten kann geortet werden, um zielgenaue Raketen auf die Position zu schicken, berichtet das US-Miltiärnachrichtenportal Task & Purpose. Ein solcher Vorfall soll sich nun während des Ukraine-Konflikts ereignet haben.

Nach den Informationen von Task & Purpose geben ukrainische Streitkräfte an, Ende Februar 12 russische Offiziere getötet zu haben, unter anderem, weil die russischen Militärkommandeure ihr Mobiltelefon genutzt haben sollen, als die Kommunikationssysteme ausfielen.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen werden über Mobilfunketz geortet

Wenn russische Truppen in die Ukraine eindringen, senden ihre Mobiltelefone ein Roaming-Signal aus. Das wiederum stellt eine Verbindung zum ukrainischen Mobilfunknetz und ermöglicht es den Ukrainern, den Aufenthaltsort der Russen anhand der drei nächstgelegenen Mobilfunkmasten zu triangulieren, so Artem Starosiek, CEO von Molfar, einer Open-Source-Intelligence-Community mit Sitz in Kiew gegenüber Task & Purpose.

„So erhalten die ukrainischen Spezialdienste automatisch Informationen mit der ID-Nummer des Geräts, der Roaming-Nummer und natürlich dem Standort der Person“, so Starosiek gegenüber Task & Purpose. „Glücklicherweise sind die Russen ziemlich naiv und unwissend im Umgang mit mobilen Geräten, sodass sie oft zu Hause anrufen, ihre Telefone einschalten und sich mit den ukrainischen Stationen verbinden.“

Warum zerstört Russland nicht das Mobilfunknetz der Ukraine im Krieg?

Wenn diese Strategie funktioniert, stellt sich allerdings die Frage, warum Russland nicht seine Bemühungen darauf konzentriert, das ukrainische Mobilfunknetz während der fortschreitenden Offensive zu zerstören, wenn es für die eigenen Truppen eine strategische Bedrohung darstellt. Doch die Antwort scheint simpel. „Das ist lächerlich, aber genau so ist es. Die Russen brauchen 3G und 4G, damit ihre Kommunikation funktioniert. Sie haben keine unabhängigen Kommunikationsnetze aufgebaut, wie es die Amerikaner oder Chinesen vielleicht getan haben“, betont James Lewis, ein Technologieexperte des Center for Strategic and International Studies zu Task & Purpose. (marv)

Auch interessant

Kommentare