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Ukraine-Krieg: Was in der Nacht zu Dienstag geschah

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Von: Lukas Rogalla

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Ukraine-Konflikt - Kämpfer in Kiew
Ukraine-Krieg: Soldaten bewachen einen Kontrollpunkt an einer Hauptstraße in Kiew. © Vadim Ghirda/dpa

Der Krieg in der Ukraine geht weiter. Nahe Charkiw fällt ein hochrangiger russischer General. Erneut kommt es zu Angriffen auf eine Atomanlage. Alle News im Überblick.

Kiew – Vor zwölf Tagen begann die Invasion der Ukraine* durch die russische Armee. Doch der Feldzug von Wladimir Putin* läuft offenbar nicht so ab, wie vom russischen Präsidenten erhofft. Vor allem die größten Städte des Landes – Kiew und Charkiw – sind umkämpft. Die ukrainischen Streitkräfte leisten erbitterten Widerstand. Hier erfahren Sie, was in der Nacht auf Dienstag (08.03.2022) passiert ist.

Ukraine-Krieg: Gefechte um Charkiw – Russischer Generalmajor getötet

Bei Gefechten außerhalb der umkämpften Stadt Charkiw ist der russische Generalmajor Vitaliy Gerasimow getötet worden. Das berichtet der ukrainische Militärgeheimdienst. Auch weitere hochrangige russische Beamte seien getötet oder verwundet worden. Gerasimow habe zuvor auch im zweiten Tschetschenienkrieg gekämpft und sei für die „Eroberung der Krim“ mit einem Orden ausgezeichnet worden.

Wie die zuständige Behörde der Ukraine mitteilt, soll in Charkiw eine Einrichtung zur Atomforschung nach Angriffen beschädigt worden sein. Eine erhöhte Radioaktivität sei allerdings nicht festgestellt worden.

Ukraine-Krieg: Luftangriffe im Oblast Sumy – Behörden vermelden tote Zivilisten

In der Großstadt Sumy soll Russland* Luftangriffe verübt haben. Es soll mindestens zehn Tote geben, darunter auch Kinder. Zahlreiche Personen könnten sich unter Trümmern befinden, berichtet Dmitro Zhyvitskiy, Gouverneur der Region im Norden der Ukraine, auf der Plattform Telegram.

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj macht Russland für gescheiterte Evakuierungen verantwortlich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* hat Russland für die gescheiterte Evakuierung umkämpfter Städte verantwortlich gemacht. „Es gab eine Vereinbarung über humanitäre Korridore“, sagte Selenskyj am Montag in einer Videobotschaft. „Hat es funktioniert? Die russischen Panzer haben stattdessen funktioniert, die russischen ‚Grad‘ (Raketenwerfer), die russischen Minen.“

Der ukrainische Präsident beschuldigte die russischen Truppen, die vereinbarte Route, über die Lebensmittel und Medikamente in die belagerte Stadt Mariupol im Süden der Ukraine gebracht werden sollten, „vermint“ zu haben. Zudem hätten russische Soldaten die Busse zerstört, mit denen die Zivilisten aus den umkämpften Gebieten gebracht werden sollten. Selenskyj warf Russland „Zynismus“ vor. Die humanitäre Lage in Mariupol spitzt sich derweil weiter zu. „Es gibt keine Straße ohne kaputte Fenster, zerstörte Wohnungen oder Häuser“, teilte der Stadtrat mit. Die Stadt sei ohne Strom, Wasser und Gas.

Die Ukraine werde aber weiter mit Russland Friedensverhandlungen führen. „Ich bleibe hier, ich bleibe in Kiew. (...) Ich habe vor niemandem Angst“, betonte Selenskyj. Moskau hatte am Montagmorgen die Öffnung mehrerer „humanitärer Korridore“ angekündigt, über die Menschen aus den Städten Kiew, Charkiw, Mariupol und Sumy in Sicherheit gebracht werden sollten. Die meisten dieser Korridore sollen allerdings nach Russland oder Belarus führen, von wo aus der Angriff auf die Ukraine gestartet worden war.

Ukraine-Krieg: Kiew und Odessa bereiten sich auf russischen Angriff vor

Putins Angriffskrieg in der Ukraine hat Odessa zwar noch nicht erreicht, doch immer mehr Menschen verlassen die Hafenstadt am Schwarzen Meer. Russische Schiffe im Schwarzen Meer feuerten zudem Raketen auf das Dorf Tusly in der Region Odessa, wie ein Militärsprecher der Region mitteilte.

Auch in Kiew bereiten sich die ukrainischen Streitkräfte auf einen großen Angriff vor. Tausende Truppen, auch aus Tschetschenien, sollen sich außerhalb der Hauptstadt neu formieren, berichten ukrainische Medien. Die ukrainische Luftwaffe meldet zudem, am Montagabend zwei russische Flugzeuge über dem Großraum Kiew abgeschossen zu haben.

Ukraine-Krieg: Weitere Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew

In der dritten Runde der Verhandlungen von Vertretern Russlands und der Ukraine sind nach Angaben Kiews Fortschritte mit Blick auf die Einrichtung humanitärer Korridore erzielt worden. „Wir haben einige positive Ergebnisse bezüglich der Logistik der humanitären Korridore erzielt“, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podolyak am Montagabend auf Twitter. „Es wird Änderungen geben, und den Menschen, die unter der Aggression der Russischen Föderation leiden, wird effektiver geholfen werden“, fügte er hinzu.

Zu anderen Schlüsselfragen wie der eines Waffenstillstands „werden die intensiven Dialoge fortgesetzt“, erklärte Podolyak, der an den Verhandlungen mit Russland teilnimmt. Zu diesen Punkten gebe es bislang „noch keine Ergebnisse, die die Situation verbessern könnten“. Die russische Seite äußerte sich hingegen enttäuscht über die Gespräche: „Unsere Erwartungen an die Verhandlungen haben sich nicht erfüllt“, sagte Moskaus Chefunterhändler Wladimir Medinski im russischen Fernsehen. „Wir hoffen, dass wir beim nächsten Mal einen größeren Schritt nach vorne machen können.“ Voraussichtlich am Donnerstag wollen sich die Außenminister Russlands und der Ukraine gemeinsam mit dem türkischen Amtskollegen in Antalya treffen. (lrg/dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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